Auto mit Wohnwagen

Sicherheitstipps Wohnwagen

Mit dem Wohnwagen sicher unterwegs

Auto fahren ist eine Sache, mit einem Wohnwagen am Haken, eine andere. Das Wichtigste ist, das Verhalten des Wohnwagengespanns in Kurven, beim Rangieren und in gefährlichen Situationen zu kennen. Denn mit einem Caravan verlängert sich der Bremsweg, vor allem aber die Fahrdynamik. Wesentlich trägt dazu bei die Anhängelast des Zugfahrzeugs sowie die Stützlast des Wohnwagens.

Anhängelast und Stützlast für Pkw und Wohnwagen

Bei jedem Pkw gibt der Hersteller eine maximale Stützlast an. Das ist die Kraft, die bei Betrieb mit Anhänger vertikal auf die Kugel der Anhängerkupplung wirken darf (meistens 75 kg). Auch der Wohnwagenhersteller gibt für seinen Anhänger eine maximale Deichsellast an (meistens 100 kg). Im Fahrbetrieb ist der kleinere Wert einzuhalten. Er sollte aber möglichst voll ausgenutzt werden, da eine hohe Stützlast der Gespannstabilität dienlich ist. Bei „Tempo 100 Wohnwagen“ muss sich sogar die zulässige Stützlast des Gespannes an der größtmöglichen Stützlast des Zugfahrzeuges oder des Anhängers orientieren.

In welchen Fällen darf der Wohnwagen wegen der Stützlast, die ja dem Pkw zugerechnet wird, mehr beladen werden?

Beispiele zur Ermittlung der Stützlast des Zugwagens

Beispiel 1: zGG des Wohnwagens kleiner als die zulässige Anhängelast des Zugwagens
zGG des Wohnwagens = 1.100 kg, zulässige Anhängelast = 1.200 kg. Das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens darf max. 1.100 kg betragen. Er darf nicht um die Stützlast höher belastet werden, da sein zGG 1.100 kg beträgt und dieses nicht überschritten werden darf.

Beispiel 2: zGG des Wohnwagens genauso groß wie die zulässige Anhängelast des Zugwagens
zGG des Wohnwagens = 1.200 kg, zulässige Anhängelast = 1.200 kg. Das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens darf max. 1.200 kg betragen. Er darf nicht um die Stützlast höher belastet werden, da sein zGG 1.200 kg beträgt und dieses nicht überschritten werden darf.

Beispiel 3: zGG des Wohnwagens größer als die zulässige Anhängelast des Zugwagens
zGG des Wohnwagens = 1.300 kg, zulässige Anhängelast = 1.200 kg, zulässige Stützlast 75 kg. Das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens darf max. 1.275 kg betragen. Er darf um die Stützlast höher belastet werden, da sein zGG 1.300 kg beträgt und dieses nicht überschritten wird. Dieses ist also die einzige Konstellation, bei der der Wohnwagen um den Wert der Stützlast schwerer sein darf als die Anhängelast vorgibt.

Checkliste Urlaub mit dem Wohnwagen

Damit die Fahrt mit dem Wohnwagengespann auch sonst keine unangenehmen Überraschungen birgt, hat der ADAC ein paar Tipps zusammengestellt. Wer folgende Checkliste beachtet, startet sicher in den Urlaub:

  • Bei der Beladung die Last möglichst tief und gleichmäßig im Wohnwagen verteilen. Schwere Gegenstände im Bereich der Achse platzieren. Dabei zulässige Achslast sowie Gesamtgewicht nicht überschreiten
  • Stützlast austaxieren. Maximalwert, der am Zugfahrzeug angegeben ist, nicht überschreiten. Bei deutlicher Unterschreitung des angegebenen Wertes (ca. 75 kg) nimmt die Fahrstabilität stark ab. Im Zweifelsfall mit einem Distanzholz und einer Bodenwaage die tatsächliche Stützlast im abgekoppelten Zustand messen
  • Festen Sitz von abnehmbaren Kupplungssystemen am Auto prüfen
  • Beim Ankuppeln darauf achten, dass die Kupplung korrekt einrastet und das Sicherungsseil an einer speziellen Öse oder am Kupplungshals eingehängt ist
  • Stützrad hinaufdrehen und sicher justieren
  • Lichtanlage – insbesondere Rücklichter und Blinker – überprüfen. Das elektrische Verbindungskabel zwischen Wohnwagen und Auto so anbringen, dass es auch in engen Kurven nicht zu kurz ist oder auf der Straße schleifen kann
  • Reifendruck kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Reifen auf eventuelle Schäden hin untersuchen. Reifen sollten nicht älter als 6 Jahre sein
  • Wenn Gasflaschen nicht benötigt werden, abdrehen. Schläuche müssen nicht entfernt werden. Auf die nicht angeschlossene Flasche die Schutzkappe aufsetzen
  • Luken und Fenster schließen. Regen und Wind können sonst Schäden verursachen
  • Dach- und Fahrradträger auf sicheren Halt überprüfen
  • Zusatzspiegel benutzen, die bei gerade gezogenem Gespann einen Blick auf hinteren vertikalen Kanten des Wohnwagens ermöglichen. Das erleichtert das Rangieren, hilft aber auch bei der Orientierung in Kurven und beim Überholen auf der Autobahn (kein toter Winkel)
  • Während der Fahrt deutlich mehr Abstand halten. Mit einem Anhänger verlängert sich der Bremsweg

Junge Einsteiger, die ihren Wohnwagen ziehen wollen, müssen grundsätzlich beachten, wie schwer das Gespann aus Pkw und Caravan ist und wann sie ihren Führerschein gemacht haben. Hierzu gilt: Haben Sie Ihren B-Führerschein nach 1998 gemacht? Dann dürfen Sie Gespanne, die eine zulässige Gesamtmasse von 3,5 Tonnen überschreiten, nicht ziehen!
Der B96 ist eine Erweiterung zum B-Führerschein und ermöglicht das Führen von Wohnwagengespannen, deren Gesamtmasse bis zu 4,25 Tonnen betragen darf. Hier gibt es die genaue Info zum B96-Führerschein.

Neulingen unter den Wohnwagenfahrern empfiehlt der ADAC ein Fahrsicherheitstraining, damit die erste Fahrt mit dem Caravan gefahrlos beginnen kann. Dort werden unter anderem richtiges Ankuppeln, punktgenaues Rangieren und sicheres Kurvenfahren, Ausweichen und Bremsen geübt. Weitere Informationen dazu gibt es unter Fahrsicherheitstraining für Caravans und Wohnmobile.

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