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Braukultur in Franken

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Franken ist die Region mit der höchsten Brauereidichte weltweit. Wir nehmen Sie mit auf eine Expedition zu den spannendsten und ungewöhnlichsten Schauplätzen der Braukunst. Lassen Sie sich überraschen…

Es ist ein Phänomen, das sich seit Jahrhunderten wiederholt: Mit steigenden Temperaturen und länger werdenden Tagen zieht es zahllose Menschen in die Biergärten und Brauereien der Republik.

Doch etwas hat sich in den letzten Jahren verändert. Bier ist zum Lifestyle geworden: In Designläden sind Babyflaschen in Maßkrugform erhältlich und in Gourmet-Restaurants serviert man Dessertbiere. Ein aus den USA stammender Trend namens Craft Beer verbreitet sich: dem Wortursprung nach handwerklich hergestelltes Bier. Inzwischen laufen unter dem Namen jedoch auch Brauprodukte mit ungewöhnlichen Zutaten. Was tut sich da in der Welt des Bieres? Höchste Zeit, sich in einer Region umzusehen, die traditionell stark mit dem Brauwesen verbunden ist: Franken.

Braumanufaktur Hertl: Die kleinste Brauerei Frankens

Im Hintergrund läuft Blasmusik, auf dem Tresen stehen Biergläser unterschiedlicher Größe mit verschiedenen Aufschriften und Logos. Die Dame im Fernsehstudio beginnt ihre Anmoderation auf Japanisch. Dann wechselt die Szenerie. Ein kleiner Hof mit Bierbänken und Sonnenschirmen erscheint im Bild: Die Braumanufaktur Hertl. Willkommen bei der kleinsten Brauerei Frankens!

Die Erfolgsgeschichte von David Hertl und seiner Braumanufaktur ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich: Auch, dass die Brauerei erst durch einen Beitrag des japanischen Fernsehens vor ca. fünf Jahren auch außerhalb der eigenen Region Bekanntheit erlangte. Der Genuss des Gebräus vereint eben die Welt. Inzwischen ist David Hertl 26 Jahre alt und hat trotz seines immer noch jungen Alters bereits die Craft Beer-Szene auf den Kopf gestellt.

Braumanufaktur Hertl

Auch an diesem Tag steht eine Bierbankgarnitur im Hof der Hertls, auf den Bänken sitzen der Reihe nach: Bernd und Veronika Hertl – die Eltern von David Hertl – er selbst, sein Cousin Tobias Leisner, der örtliche Schornsteinfeger – und Eddy Kim.

Eddy Kim? Korrekt, Sie haben sich nicht verlesen: Der Südkoreaner ist Praktikant bei der Braumanufaktur Hertl. Der Bericht des japanischen Fernsehens veranlasste ihn eine Bewerbung an den fränkischen Betrieb zu schicken.

Mit Erfolg: Die ersten drei Wochen verbrachte Eddy Kim im Hotel, die folgenden drei auf der Hertl’schen Couch - inzwischen hat er sein eigenes Zimmer im Haus der Familie. Derzeit macht der 29-jährige Südkoreaner eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer, mit Hertl verbindet ihn die Liebe zum Bier.

David Hertl und Eddy Kim

David Hertl wiederum startete bereits als 15-jähriger in der heimischen Küche die ersten Brauversuche. Nach der zehnstündigen Prozedur war seine Mutter noch drei Stunden damit beschäftigt, die Küche zu reinigen. Beim Gedanken daran verdreht sie heute noch die Augen: Der Raum glich einem Dampfbad, mit jedem Brauvorgang weichte die IKEA-Küche weiter auf.

Gut, dass der ehemalige Schweinestall nebenan seit 30 Jahren leer stand. Hier war Platz für eine eigene Brauerei, wenn auch im Miniaturformat. Bei den dafür notwendigen Umbaumaßnahmen half die Familie zusammen: Bis zwei Uhr nachts verlegten die Männer Fliesen, Veronika Hertl sorgte für die Baustellenküche. 2013 wurde schließlich die Braumanufaktur eröffnet.

Familie Hertl

Bei der Ausstattung galt: Not macht erfinderisch. Aus finanziellen Gründen begann David Hertl zu tüfteln. Aus einer Bohrmaschine wurde der Antrieb für eine Schrotmühle.

Falls die Leistung bei größeren Mengen mal nicht reicht, kommt eben der Bohrhammer zum Einsatz: Eine Maschine, die stark genug ist, Löcher in Stein oder Beton zu schlagen. Der Mechanismus der Hertl’schen Eigenkonstruktion funktioniert auch Jahre später noch nach wie vor.

Bei drei Wohnmobil-Herstellern aus der Umgebung tauschte Hertl einige Kästen des selbst gebrauten Biers gegen Verschnittteile der Fahrzeuge. Daraus entstand unter Einsatz von Muskelkraft und Erfindergeist der Kühlraum für die Braumanufaktur. Vieles, was als Notlösung begann, macht inzwischen den Charme der kleinsten Brauerei Frankens aus.

Schrotmühle mit Bohrmaschinenantrieb

Doch seine Lorbeeren erntete Hertl auch wegen seiner genialen Bierkreationen: Über 40 verschiedene Sorten entstehen pro Jahr in der Braumanufaktur. Das Hertl’sche Imperial Pale Ale und das Klosterkellerbier zählen zu den eher klassischen Varianten. Für Halloween eignet sich hingegen das FAT JACK! PUMPKIN ALE mit Zimt, Ingwer und zwei verschiedenen Kürbissorten. Auch DAVIDS VADER IMPERIAL STOUT ist mit seiner Kombination aus Tonkabohnen und Marshmallows ein Bier für Genießer mit dem Sinn für das Besondere. Die säuerliche Gurken-Gose aus Salatgurken und Koriander ist eine weitere eigentümliche Spezialität von Hertl.

Die Kreativität und das Engagement der Familie Hertl haben sich mittlerweile ausgezahlt: Auch Sternekoch Alexander Hermann bezieht inzwischen Hertls Biere als passende Begleitgetränke zu seinen Menüs oder als besondere Zutat für Gerichte wie „Frozen Craft Beer“. Unternehmen wie Adidas, Schaeffler oder Siemens laden ihre Firmenkunden ein zur Verkostung bei der Braumanufaktur oder veranstalten dort Teambuilding-Maßnahmen.

Trotzdem hat Hertl noch weitere Ziele für die Zukunft. So teilen er und sein Vater einen Traum: Die Brauerei im eigenen Weinberg. Die Planungen laufen bereits…

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
shop.braumanufaktur-hertl.de

Schanzenbräu: Handwerk meets Rock’n Roll

Bei Schanzenbräu an der Nürnberger Stadtgrenze herrscht hektischer Betrieb: Für den folgenden Tag lädt ein regionaler Radiosender auf dem Gelände der Brauerei zum "Angrillen".

Die Vorbereitungen dafür sind bereits im vollen Gange. Zeitgleich überprüft ein Techniker eine neue Kälteanlage. Einige Mitarbeiter warten derweil auf die Verpflegung. „Des läffd scho…“, meint Inhaber Stefan Stretz angesichts des lebhaften Treibens.

Der 46-jährige Familienvater entwickelte die Faszination für Bier schon als Jugendlicher: Auf dem Schulweg stieg ihm regelmäßig der Geruch aus einer nahegelegenen Brauerei in die Nase; mit 16 braute er selbst zum ersten Mal.

Stefan Stretz Schanzenbräu

Nach dem Abi konnte Stretz schließlich für das Studium der Brauereitechnologie zwischen zwei Standorten wählen - Weihenstephan und Berlin. Eine Entscheidung, die letzten Endes seinen Werdegang geprägt hat: „Berlin, das war damals Rock’n Roll!“ Irgendwie gilt das auch für die Brauerei mit dem brüllenden Bären im Logo.

Vor glänzenden Gärbottichen und Braukesseln steht hier eine Sitzgarnitur, die an die Einrichtung eines Wohnzimmers aus den 60er-Jahren erinnert. Daneben ein passender Spielautomat.

Auf einem Foto an der Wand sind vermummte Gestalten mit Bierflaschen in der Hand zu sehen. Darüber der Spruch: „Ladies & Gentlemen, last orders please!“

Gärbottiche bei Schanzenbräu

Für Stretz gehört Bier nach wie vor eher in den Biergarten als in die Gourmettempel. Dabei könnte man auch Schanzenbräu als Craft Beer bezeichnen: Die Brauerei ist klein, Stretz hat nur wenige Mitarbeiter. Seine Mutter kümmert sich um die Buchhaltung, die Ehefrau um die Facebookseite. Der Bruder, ein ehemaliger Schreinermeister, ist inzwischen Betriebsleiter.

Angefangen hat alles 2004 mit ausgedienten Waschkesseln und aufgesägten Bierfässern als Brauutensilien in einem Hinterhof von Gostenhof. Ein Nürnberger Viertel, das damals noch berüchtigt war und heute eher hip ist. Genau wie Schanzenbräu.

Barbereich in der Brauerei Schanzenbräu

Den Erfolg erklärt sich Stretz mit einem gewissen Lokalpatriotismus der Kunden, Qualität und Authentizität der Marke sowie dem direkten Kontakt zu den Konsumenten.

Der soll auch weiterhin - trotz oder gerade wegen der Vergrößerung der Brauerei 2016 - erhalten bleiben: Regelmäßig werden Besichtigungen angeboten, ein Ausschank und diverse Veranstaltungen sind fester Bestandteil des Konzepts.

Brauerei Schanzenbräu
Proeslerstraße 3
90431 Nürnberg

Lagerverkauf:
Mo und Mi 16:00 – 19:00 Uhr
Fr 15:00 – 20:00 Uhr

Schankwirtschaft Schanzenbräu
Adam-Klein-Str. 27
90429 Nürnberg
Di – So 11.00 – 01:00 Uhr
www.schanzenbraeu.de

Stefan Stretz, Inhaber von Schanzenbräu

Hausbrauerei Altstadthof: Braukultur über historischen Gemäuern

Die Spuren mittelalterlicher Brautradition findet man in der Nürnberger Altstadt auch heute noch - bis zu zwanzig Meter unter der Erde! Dort schlängeln sich auf vier Ebenen lange, enge Gänge durch den Burgberg: Ein System aus ehemaligen Bierkellern verschiedener Hausbrauereien.

An den Wänden zeugen noch Schürfspuren von der harten Arbeit ohne Maschinen. Es ist dunkel, kühl und feucht - für Menschen mit Klaustrophobie kaum geeignet. Jemand hat eine riesige Plastikspinne, wie sie typisch für die Ausstattung von Geisterbahnen ist, an die Decke gehängt. Was für einige klingt wie die Hölle, war für viele die letzte Rettung. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Bierkeller nämlich als Schutzbunker bei Bombenangriffen. Zahlreiche Menschen fanden dort Unterschlupf während der Attacken, die immerhin über 90% der Nürnberger Altstadt zerstörten.

"Beer doesn't only taste good, it also saves lives", übersetzt Tourguide Rainer Kadner vom Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V. für die englischsprachigen Touristen. Die Lacher sind verzagt angesichts des Themas. Doch kaum sind die unterirdischen Lagerräume für den Bierschnaps der Hausbrauerei Altstadthof erreicht, kommt wieder Leben in die Besucher. Sie sind sich einig: Nun ein kühles Bier im Bräustüberl, das wäre das Richtige.

Seit 1984 wird über den Felsengängen nämlich wieder unter anderem das Original Nürnberger Rotbier gebraut. Es zeichnet sich durch seine rötliche Färbung und die Verwendung von Gerstenmalz aus.

Für Braumeister Reinhard Engel ist Bier Grundnahrungsmittel und Kulturgut zugleich, bereits seine Eltern hatten einen eigenen Bierzeltbetrieb in der Oberpfalz. Über eine Lehre zum Brauer fand er schließlich den Weg nach Franken, wo er inzwischen seit fast zwanzig Jahren braut. Ihm sind die traditionelle Herstellung und die Herkunft der Zutaten besonders wichtig: Alle Rohstoffe der Hausbrauerei Altstadthof stammen aus biologischem Anbau.

Hausbrauerei Altstadthof

Den Trend zum Craft Beer sieht Engel dagegen eher skeptisch. Zwar erhielten dadurch sowohl Bier als auch Brauer eine neue Wertschätzung, allerdings führen seiner Ansicht nach manche Konzerne auch bewusst Kunden in die Irre. Seine eigenen Produkte verkauft er trotz der handwerklichen Herstellung nicht unter diesem Titel.

Das Geschäft läuft trotzdem bestens: Touristen nehmen für das Getränk gerne einen Umweg auf der Sightseeing-Route vom historischen Rathaus zur Burg in Kauf. Einheimische dagegen schätzen die Ein-Liter-Bügelflasche für lange, laue Sommerabende im Freien.

Hausbrauerei Altstadthof
Bergstraße 19-21
90403 Nürnberg
So – Do 11:00 - 24:00 Uhr
Fr und Sa bis 1:00 Uhr
www.hausbrauerei-altstadthof.de

Hausbrauerei Altstadthof Hopfen und Malz

Die Bierothek®: Ein Fachgeschäft für Bierfans

In der Gasse mit den typischen Sandstein- und Fachwerkhäusern hat noch ein Laden geöffnet. Durch das Schaufenster sieht man Tische und Bänke aus hellem Holz, darauf Gläser in verschiedenen Formen, ein Brotkorb, Servietten. Auf langen Regalen reiht sich eine Flasche an die andere, Kühlschränke und Kochbücher komplettieren das Arrangement. Ein schlaksiger, vom Alter gebeugter Mann mit weißem Haar hat den Laden entdeckt: Hier findet er bestimmt, was er sucht. Er öffnet die Tür und betritt den Laden: "Ich möchte einen Weißwein, ich habe zwei Euro". "Hier gibt es nur Bier", lautet die Antwort.

Für Steffen Rohnalter, den 28-jährigen Storemanager der Bierothek in Nürnberg, kein ungewöhnliches Erlebnis. Ein- bis zweimal pro Woche verirren sich Passanten im Irrglauben, es sei eine Vinothek, in seinen Laden. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Fachgeschäft für Craft Beer. Der ältere Mann war letzten Endes immerhin noch mit einer Flasche Weißbier zu beglücken. Dabei gibt es die Nürnberger Bierothek bereits seit 2015. Das Konzept stammt ursprünglich aus Bamberg, inzwischen gibt es deutschlandweit sieben Filialen des Fachgeschäfts, die meisten davon in Franken.

Bier mit aus den Barthaaren des Braumeisters gezüchteter Hefe gehört zu den ungewöhnlichsten Kreationen im Sortiment, das immerhin an die 330 Biere umfasst. Davon sind 25% fränkischen Ursprungs. Daneben gibt es aber auch 'Gummibierchen', Biergelee und Babyrasseln in Form eines Bierkrugs, die die Schwester des 28-jährigen fertigt.

Sonderaktionen wie das Trost-Freibier nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten machen das Konzept der Bierothek aus.

Bierothek Nürnberg

Zudem werden regelmäßig Seminare und Verkostungen zu verschiedenen Themen angeboten. So steht an diesem Tag eine Degustation mit dem Titel "Whisk(e)y-Biere" auf dem Programm. Das Publikum ist bunt gemischt: Ein 65-jähriger hat von seinem irischen Schwiegersohn in spe die Teilnahme an der Verkostung zu Weihnachten geschenkt bekommen. Eine Gruppe junger Männer Ende zwanzig betritt lachend den Laden, für sie ist die Verkostung der Beginn einer langen Nacht. Eine vierköpfige Familie, deren Mitglieder sich selbst allesamt als Whiskeykenner bezeichnen, möchte dagegen die Verbindung des entsprechenden Malzes mit Bier testen.

Produktpräsentation in der Bierothek

Innerhalb von zwei Stunden landen sechs verschiedene Biere in den Gläsern der Gäste. Das Farbspektrum reicht von dunklem Honig über Zartbitterschokolade bis zu tiefem Schwarz, der Geschmack von leicht rauchig zu starken Torfnoten – und der Alkoholgehalt von fünf bis elf Prozent! Vor einem Rausch muss sich dennoch keiner der Teilnehmer fürchten: Pro Sorte werden jeweils nur 100 ml degustiert.

Der Stimmung tut das jedoch keinen Abbruch: Als der Abend sich seinem Ende nähert, hängen die Teilnehmer freiwillig noch eine Runde dran. Während Steffen Rohnalter bereits Gläser und Brotkörbe einsammelt, spendiert einer der jungen Männer ein paar Flaschen Indian Pale Ale, bevor sich die Gruppe wieder in alle Richtungen zerstreut. Bier hat wieder einmal gezeigt, was es kann: Menschen unterschiedlicher Herkunft und Alters verbinden.

Die Bierothek® Nürnberg
Äußerer Laufer Gasse 6
90403 Nürnberg
Mo - Sa 10.00 – 20.00 Uhr

Themenverkostung:
Jeden zweiten Sa 18:00 - 20:00 Uhr zu unterschiedlichen Themen
Anmeldung erforderlich
bierothek.de

Whiskeybiere Black Nizza und Smoky George

Viele Wege führen zum Bier: Brauwanderungen

Wer des Bieres wegen nach Franken kommt, hat die Qual der Wahl. Neben den vorgestellten Hotspots der Braukultur kann man diverse Museen zum Thema besichtigen, wie beispielsweise das HopfenBierGut im Kornhaus Spalt, oder aber entsprechende Wanderwege erkunden:

Wegweiser Brauereienweg

Der Brauereienweg Aufseß führt über Heckenhof, Hochstahl und Sachsendorf nach Außseß, der Gemeinde mit der höchsten Brauereiendichte pro Einwohner weltweit. Auf der Homepage des kleinen Ortes kann man sich einen Brauereien-Weg-Wanderpass herunterladen: Wer ihn bei allen Brauereien abstempeln lässt (natürlich nach Einkehr), darf sich offiziell als „Fränkischer Ehrenbiertrinker der Weltmeisterbrauereien“ bezeichnen – die entsprechende Urkunde gibt es nämlich gratis als Erinnerung.

Glücklicherweise muss man sich als Camper um den eigenen Alkoholspiegel keine Sorgen machen: Direkt hinter der Brauerei Reichold in Hochstahl befindet sich ein Wohnmobilstellplatz.

Wanderung Brauereienweg

Bei Gräfenberg befindet sich der Fünf-Seidla-Steig. Der 18 Kilometer lange Rundweg führt an mehreren Brauereigasthäusern und Biergärten vorbei.

Einkehrmöglichkeiten gibt es in Weißenohe, Gräfenberg und Thuisbrunn. Zwischen den Ortschaften hält man sich am besten an die Markierung „Frankenweg“.

Ausblick vom Fünf-Seidla Steig

Wer von Bier nicht genug bekommt, kann sich den 13-Brauereien-Weg vornehmen. Die Gesamtlänge erstreckt sich über 32 Kilometer, die Gehdauer beträgt einen Tag. Von Memmelsdorf bei Bamberg bis Strullendorf führt der Weg durch sanfte Täler und entlang kleiner Bachläufe.

Wegen der idyllischen Landschaft trägt die Region auch den Namen Fränkische Toskana. Keine Sorge, falls die Ausdauer dann doch nicht reicht: Es gibt auch zwei Kurzvarianten über sechs bzw. zehn der Brauereien.

Anstoßen mit Maßkrügen

Campen bei der Brauerei: Auf ein Seidla am Stellplatz!

Camper können sich glücklich schätzen: Das Wohnmobil ist das ideale Fortbewegungsmittel im Bierland Franken. Nach dem Alkoholkonsum kann man bequem ins eigene Bett fallen und ist gleichzeitig mobil genug, auch die kleinsten Orte anzusteuern. Das wissen auch die Brauer: Viele haben deshalb einen eigenen Stellplatz für Wohnmobilfahrer eingerichtet. Hier eine kleine Auswahl:

  • Alte Brauerei Rhönstadl (Suchnummer NB165)
  • Brauerei-Gasthof Landwehr-Bräu in Steinsfeld (Suchnummer NB337)
  • Stellplatz Bayerisches Brauerei- und Bäckereimuseum in Kulmbach (Suchnummer NB424)
  • Brauerei-Gasthof Griess in Geisfeld (Suchnummer NB454)
  • Brauereigasthof Rothenbach in Aufseß (Suchnummer NB456)
  • Brauereienstellplatz Hochstahl in Hochstahl (Suchnummer NB458)

Weitere Informationen zu diesen Stellplätzen finden Sie jeweils unter der in Klammern angegebenen Suchnummer im ADAC Stellplatzführer 2018.

Hinweis:
Don’t drink and drive!
Dies ist auch absoluter Grundsatz des ADAC. Bitte lassen Sie Ihr Fahrzeug nach Bierkonsum stehen. Andernfalls gefährden Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

So punkten Sie in der Stammkneipe: Wissenswertes aus der Welt des Bieres

Über den Ursprung des Bieres ist sich die Forschung uneins. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass das erste Bier bereits vor 5000 Jahren im alten Ägypten gebraut wurde. Andere Theorien besagen, dass die ersten Brauversuche mit vergorenem Brotteig in Mesopotamien stattfanden.

Wer sagt, dass man zum Bierbrauen unbedingt Hopfen und Malz benötigt? Auch Bananen, Reis oder Hirse eignen sich als Grundzutat von Bier. Prinzipiell eignen sich verschiedene stärkehaltige Rohfrüchte zur Herstellung des Gebräus. Auch für glutenfreie Varianten des Getränks werden üblicherweise alternative Zutaten genutzt.

Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist 2016 erneut gestiegen: Laut dem Deutschen Brauer-Bund existieren derzeit knapp über 1400 Braustätten im Land. Den größten Zuwachs gab es in Hamburg und Schleswig-Holstein, dennoch hat Bayern mit 624 Betrieben nach wie vor die meisten Brauereien. Davon befinden sich allein rund 300 in Franken.

Sets zum Selbstbrauen gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern. Die Preise bewegen sich je nach Qualität, Umfang und zu erzeugender Menge im Rahmen von 30 bis 120 Euro.

„Stell‘ schon mal das Bier kalt!“ Dieser Aufforderung sollten Sie nicht unbedingt nachkommen: Jede Biersorte hat ihre eigene Trinktemperatur, bei der sie serviert werden sollte. Andernfalls kann der Geschmack verfälscht werden. Eine Lagerung im Kühlschrank ist also nicht zwangsläufig empfehlenswert.

Komplett alkoholfrei ist übrigens entgegen der Kennzeichnung bis auf wenige Ausnahmen fast kein Bier. Die meisten als „alkoholfrei“ bezeichneten Biere enthalten 0,05 bis 0,5% Alkohol. Die Organisation foodwatch spricht vor diesem Hintergrund von Etikettenschwindel und hat die entsprechenden Brauereien dazu aufgefordert, die Biere als „alkoholreduziert“ zu betiteln.

In Deutschland ist der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Bier in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Weltmeister im Biertrinken sind nach wie vor die Tschechen, Budweiser lässt grüßen! Auf Platz zwei des höchsten Bierkonsums weltweit folgt übrigens Namibia. Wer je ein Windhoek Lager getestet hat, weiß warum…

Kleines Lexikon des Bieres

Ale:
Diese obergärige Biersorte stammt ursprünglich aus Großbritannien und wurde ehemals ohne Hopfen hergestellt. Ales werden mit vergleichsweise hoher Trinktemperatur serviert.

Bierstachel:
Der Bierstachel ist ein Eisenstab mit einer Kugel an der Spitze. Mittels eines Bunsenbrenners wird die Kugel erhitzt und ins Bier getaucht. Angeblich diente der Bierstachel ursprünglich dazu, das Gebräu möglichst schnell auf Trinktemperatur zu bringen. Durch den heißen Stab karamellisiert ein Teil des Restzuckers und trennt sich vom Bier. Der Geschmack ändert sich dadurch stark, aber auch die Kombination von warmen Schaum und kaltem Bier ist eine wahre Gaumenfreude. Allerdings eignet sich nicht jede Biersorte zum „stacheln“.

Biersommelier:
Die Ausbildung zum Biersommelier ist relativ neu in Deutschland: Erst seit ca. zehn Jahren kann man das entsprechende Zertifikat hierzulande erlangen. Im Lehrgang befasst man sich unter anderem mit Foodpairing – also der Frage: Welches Bier passt zu welchem Gericht? Im Gegensatz zum Weinsommelier muss der Biersommelier übrigens das Bier auch schlucken, um es beurteilen zu können. Wenn das kein Argument ist!

Blume:
Blume ist eine weitere Bezeichnung für die Schaumkrone auf einem frisch gezapften Bier.

Bockbier:
Bockbiere zählen zu den Starkbiersorten. Der typische Alkoholgehalt liegt bei mindestens 6,5%. Die Farbe variiert ebenso wie zum Gärvorgang verwendete Hefesorte.

Brauerstern:
Der sechszackige Stern ist bereits seit dem Mittelalter das Zunftzeichen der Brauer. Zur Herkunft des Symbols gibt es unterschiedliche Theorien, es ist insbesondere in Süddeutschland weit verbreitet.

BU:
BU ist die Abkürzung für Bitter Unit. In dieser Einheit wird der Herbegrad eines Bieres angegeben.

Craft Beer:
Ursprünglich stammt dieser Begriff aus den USA. Dort dürfen sich Brauereien mit einer jährlichen Ausstoßmenge unter sechs Millionen Barrel als Hersteller von Craft Beer bezeichnen. Allerdings wird diese Ausstoßmenge regelmäßig an die der wichtigsten Craft Beer-Brauereien angepasst. Als Craft Beer gelten in Deutschland inzwischen sowohl handwerklich hergestellte als auch exotische Biervarianten.

Gose:
Diese obergärige Biersorte stammt ursprünglich aus Goslar, daher auch der Name. Zu den Zutaten gehören Milchsäure, Salz und Koriander, es handelt sich daher um ein eher säuerliches und zugleich salziges Gebräu. Dem deutschen Reinheitsgebot zufolge handelt es sich bei der Gose dementsprechend nicht um Bier.

Hopfen:
Hopfen ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Als größtes zusammenhängendes Anbaugebiet weltweit gilt die Hallertau. Bekannt ist Hopfen nicht nur als Grundzutat von Bier, sondern auch für seine beruhigende Wirkung: Hopfenblütentee wird häufig als pflanzliche Alternative zu herkömmlichen Schlafmitteln empfohlen. Für Craft Beer wird häufig Aromahopfen verwendet. Insgesamt gibt es hunderte verschiedener Sorten und Geschmacksrichtungen: So schmecken manche leicht fruchtig nach Mango oder Grapefruit, die Sorte Polaris dagegen nach “Gletschereisbonbon“.

IPA:
Die Abkürzung IPA steht für Indian Pale Ale. Der Name stammt daher, dass es sich ursprünglich um ein für die Verschiffung in die britischen Kolonien – also auch Indien – bestimmtes Bier handelte. Damit das Getränk auch der langen Fahrt noch genießbar war, enthielt es mehr Alkohol und Hopfen als das normale Pale Ale. Die Sorte ist heute besonders beliebt bei Craft Beer-Liebhabern.

Malz:
Malz entsteht durch einen kontrollierten Keimvorgang aus Getreide. Anschließend wird das sogenannte Grünmalz geröstet. Für den Brauvorgang wird meist Gersten- oder Weizenmalz verwendet.

Märzen:
Beim Märzen handelt es sich um eine untergärige Vollbiersorte. Ursprünglich war die Herstellung von Bier nur in den Wintermonaten möglich. Damit man in der restlichen Zeit des Jahres nicht ohne das Gebräu auskommen musste, wurde dieses stark alkoholhaltige Bier – wie der Name bereits verrät – im März gebraut. Durch den hohen Alkoholgehalt und die vergleichsweise späte Produktion hielt sich das Bier bis tief in den Herbst hinein.

Maische:
Als Maische bezeichnet man beim Bierbrauen die Mischung aus geschrotetem Malz und vorgeheiztem Wasser. Eine Maische gibt es jedoch auch bei der Herstellung von Wein oder Schnäpsen. Anstatt Malz kommen hier Obststücke zum Einsatz.

Obergärig:
Die Bezeichnung bezieht sich auf die beim Brauvorgang verwendete Hefe. Die Zellen obergäriger Hefe bleiben bei der Gärung verbunden und steigen an die Oberfläche. Der Vorgang findet bei Temperaturen von 18° bis 22 °C statt. Obergärige Biersorten sind beispielsweise Kölsch und Altbier.

Rauchbier:
Rauchbier wird unter Verwendung von Rauchmalz gebraut, das noch vor der Trocknung dem Rauch brennender Späne aus Buchen- oder Eichenholz ausgesetzt wird. Das bekannteste fränkische Rauchbier ist das Schlenkerla aus der gleichnamigen Brauerei in Bamberg.

Reinheitsgebot:
Das als Deutsches Reinheitsgebot bekannte Gesetz von 1516 erlaubte als Zutaten für Bier nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. In Nürnberg existierte ein ähnliches Gesetz bereits 200 Jahre früher. Der Name Reinheitsgebot entstand übrigens erst viel später, quasi als Marke bzw. Qualitätsanspruch. Im Mittelalter diente das Gesetz hauptsächlich dazu, den Konsumenten vor giftigen Zusätzen wie Efeu oder Tollkirsche zu schützen. Inzwischen wird das Reinheitsgebot von vielen jedoch als veraltet und innovationsfeindlich angesehen. Unsere Interviewpartner für diesen Artikel rechnen übrigens allesamt mit einer baldigen Überarbeitung bzw. Lockerung des Gesetzes.

Seidla:
Fränkische Bezeichnung für einen halben Liter Bier.

Starkbier:
Als Starkbier bezeichnet man Biersorten mit einem Stammwürzegehalt von mindestens 16%. Dementsprechend hoch ist auch der Alkoholgehalt. Viele Brauereien in Bayern bringen zur Fastenzeit ein eigenes Starkbier heraus.

Stout:
Stout ist ein obergäriges Bier mit relativ hohem Alkoholgehalt und dunkler, nahezu schwarzer Färbung. Für den Brauvorgang wird stark geröstetes Gerstenmalz verwendet.

Untergärig:
Untergärige Hefe sinkt nach der Gärung zu Boden. Sie benötigt eine niedrigere Temperatur zur Gärung als obergärige und muss dafür sogar gekühlt werden. Zu den untergärigen Biersorten zählen das Nürnberger Rotbier, Weißbier oder Pils.

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