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ADAC Ratgeber Wohnwagen Mover Abbildung

Rangierhilfen/Mover für Wohnwagen

Rangierhilfen liegen in der Beliebtheitsliste des Nachrüstzubehörs ganz weit oben. Meist scheut man bei der Erstanschaffung des Wohnwagens den elektrischen Muskelmann, weil z.B. das Vorzelt als Zubehör erst mal wichtiger ist. Doch im Verlauf des Camperlebens erscheint ein mehr an Komfort unverzichtbar. Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Moversysteme, für den kleinen Geldbeutel genauso wie teuere beispielsweise für Tandemachser. Die Redaktion Campingwelt gibt Campern im Folgenden eine Übersicht über halbautomatische und vollautomatische Rangierhilfen und erklärt, was Camper schon vor dem Kauf beachten sollten.

Warum Rangierhilfen/Mover?

Rangiersysteme erleichtern das Camperleben. Vor allem nach einer längeren, anstrengenden Fahrt zum Campingplatz ist es oft kräftezehrend, den Wohnwagen in der Wunschparzelle des Campingplatzes punktgenau zu bugsieren. Ist dann der Untergrund noch uneben oder sandig, ist die Urlaubsvorfreude schnell dahin. Deswegen erfreuen sich Rangiersysteme oder Mover, wie sie Neudeutsch heißen, einer großen Nachfrage.

Mover Truma

Was macht eine Rangierhilfe?

Die Funktionsweise einer Rangierhilfe ist einfach. Ein Elektromotor bewegt eine Walze, die mit Druck auf einen Reifen des Wohnwagens wirkt und diesen damit antreibt. Kabel verbinden die Motoren mit einer Batterie und der Steuereinheit im Wageninneren.

Mover der heutigen Generation haben eine eingebaute Bremse, die beim Halten an einer Steigung oder einem Gefälle den Wohnwagen anhält, ohne dass dieser zurückrollt. Die Bremse wirkt auch, wenn der Camper beim Abreisen das Abschwenken des Movers vergessen sollte. Die Bremse verhindert das Weiterfahren, andernfalls würden die Zähne der Walze den Reifen nach kurzer Zeit verschleißen.

Mover Truma an Wohnwagen

Wie unterscheiden sich die Rangiersysteme?

Prinzipiell unterscheiden sich die Systeme darin, wie die Walze des Movers angeschwenkt wird. Halbautomatisch durch Andrehen (z.B. Reich Easy Driver Basic 1.8 und 2.3) oder mit einem Umlenkhebelsystem (z.B. Truma Mover SX).

Vollautomatische Mover schwenken die Walze elektrisch an. Einfache, günstige Modelle schwenken eine definierte Strecke an, bessere Mover erkennen, wann der optimale Druck der Walze auf dem Wohnwagenreifen erreicht ist.

Auch bei der Bedienerfreundlichkeit gibt es Unterschiede. Bei einfacheren Rangiersystemen wirkt die Walze mit unmittelbarer Kraft auf den Reifen, die Drehbewegung des Rades geschieht abrupt. Das Lenken ist nur im Stand möglich.

Bessere Rangierhilfen (z.B. AL-KO Mammut, Truma XT) können auch während der Fahrt etwas lenken, zudem wirkt der Antrieb geschmeidiger weil ruckfrei. Beim Truma XT kann sogar millimetergenau rangiert werden.

Mover AL-KO Mammut

Wie steuere ich einen Mover?

Mittels einer Fernbedienung oder bei Truma auch mittels einer App.

Mover Fernbedienung Truma

Wie lange kann ich mit einem Mover rangieren?

Je nach Gewicht des Wohnwagens (zwischen 1.300 bis 2.000 kg Gesamtmasse) zwischen 30 – 40 Minuten.

Was muss bei der Montage beachtet werden?

Geübte und technikerprobte Camper können Rangiersysteme auch selber montieren (Einbauvideos gibt es im Web). Die Allgemeine Betriebserlaubnis erlischt dadurch nicht. Dabei muss die Betriebsanleitung genau beachtet werden, damit keine kostspieligen Schäden drohen.

Einfacher ist der Gang zu einem der bundesweit vielen Caravaning Fachhandelsbetriebe. Dort finden Camper neben der Beratung in der Regel auch mehrere Mover vor.

Egal ob in Eigenmontage oder in einem Fachbetrieb: Zuerst gilt es zu klären, um welches Fahrgestell es sich beim Wohnwagen handelt.

Mover AL-KO Montage

Notfalls kann man unter Angabe der hier angeführten Wohnwagenspezifika das Fahrgestell ermitteln lassen:

  • Hersteller
  • Baujahr
  • Typ
  • Gewicht

Denn nicht jeder Mover kann an jedes Fahrgestell montiert werden. Zu beachten ist zuerst die Bodenfreiheit. Bei einer Bodenfreiheit von mindestens 21 cm können Mover in der Regel problemfrei eingebaut werden, bei weniger als 21 cm ist die richtige Auswahl entscheidend. Ebenso zu beachten sind der Abstand zwischen Stoßdämpfer und Reifen, die Tiefe des Einstiegs oder eventuelle Heizungsrohre, die dort entlang verlegt sind. So kann es ggf. erforderlich sein, eine oder mehrere Montageplatten anzubringen, damit der Mover optimal platziert werden kann. WICHTIG: Keinesfalls darf das Chassis angebohrt werden, es dürfen nur die werksseitig vorhandenen Löcher dafür verwendet werden.

Klären Sie auch rechtzeitig vor der Bestellung eines Movers die zulässige Gesamtmasse Ihres Fahrzeugs. Denn neben dem Gewicht das Movers zwischen 33 bis 40 kg kommt noch das Gewicht der Batterie Steuereinheit und Leitungen dazu zwischen 20 – 25 kg. Berechnen sie also vorher, ob Sie mit einem Minus von 55 – 65 kg weniger an Zuladung auskommen können.

Tipp: Idealerweise verbaut man den Mover vor dem Rad, denn dort ist es spritzwassergeschützt.

Kann ich einen Mover auch im Campingurlaub montieren lassen?

Es gibt ein paar Movershops, die auch diesen Service anbieten. In Absprache mit europaweit mobilen Technikern bietet z. B. der Caravan Mover Shop von J. Mulder einen Montageservice auf Campingplätzen an.

Was kostet ein Mover?

Halbautomatisch anschwenkbare: ab 1.250,- bis ca. 1.600,- Euro

Vollautomatisch anschwenkbare: ab 1.800, -bis 2.200,- Euro

Zuzüglich Batterie: zwischen 150,- bis 250,- Euro

Was kostet der Einbau?

Zwischen 300, - und ca. 400,- Euro in einer Fachhandelswerkstatt

Welche Rangierhilfen werden am häufigsten verbaut?

  • AL-KO Mammut M20
  • AL-KO Ranger
  • Truma Se R
  • Truma XT
  • Reich Easydriver Basic
  • Reich Easydriver pro
  • EAL Enduro
  • Hypercamp Ranger
  • Kronings
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