Checkliste zum Mieten von Wohnmobilen und Caravans
Die Checkliste zeigt Ihnen übersichtlich, worauf Sie achten sollten, wenn Sie ein Freizeit-Fahrzeug mieten. Gehen Sie diese der Reihe nach durch und klären Sie sorgfältig alle Punkte. Besonders die Auflistung zur Fahrzeug-Übernahme weist Sie auf wichtige Punkte hin und macht Ihnen den Übernahme-Check wesentlich leichter. Lesen Sie auch die ADAC Camping-Information, die Sie in jeder ADAC-Geschäftsstelle erhalten oder online bestellen können. Als ADAC-Mitglied können Sie auch günstig ein Wohnmobil der ADAC-Autovermierung mieten.
Allgemeines
Wer sich zum ersten Mal ein Freizeitfahrzeug mietet, sollte sich zuvor etwas Theorie aneignen. In Büchern über Camping oder in Campingzeitschriften finden Sie neben vielen anderen Informationen auch Packlisten. Entwerfen Sie anhand dieser Beispiele eine eigene Packliste. Klären Sie anschließend, was davon im Inventar des Mietfahrzeugs vorhanden ist.
Mieten Sie kein zu kleines Fahrzeug, sonst sind die Urlaubsfreuden schnell dahin. Denken Sie daran, dass Sie sich bei schlechtem Wetter vielleicht einmal einen ganzen Tag oder sogar länger im Fahrzeug aufhalten werden. Sehen Sie sich zuvor verschiedene Typen an.
Überlegen Sie, welche größeren Dinge Sie mitnehmen wollen (Fahrräder, Tische, Surfbretter, u.ä.), kontrollieren Sie, ob dafür entsprechende Stauräume vorhanden sind. Beachten Sie dabei besonders, dass Sie das zulässige Gesamtgewicht und Achslasten nicht überschreiten! Berücksichtigen Sie hierbei besonders die Füllmengen der Frisch- und Abwassertanks!
Informieren Sie sich rechtzeitig über die Tarife, in der Hauptsaison sind viele Fahrzeuge ausgebucht oder sehr teuer. Nutzen Sie Vor- und Nachsaison, günstige Tarife und Sonderangebote sind häufig zu finden.
Mindestmietdauer ist in der Hauptsaison oft sieben Tage und noch mehr. Kilometerpauschale: Wenn Sie Ihre Reiseroute bereits wissen, sollten Sie genau nachrechnen. Wird viel gefahren, ist in der Regel ein Angebot mit teurerem Tagessatz, aber ohne zusätzliche Kilometerbegrenzung günstiger. Ist die Reisestrecke kürzer als ein auf Freikilometer begrenztes Angebot, kann die kilometerweise Abrechnung die günstigere Lösung sein.
Mietvertrag
Lesen Sie das Kleingedruckte, beseitigen Sie Unklarheiten. Achten Sie auf Punkte wie "zusätzliche Reinigungskosten" oder "Instandsetzung" - sonst fallen bei der Rückgabe unter Umständen Kosten an.
Versicherungsschutz: Ist das Fahrzeug nicht als "Selbstfahrer-Vermietfahrzeug" zugelassen (Vermerk im Fahrzeugschein), besteht kein Versicherungsschutz für den Mieter! Der Caravan ist während der Fahrt über die Haftpflicht des Zugwagens abgesichert. Er benötigt aber im abgehängten Zustand eine eigene Versicherung. Bei gewerblichen Vermietern sehen Sie das am oben genannten Eintrag im Fahrzeugschein. Bei privaten Vermietern müssen Sie es sich meist im Mietvertrag bestätigen lassen. Denn diese haben meist nur eine Absprache mit Ihrer Versicherung getroffen, die nur aus der Versicherungspolice hervorgeht.
Klären Sie schriftlich, was bei Defekten am Fahrzeug geschieht. Welche Reparaturen darf der Mieter unterwegs ohne Rücksprache ausführen lassen? Ab welchem Betrag ist eine Genehmigung des Vermieters nötig? Was passiert, wenn die Reparatur länger dauert? Wird ein Ersatzfahrzeug gestellt, gibt es eine Vergütung für verlorene Urlaubstage, wer bezahlt die unter Umständen notwendige Rückführung des Fahrzeugs?
Alle Fahrer des Wagens sind im Mietvertrag zu benennen. Wie hoch ist die Selbstbeteiligung bei der Vollkaskoversicherung?
Bereitstellungsgarantie: Vermieter mit kleiner Fahrzeug-Flotte tun sich schwer, bei Ausfall des gebuchten Fahrzeugs (Unfall, techn. Defekt) Ersatz zu stellen. Die Bereitstellungsgarantie greift aber nur, wenn Sie im Mietvertrag aufgeführt ist. Besteht ein Schutzbrief für das Fahrzeug? Ist eine grüne Versicherungskarte vorhanden? Ist sie regional beschränkt (z.B. nur gültig in Europa und nicht im asiatischen Teil der Türkei)? Wie hoch ist die zu hinterlegende Kaution? Stellen Sie klar, dass bei ordentlich zurückgegebenem Fahrzeug diese sofort zurückzugeben ist.
Innenkontrolle
Ist das Fahrzeug sauber (besonders der Sanitärraum und die Toilette)? Öffnen Sie die Toilette: Ist der Fäkaltank entleert? Ist der Frischwassertank sauber und gefüllt?
Ist der Innenraum trocken, sehen Sie Stockflecken, sind die Wasser-und Abwasserleitungen dicht? Sehen Sie hinter die Polster. Lassen Sie alle Wasserentnahmemöglichkeiten kurz laufen, so sehen Sie, ob alles funktioniert und dicht ist. Kontrollieren Sie den Boden rund um die Sanitärzelle auf Feuchtigkeit.
Überprüfen Sie genau, ob das zugesagte Inventar vollzählig und vollständig ist. Überprüfen Sie die Einrichtung genau auf ihren Zustand. Lassen Sie Schäden exakt in das Übernahmeprotokoll aufnehmen. Führen Sie eine Funktionskontrolle durch (Bettenbau, Kühlschrank, Heizung, Kocher, Warmwasserboiler, Wasserpumpe, Abwassersystem, Fenster, Rollos, Türen, Klappen, Schubläden, Lampen).
Außenkontrolle
Kratzer, Steinschlag und sonstige Schäden im Übergabe-Protokoll (Mietvertrag) festhalten. Läuft der Motor normal, läßt sich das Getriebe einwandfrei schalten, sind Bremsen, Reifen, Beleuchtung und Hupe in Ordnung?
Wo ist das Reserverad, ist es in Ordnung? Wie ist der Zustand der Scheibenwischer? Sind die Ablasshähne und Schieber der Abwasser- und Fäkaltanks dicht und funktionsfähig? Schließen alle Außenklappen, sind sie abschließbar und funktionieren die Schlösser?
Zubehör
Ist das gemietete Zubehör (z. B. Fahrradhalter, Gasgrill, Gasflaschen u. ä.) vollständig und funktionsfähig? Wichtig ist technisches Zubehör wie Ersatzbirnen und -sicherungen, Wasserschlauch und eine Kabeltrommel mit mindestens 30 m Kabel. Hat das Kabel CEE-Stecker und -Dose? Sind Schukoadapter dabei? Gibt es ein Adapterset zum Befüllen der Gasflaschen (Euroset)? Für überstehende Ladung (Fahrräder, Surfbretter, etc.) benötigen Sie in manchen Ländern besondere Warntafeln. In Deutschland benötigen Sie innerorts beim nächtlichen Parken von Wohnmobilen über 3,5 t zGG sowie von Caravans zwei Parkwarntafeln.
Einweisung in den Wohnteil
Sind Betriebsanleitungen für Kocher, Heizung, Kühlschrank, Gasanlage, Wasseranlage und Elektrik vorhanden? Ist die Gasabnahmebescheinigung in Ordnung (goldfarbene Plakette am Fahrzeugheck und gelbes Prüfzeugnis)?
Wo sind die Schnellabsperrhähne für die Gasleitungen? Wie wird die Gasflasche gewechselt bzw. der Gastank befüllt? Wie werden die Wassertanks befüllt? Wo sind die elektrischen Sicherungen?
Wo sind die Kontrollinstrumente und was zeigen sie an? Wie funktionieren Klappen, Türen und deren Schlösser? Wie werden die Betten gebaut? Wie funktionieren die Fenster, Rollos und Mückengitter?
Einweisung in das Basisfahrzeug
Ist das Betriebshandbuch vorhanden? Sind die Wagenpapiere in Ordnung? Wo ist der Sicherungskasten, wo die Ersatzsicherungen? Wie kontrolliere ich Motoröl, Kühlwasser und Scheibenwaschwasser? Wo sind Reserverad, Wagenheber und Werkzeugtasche? Wo setzt man den Wagenheber an? Lassen Sie sich in das Führerhaus einweisen (Schaltung, Bedienungselemente usw.). Ist der Kraftstofftank voll? Wie wird richtig angekuppelt? Wie sieht man, dass die Kupplung verriegelt ist? Wie legt man das Abreißseil an? Wie stellt man die elektrische Verbindung zum Zugwagen her?