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ADAC Wohnmobiltest Kastenwagen

ADAC Wohnmobilvergleichtest Kastenwagen: Fiat Ducato, Ford Transit, Mercedes Sprinter

Alles im Kasten

Fiat Ducato, Ford Transit und Mercedes Sprinter – der große ADAC-Vergleichstest zeigt Stärken und Schwächen der populären Kastenwagen.

Keine Wohnmobilklasse hat in den letzten fünf Jahren so stark zugelegt wie die Kastenwagen. Bei einem Marktanteil von mehr als 35 Prozent unter den Wohnmobilen sind sie Publikumsmagnet auf allen Messen. Kein Wunder. Dank kompakter Maße, gutem Handling und Fahrkomfort lassen sich die Kastenwagen durch jeden Großstadtdschungel bugsieren. Die Hersteller reagieren auf den Boom mit enormer Modellvielfalt, innovativen Grundrissen und unterschiedlichen Basisfahrzeugen. Doch welche Basis fährt sich am angenehmsten? Welcher Innenraum ist am wohnlichsten? Freizeit Mobil wollte es wissen. Für den großen ADAC Vergleichstest hat sich die Redaktion die beliebte Kategorie bis 6 Meter Länge ausgesucht, mit dem klassischen Grundriss Heckbett quer.

ADAC Wohnmobiltest Kastenwagen Bresler Carthago Malibu Karmann Dexter

Als Basis dienten ein Fiat Ducato, ein Ford Transit und ein Mercedes Sprinter. Die werden laut Zulassungsstatistik am häufigsten geordert. Getestet wurden Carthago Malibu 600, Karmann Dexter Go! 560 und Bresler 591 DF. Carthago und Karmann waren mit etwa 130 PS und Handschaltung vergleichbar motorisiert, der Bresler stand nur mit 163-PS-Maschine und Automatikgetriebe zur Verfügung.

Alltagsfahrzeug und Transporter zugleich

Schon als der Carthago Malibu auf dem ADAC Testgelände in Landsberg angeliefert wird, zieht er die Aufmerksamkeit auf sich. Man sieht ihm seine Herkunft aus der Aulendorfer Edelschmiede an, die ausschließlich auf den Fiat Ducato als Basis setzt. Die neue 2015er-Ducato-Modellgeneration wurde an der Front überarbeitet. Spitzbübisch grinst die schwarze Kühlermaske aus der in Wagenfarbe lackierten Frontschürze. Das sieht gut aus. Unschöne Kratzer an den Stoßfängern dürften aber im Alltag unvermeidlich sein.
 Im Fahrerhaus beeindruckt die gute Sicht durch die große Frontscheibe. Die Sitzposition ist allerdings für Großgewachsene etwas zu hoch. Der Blick auf die Armaturentafel bringt eine Enttäuschung: Die Ablesbarkeit der Instrumente hat sich seit dem Facelift verschlechtert, zudem spiegeln sich die hellen Blenden der Luftauslasskanäle in der Windschutzscheibe.

Positiv: Alle Schalter sowie der Lenkstockhebel sind gut positioniert. Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ist genügend Platz, auch zu den Türen hin. Das ist wichtig, wenn man die Vordersitze zur Dinette hin umdrehen will. Die Sitze in der ersten Reihe kamen beim Fiat gut weg. Sie sind mehrfach verstellbar und auf längeren Strecken bequem. Mit der 130-PS-Dieselmaschine ist der Fiat ausreichend motorisiert, das Aggregat arbeitet kultiviert, allerdings bei höheren Drehzahlen sehr laut. Im Stadtverkehr und bei Bergetappen nervt die recht hakelige Schaltung. Die Getriebeabstufung ist sinnvoll, der 6. Gang könnte allerdings etwas länger übersetzt sein. Überraschung beim Tritt in die Eisen: Die Bremsen sind gut dosierbar, kein Fading – also kein unerwünschtes Nachlassen der Bremswirkung.

ADAC Wohnmobiltest Kastenwagen Carthago Malibu Fiat Ducato

Der Bremsweg ist aber mit mehr als 47 Metern zu lang, was zu einer deutlichen Abwertung in dieser Testkategorie führte. Auch die Motorbremswirkung ist dürftig. Doch gut, dass es den seriellen Bergabfahrassistenten „hill descent control“ gibt. Er ermöglicht Fahrten bis 50 Prozent Gefälle, ohne Bremse oder Gaspedal zu betätigen.
 Technisch raffiniert ist das Bad, in dem eine schwenkbare Toilette den WC- und Duschbereich variabel gestaltet. Leider ist der Duschboden nicht rutschhemmend. Punkteabzug gibt es auch für die nicht normgerechte Platzierung der 230-V-Steckdose unter dem Oberschrank. Die Küche beeindruckt mit großen Auszügen und zweifachen, gut sichernden Verschlüssen.
 Der Heckbereich ist ein echtes Stauraumwunder. Klappt man die beiden Betthälften nach oben, lassen sich sogar eine Waschmaschine oder ein Fahrrad transportieren. Dank der abgesenkten low-bed-Konstruktion ist der Einstieg niedrig und bequem. Doch kein Vorteil ohne Nachteil: Das low-bed lässt im sehr beengten Gaskasten darunter nur zwei 5-kg-Flaschen zu. Und auf die nicht angeschlossene zweite Gasflasche kann nicht, wie vorgeschrieben, die Schutzkappe gesetzt werden.

Beim Ford Transit der 2014er-Generation erinnern Armaturentafel und Bedienung sehr an Ford-Pkw: sparsamer Motor, komfortables Fahrwerk und sichere Fahreigenschaften. Das überzeugt die Tester. Die Schaltung ist ein Traum, sie liegt griffgünstig und lässt sich wunderbar bedienen. Die Getriebeübersetzung ist auf Sparsamkeit ausgelegt, was, kombiniert mit dem 125 PS Motor, in manchen Fahrsituationen ein Zurückschalten notwendig macht. Für einen Transporter fährt er angenehm leise. Nur in den Kurven wankt der Dexter deutlich.
Weniger gut ist beim Dexter Go! die Dinette. Sie ist leider viel zu klein geraten, und der Fahrersitz lässt sich nur umständlich zum Tisch hin drehen. Ein Erwachsener kann hier nicht mal für eine kurze Strecke sitzen, ohne dass der Tisch im Weg ist.

ADAC Wohnmobiltest Kastenwagen Karmann Dexter Go! Ford Transit

Beim Einbau von Kindersitzen stört er ebenfalls. Gute Wasser- und Batteriekapazitäten ermöglichen autarkes Reisen. Das Heckbett ist niedrig positioniert, leider nicht gut unterlüftet. Durch Hochklappen des Lattenrosts ergibt sich ein variabler, geräumiger Heckstauraum. Waschmaschine oder Fahrrad passen hier auch rein. Und dann noch etwas Skurriles aus dem Testprotokoll: Der Luftauslasskanal direkt gegenüber dem Kühlschrank bläst heiße Luft direkt in die Kühleinheit oder direkt in den geöffneten Kühlschrank. Das sollte unbedingt geändert werden.

Mercedes bietet mit seinem Sprinter ein überzeugendes Grundfahrzeug für Wohn-mobile. Der Dresdener Wohnmobilausbauer Bresler Mobile setzt auf den 316 CDI für seinen 591 DF. Im Test beeindruckt die sehr gelungene Motor-Getriebe-Kombination mit dynamischen Fahrwerten dank der 163 PS. Das ist für längere Autobahnfahrten von Vorteil, um Lkw stressfrei überholen zu können. Das Fahrwerk des Sprinters zeigt im Test den ausgewogensten Federungskomfort, dank Stabilisatoren werden Wank- und Nickbewegungen verhindert. Die mehrfach ein stellbaren Sitze sind bequem, auch auf langen Strecken. Schade nur, dass das komfortable Sitzen nicht lange anhalten dürfte, denn mit nur 75 Liter Kraftstoff tank hat der Bresler im Test die geringste Reichweite.

ADAC Wohnmobiltest Kastenwagen Bresler Mercedes Sprinter

Der Zugang zum Aufbau ist sehr beengt, mit einer Einkaufskiste in den Händen kommt man nicht hinein, auch wegen der hohen Stufe. Der Möbelausbau aus leichtem Pappelholz ist solide. In der Küchenzeile vermissen die Tester mehr Ablageflächen. Leistungs- stark hingegen der Kompressorkühlschrank. Im Bad geht es eng zu, die Kopffreiheit für Camper mit einer Größe von mehr als 1,80 Metern ist eingeschränkt. Die WC-Sitzbank ist bequem. Das Eckwaschbecken aus nicht verstärktem Kunststoff verzieht sich beim Bedienen der Armatur. Weiteres Manko: Das Bad hat zu wenig Stauraum. Apropos: Der Heckstauraum unter dem Bett ist zwar großzügig bemessen, lässt sich aber nicht so variabel nutzen wie beim Malibu oder Dexter. Und die Waschmaschine oder das Fahrrad passen auch nicht hinein. Das ist irgendwie schade.

Text: Thomas Nitsch
Fotos: Rasmus Kaessmann

Testbericht Bresler 591 DF

Der Dresdner Wohnmobilausbauer Bresler Mobile setzt für seinen 3,5-t-Kastenwagen 591 DF auf den Mercedes Sprinter 316 CDI 2,2 l Diesel mit 120 kW (163 PS). Grundpreis mit Testmotorisierung (ohne Autom.) 62.800 €. (Stand 10/2015).

Testbericht Carthago Malibu van 600 DB 2 lowbed

Der 3,5-t -Kastenwagen aus der Aulendorfer Edelschmiede baut auf Fiat Ducato auf. Im Test der 2,3 l Diesel mit 96 kW (130 PS). Grundpreis mit Testmotorisierung 43.510 €. (Stand 10/2015)

Testbericht Karmann Dexter Go! 560

Der Karmann Dexter Go! Kastenwagen mit 3,5 t baut auf dem Ford Transit auf. Im Test der 2,2 l Diesel mit 92 kW (125 PS). Grundpreis mit Testmotorisierung 41.990 €. (Stand 10/2015)

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