Wiegen - Messen - Rechnen: Fahren

Beispiel Hymer Camp C 524

Schrittweises Vorgehen und Berechnungs-Beispiel am Hymer Camp C 524:

Stufe 1 – die Daten. Notieren Sie aus den Fahrzeugpapieren im ersten Datenkasten die Höchstgrenzen für das zulässige Gesamtgewicht (Hymer: 3.850 kg), für das Leergewicht (3.070 kg) und für die erlaubten Achslasten (im Beispiel vorn 1.850 kg, hinten 2.120 kg).

Stufe 2 – die Gewichte. Steuern Sie mit Ihrem ausgeräumten aber vollgetankten Wohnmobil eine öffentliche Waage an und ermitteln Sie (ohne Fahrer) die Vorderachslast (Hymer: 1.460 kg) und das gesamte Leergewicht, wenn alle vier Räder auf der Wiegeplatte stehen. Wir registrierten auf der präzisen Fahrzeugwaage im ADAC Testzentrum in Landsberg dafür 2.994 kg; die Differenz aus beiden Angaben entspricht der Hinterachslast (1.534 kg). Alle Werte in den zweiten Kasten eintragen.

Stufe 3 – der Radstand. Das ist der Abstand von der Mitte der Vorder- zur Mitte der Hinterachse. Bei unserem Fahrzeug waren dies exakt 320 cm. Ebenfalls eintragen, denn dieser Wert wird für die folgenden Berechnungen immer wieder benötigt.

Stufe 4 – die Passagiere. Notieren Sie das Gewicht aller Reisenden und messen Sie den Abstand von den bevorzugten Sitzplätzen zur Vorderachse. Messen Sie aber nicht ganz bis zur Lehne, denn der Körperschwerpunkt liegt etwa 10 cm davor. In unserem Beispiel gehen Fahrer (95 kg) und Beifahrerin (70 kg) im Sitzabstand von 85 cm sowie zwei Kinder mit 30 und 40 kg auf der Sitzgruppe mit 285 cm Abstand in die Rechnung ein. Insgesamt 235 kg verteilen sich so nach der Momentenmethode mit 106 kg auf die Hinterachse und mit 129 kg auf die Vorderachse. Die Summen der Einzelrechnungen in Zeile 9 eintragen.

Stufe 5 – die Ladung. Das Prinzip ist erkannt; es geht an die Detailarbeit: Stauräume ausmessen, Ladung auswiegen. Das klappt recht gut mit der Personenwaage aus dem Badezimmer und für die jeweiligen Abstände sind Hilfskanten wie Türrahmen oder Fensterausschnitte praktisch. Dazu wird außen beispielsweise die Distanz von der Vorderachse zur Türkante gemessen, und innen geht es weiter mit dem Abstand just von dieser Kante etwa zur Kühlschrankmitte. Analysieren Sie so die Schwerpunktlage vom Frischwassertank, von Stauräumen unter den Sitzen, vom Fernsehschrank. In welchem Abstand von der Vorderachse werden die Küchenvorräte, die Gasflaschen, diverse Campingutensilien verstaut? Gleichmäßig mit Kleidung bestückte Hängeschränke dürfen auch zusammengefasst werden, ermitteln Sie jeweils den mittleren Abstand zur Schwerpunktlage.

Besonderes Augenmerk legten wir auf die Heckgarage und den montierten Fahrradträger:

Ein 80-kg-Roller und weitere 20 kg Campingausrüstung in der Garage – Abstand 446 cm – drücken mit satten 140 kg auf die Hinterachse und entlasten gleichzeitig die Vorderachse um 40 kg. Gleiches gilt für die Drahtesel am Heck; zusammen 38 kg schwer, steigern sie die HA-Bilanz um satte 66 kg und entlasten vorne um 28 kg!

Stufe 6 – die Auswertung. Insgesamt haben wir mit Gas und Frischwasser 528 kg eingepackt, wovon sich der Löwenanteil mit 519 kg auf die Hinterachse schlägt – die prompt mit 40 kg überladen wäre. Das lässt sich aus den Kästen "Praxis-Auswertung" ablesen; hier werden nämlich die ermittelten Werte analysiert. In unserem Beispiel zeigte sich, dass der Hymer C 524 in Sachen Gesamtgewicht insgesamt noch über eine Zuladungsreserve von 93 kg verfügt. Vorne hatte er sogar noch mit 253 kg genug Spielraum, hinten jedoch war das Limit bereits knapp überschritten. Konsequenz: umpacken oder Ladung abspecken.
Gerade die einladende Heckgarage erwies sich als Gewichtsfalle, denn Sperriges findet sonst im Fahrzeug keinen rechten Platz. Eine Ladungs-Alternative wäre: Wir schicken den Nachwuchs 14 Tage zu Oma und fahren alleine in Urlaub, was aber am entschiedenen Widerstand scheitern dürfte. So lassen wir also den Roller daheim und nehmen statt dessen zwei weitere Fahrräder mit. Dann ist – so zeigt das Spiel mit der Momentenrechnung – hinsichtlich der Zuladung alles im grünen Bereich.

Hilfreiche Dokumente zur Berechnung der Zuladung:

1.
Beispieltabelle als Vorlage: download PDF

2.
Hier tragen Sie nun die Gewichte Ihres Wohnmobils ein und ermitteln so die Achslasten.

Beladungsrechner (im MS Excel-Format*)

3.
Der Artikel "Wiegen, Messen, Rechnen: Fahren" aus der ADAC freizeit mobil 02/2003": downloadPDF

*Das Dokument sollte sich auch mit OpenOffice.org 1.0x oder insbesondere unter Linux, mit Gnumeric oder KSpread bearbeiten lassen.

Tipps bei Überladung - Abhilfemaßnahmen

Sie haben nun bei der Berechnung der Zuladung Ihres Wohnmobils festgestellt, dass einzelne oder auch mehrere Maximallasten überschritten wurden. Normalerweise muss nun das Wohnmobil solange wieder von Ballast befreit werden, bis alles wieder im "grünen Bereich" ist.

Vielleicht gibt es aber auch für Ihr Wohnmobil die Möglichkeit durch eine Auflastung die Achslasten und somit auch das zulässige Gesamtgewicht zu erhöhen, damit dann das benötigte Urlaubsgepäck an Bord bleiben kann.

Folgende Firmen bieten Auflastungen an:

A. Linnepe
Metallverarbeitungs GmbH

Oelkinghauser Straße 6-8
Metallverarbeitungs GmbH
Oelkinghauser Straße 6-8
D-58256 Ennepetal
Tel.: 0 23 33 / 98 59 0
Fax: 0 23 33 / 98 59 30
E-Mail: info@a-linnepe.de
Internet: www.a-linnepe.de

Goldschmitt AG
Dornberger Str. 6 - 10
74746 Höpfingen
Tel.: 0 62 83 / 22 29 0
Fax: 0 62 83 / 22 56 99
E-Mail: fahrzeugtechnik@goldschmitt.de
Internet: www.goldschmitt.de

Kuhn Auto Technik
Gewerbegebiet Ürziger Mühle
54492 Zeltingen-Rachtig / Mosel
Tel.: 0 65 32 / 95 30 - 0
Fax: 0 65 32 / 95 30 23
E-Mail: Kuhn.Auto.Technik@t-online.de
Internet: www.kuhn-autotechnik.de

Sawiko Fahrzeugzubehör
Gewerbegebiet an der A1 - Ringstraße
49434 Neuenkirchen-Vörden
Tel.: 0 54 93 / 99 22 0
Fax: 0 54 93 / 99 22 22
Internet: www.sawiko.de

SMV-Metall GmbH
Bruchheide 8
49163 Bohmte
Tel.: 0 54 71 / 95 83 0
Fax: 0 54 71 / 95 83 20
E-Mail: smv-metallbohmte@t-online.de

 
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