Heizsysteme
Zeltcamping ist wieder im Kommen. Auch, weil die neue Generation Zelte immer leichter und wetterfester wird. Wer zur kühlen Jahreszeit zeltet sollte folgendes beachten.
In der Regel ist das zu heizende Raumvolumen eines Zeltes wesentlich geringer als das bei Freizeitfahrzeugen. Es variiert je nach Zeltgröße zwischen 3 bis 7 Raummeter. Da die Zeltcamper üblicherweise im Schlafsack nächtigen, genügt eine Heizleistung von etwa 1kwh für ein 5-Mann-Zelt. Je nach Zeltgröße und Wärmeverlust, bedingt durch die Güte des Zeltstoffs, kann aber eine höhere Heizleistung nötig sein.
3 Heizmöglichkeiten stehen für die mobile Wärmeerzeugung zur Verfügung:
- elektrischer Heizlüfter
- Gaskartuschenbrenner
- Katalysebrenner
Ein elektrischer Heizlüfter erzeugt zwar unmittelbar angenehm warme Luft, dies aber zu Lasten eines eher schlechten Wirkungsgrades. Zudem hat das Heizgebläse den Nachteil, dass auf Campingplätzen Zeltbereiche meist keinen Stromanschluss haben und damit für den Lüfter keine Stromversorgung bereitsteht. Für die Anschaffung sollte man nur Geräte in Betracht ziehen, mit Überhitzungsschutz, hoher Standfestigkeit und Keramikheizer.
Gaskartuschenbrenner haben im Gegensatz zum Heizlüfter eine bessere Energieausbeute. Sie sind kleiner mit kompakten Ausmaßen, was für Zeltcamping besonders wichtig ist. Der Gasverbrauch ist mit etwa 50 mg gering, die Leistung mit etwa 3 kwh sehr gut. Geräte mit offener Flamme sind wegen hoher Brandgefahr absolut ungeeignet für das Wärmen eines Zelts!
Anders der gasbetriebene Katalysebrenner, der ohne offene Flamme eine Art Heizschirm erwärmt. Unter dem Heizschirm befindet sich eine Gaskartusche, die je nach Größe eine ununterbrochene Heizdauer von etwa einem halben Tag bietet. Die Kartuschen können schnell und einfach gewechselt werden und sind zudem leicht. Dieses Heizsystem wird deswegen vor allem von Expeditionsteilnehmern geschätzt. Katalysebrenner - meist sind es größere, leistungsstarke - , die mit Propangas betrieben werden, obliegen einer regelmäßigen TÜV-Abnahme, dürfen nicht im Zelt betrieben werden.
Beachten Sie: Werden im Zelt Heizungsgeräte betrieben, sollten Camper beim Kauf besonders auf die Kippsicherheit des Gerätes achten, da sich beim versehentlichen Umfallen eines Gerätes Zeltstoffe unter Umständen leicht entzünden können.
Gerade beim Wintercamping schafft ein angenehm temperiertes Vorzelt ein Mehr Bewegungsfreiheit und isoliert eine Wagenseite zusätzlich vor Kälte.
Für das Erwärmen eines Vorzelts kann ein elektrisches oder ein mobiles, gasbetriebenes Heizgerät sinnvoll sein. Sollte ein Vorzelt aber dauerhaft den ganzen Tag über auf Temperatur gehalten werden, ist eine elektrisch betriebene Heizung eine sehr ineffiziente und auch teure Art der Wärmeerzeugung, da die Stromkosten in Bezug auf die erforderliche Strommenge beachtlich sind. Auch bei kleinem Vorzeltvolumen ist ein 2000-Watt-Gerät die geringste Leistungsstufe. Alternativ zum Strom gibt es Katalyt– oder Infrarotofen in unterschiedlichen Leistungsdimensionierungen.Der Unterschied zwischen den Gerätetypen liegt in der Technik. Beide nutzen unterschiedliche Verfahren, um Wärme zu erzeugen. Im Katalytofen wird ein Gemisch aus Propan- und Butangas an der Keramikoberfläche des Brenners in Wärme umgewandelt. Auf der so genannten Katalytmatte wird Wärme gleichmäßig erzeugt und an den Raum abgegeben. Der Infrarotofen funktioniert mittels Infrarot-Strahlungstechnik. Als Katalysator dient ihm ein festes Keramikbrennfeld. Ein Metallreflektor hinter dem Brennfeld strahlt die erzeugte Wärme punktuell aus.
In Freizeitfahrzeugen kommen 3 Heizungsarten zum Einsatz. In der Regel sind diese werkseitig schon fest verbaut. Für eine Umrüstung oder beim Fahrzeugneukauf einige Hinweise
Gasgebläseheizungen
Gebläseheizungen sind nach wie vor der Klassiker unter den Heizungssystemen. Es gibt sie in verschiedenen Größendimensionierungen und Leistungsklassen. Ein Gasbrenner erhitzt einen Wärmetauscher, ein integriertes Gebläse verteilt die Warmluft via Leitungsrohre an verschiedene regulierbare Auslässe in Wohnraum, Küche und WC. Nachteilig ist, das starke Gefälle zwischen Warmluftsaustritt und entfernteren Bereichen. Ebenso die rasche Abkühlung des Heizsystems nach dem Abschalten. Die Gasversorgung findet durch die Gasflasche, mit der auch der Herd betrieben wird, statt. Es gibt Systeme mit Flüssiggas, Erdgas sowie einer Kombination aus gasbetriebener und elektrisch betriebener Heizung.
Warmwasserheizung
Auf den europäischen Markt gibt es bisher nur einen Anbieter, der ähnlich wie zuhause eine Warmwasserheizung anbietet. Die Alde Heizung wird immer beliebter und findet sich nur in Fahrzeugen der Oberklasse. Im Gegensatz zur Gebläseheizung liefert eine Warmwasserheizung konstante Wärmeabstrahlung, sie kühlt auch langsamer aus. Nachteil: Sie reagiert träger als die Gebläseheizung. Die Firma Alde ist derzeit der einzige Hersteller für Warmwasserheizungen.
Ein temperierbarer Fußboden bietet Behaglichkeit. Dies ermöglichen im Boden verbaute Rohre der Warmwasserheizung.
Dieselheizung
Dieselheizungen setzen sich immer mehr am Markt durch, denn sie ermöglichen gerade Wohnmobilfahrern ein höheren Grad an Autarkie. Denn Dieselkraftstoff wird fast überall in Europa angeboten, während ein Gasflaschenservice meist nur auf Campingplätzen oder tagsüber im Fachhandel sichergestellt ist. Die Dieselheizung bezieht den Kraftstoff aus dem Fahrzeugtank. Bei einem Verbrauch von 0,30 Liter/Stunde ist die Betriebsdauer der reinen Heizleistung viel länger im Vergleich zum Betrieb durch gängige Gasflaschen.
Heizmatten
Elektrisch betriebene Heizmatten können kleinflächig für wohlig warme Füße sorgen und ohne großen Installationsaufwand das Heizungssystem des Freizeitfahrzeugs bereichern. Und wenn man abends noch im Vorzelt bei Kerzenschein gemütlich beisammensitzen will, verlegt man die Heizmatte einfach dort hin, wo sie gebraucht wird.
Was muss beim Heizen in Zelten beachtet werden?
Bei der Verbrennung entsteht giftiges Kohlenmonoxid, deshalb muss im zu heizenden Raum immer genügend Luftzufuhr gewährleistet sein.
Im Vorzelt ist das Heizen mit Gasofen kein Problem. Niemals darf das Gerät allerdings in geschlossenen Räumen, also im Freizeitfahrzeug, verwendet werden. Im Vorzelt – ausgenommen ausgebaute Vorzelte – gelangt durch Ritzen und Schlitze ausreichend Sauerstoff in den zu beheizenden Raum. Das Kohlenmonoxid kann somit entweichen. Außerdem sollte der Ofen mit einem Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zu brennbaren Materialien aufgestellt werden. Einige Heizgeräte verfügen über einen Raumthermostaten. Allerdings ist es im Vorzelt je nach Wetter- und Windverhältnissen problematisch, eine bestimmte Temperatur zu erreichen. Deshalb ist es effektiver, wenn der Camper selbst Hand anlegt und die Brennstufe des Ofens selber reguliert. Um Beschädigungen am Keramikbrennfeld zu vermeiden, sollte das brennende oder gerade erloschene Gerät nicht erschüttert werden.