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Bretagne Salzgewinnung

Bretagne: Klöster, Steine und jede Menge Köstlichkeiten aus dem Meer

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Die Bretagne ist das Ziel. Aber auch der Weg dorthin. Deshalb planen wir unsere Anreise entspannt in 3 Tagesetappen. Direkt nach dem Trubel des Caravan Salons, fahren wir von Düsseldorf mit dem Wohnmobil nach Belgien. Unsere erste Zwischenetappe ist das Trappistenkloster Orval an der französischen Grenze. Dort spüren wir zwischen efeubewachsenen Ruinen und der neuen Kirche dem Klosterleben nach.

Trappisten, ein Reformorden der Zisterzienser, sind berühmt für ihre Lebensmittelproduktion, und so bunkern wir neben dem bitteren, malzbetonten Bier auch Käse und Marmelade aus der Abtei. Tags darauf, fast 600 Kilometer weiter westlich, ist das Zisterzienser-Kloster Abbaye de Clairmont das zweite Etappenziel. Wir sind die einzigen Besucher, was den Rundgang besonders eindrucksvoll und manchmal auch ein wenig unheimlich werden lässt.

Volles Kontrastprogramm am dritten Tag der Tour: In den steilen Gassen des Mont St. Michel, noch in der Normandie gelegen, drängen sich auch Ende August die Besucher. Diese Architektur-Meisterleistung des Mittelalters auf einem 157 Meter hohen Granitblock in der topfebenen Schlick- und Meerlandschaft wirkt aber auch sensationell.

Frankreich Bretagne Abtei Clairmont

An der Grenze Normandie zu Bretagne: Erst ein Bad im Golf von Saint-Malo, dann Baguette, Hasenpastete und Artischockenblätter

Der erste Eindruck der Bretagne ist nicht gerade Wohnmobil-freundlich. In St. Malo gelingt es uns nicht, in der Nähe der ville close, der Altstadt, zu parken.

Überall versperren 1,90- Meter-Höhenbegrenzungen die Einfahrt. So verlassen wir die Korsarenstadt und quartieren uns auf dem Campingplatz Saint Enogat bei Dinard ein.

Ein Bad im 19 Grad warmen Atlantik spült den Ärger weg.

Campingplatz Saint Enogat bei Dinard

Cap Frehel: Steile Sandsteinklippen und Campingplätze an der Côte de Granit Rose

Wirkt das älteste bretonische Seebad auch ein wenig britisch, so ist das Angebot in „Les Halles“ typisch französisch. Bei der Mittagsrast am Cap Frehel mit seinen steilen Sandsteinklippen schwelgen wir in Käse, knusprigem Baguette und Hasenpastete, ehe wir auf den Leuchtturm steigen. Am Abend tunken wir Artischockenblätter in würzige Aioli-Sauce.

Entlang der Westküste Bretagnes: Wandern auf dem Zöllnerpfad

Tags darauf ist eine kleine Wanderung angesagt. Vom Campingplatz Tourony in Trégastel ist es nicht weit zum Zöllnerpfad. Bei Ebbe ragt die Andachtsstätte St-Guirec bei Plomanach aus dem Sand, bei Flut ist es nur vom Strand aus zu bewundern. Die bizarren Felsformationen, der Leuchtturm Meen Ruz oder die Villa Ker Wel, in der einst Gustave Eiffel wohnte, wirken vor allem am Abend, wenn die untergehende Sonne sie in rosa Licht taucht, zauberhaft. Direkt am Zöllnerpfad gelegen ist der Campingplatz Le Ranolien.

Steine sind die Stars in der Bretagne. Von Wind und Wasser geformt an der Küste oder von Menschen behauen in den Calvaires, jenen befriedeten Kirchhöfen wie in Plougonven. Das Ensemble von 1554 stellt die Passionsgeschichte dar. Besonders eindrucksvoll wirkt der zähnefletschende Teufel neben der sanften Jesusgestalt.

Calvaire von Plougonven

Der Naturpark Armorique hütet Grabschätze aus der Jungsteinzeit und Kirchen aus dem 17. Jahrhundert

Bei der Fahrt zu einem anderen sehenswerten Commana, einem kleinen Ort südwestlich von Morlaix, wo in der Kirche des Calvaire (Kalvarienberg) die trauernde Magdalena als bretonische Bäuerin dargestellt ist und nach Guimiliau, wo die sündige Katel Gollet vom Teufel in die Hölle gezogen wird, rasten wir an einem riesigen Hinkelstein, der wohl gerade von Obelix abgestellt wurde. In der aufgelassenen Abtei Le Relec sind Stahlskulpturen des deutschen Bildhauers Robert Schad ausgestellt, in der Allée couvert du Mougeau Bihan, haben Künstler 3700 v. Chr. ein Langgrab errichtet und mit Gravuren versehen.
Auch in Huelgoat spielen Steine die Hauptrolle. Von Moosen und Farnen überwuchert, bilden sie das „Mühlenchaos“, die „Teufelsgrotte“ oder überraschen als „zitternder Stein“. Am eindrucksvollsten erlebt man diesen Zauberwald am frühen Morgen.

Auch in Huelgoat spielen Steine die Hauptrolle. Von Moosen und Farnen überwuchert, bilden sie das „Mühlenchaos“, die „Teufelsgrotte“ oder überraschen als „zitternder Stein“. Am eindrucksvollsten erlebt man diesen Zauberwald am frühen Morgen.

Der Leuchtturm von Trézien markiert die Grenze des Ärmelkanals zum Atlantik

Der höchste noch stehende Hinkelstein der Bretagne, der Menhir von Kerloas, ist stolze zwölf Meter hoch. Wir passieren ihn auf dem Weg nach Pointe der Corsen. Der Leuchtturm Phare de Trezien ist im September zwar nur sonntags offen, aber die Küste ist jeden Tag einen Besuch wert. Ein Womo-Stellplatz nimmt Küsten-Gucker auf. Vom noch näher an den Klippen gelegenen Parkplatz führt eine Treppe zum Sandstrand. Hier kann man die Brandung des Atlantiks erleben, die schon an einem sonnigen, windstillen Tag beindruckt.
Leuchttürme sind naturgemäß zahlreich an einer so exponierten Küste wie der bretonischen. Auch der von St-Mathieu ist für Besucher offen.

Leuchtturm

Großes Muschelessen bei Locronan

In Locronan scheint die Zeit im Mittelalter stehen geblieben zu sein. Nur dürfte es damals noch nicht so himmlische Schokolade gegeben haben, auch offerierte man wohl noch keine 142 bretonische Biere. An diesem Sonntag flanieren die Besucher ganz entspannt an den Ständen der Antiquitätenhändler vorbei, kaufen alte Spitze oder Postkarten, essen moules frites (Muscheln mit Pommes frites) oder schlecken Eis. Am Ortseingang wird auf dem Womo-Stellplatz Boule gespielt.

Megalith-Monumente bei Carnac: Wo Obelix seine Hinkelsteine versteckt hat

Die Megalith-Reihen bei Carnac werden mit Zäunen vor den Besuchermassen geschützt, sehr viel eindrucksvoller wirkt tags darauf der einsame Tumulus von Le Bono oder das mit dem Boot von Larmor-Baden erreichbare Hügelgrab auf der Ile Gavarins. Diese Bucht ist Austern-Freunden ohnehin zu empfehlen.

Die Leibspeise der Bretonen: Galettes, dünne Fladen aus Buchweizenmehl

Auf der Heimfahrt machen wir ein letztes Mal Station in der Bretagne. Im Städtchen La Roche Bernard gibt es interessante Kunsthandwerker zu besuchen. Der gemeindeeigene Stellplatz liegt sehr ruhig direkt am Hafen und die köstlichen Crêpes und Galettes der Hafenkneipen muss man probiert haben.

Auf der Fahrt zurück locken zwei Kathedralen: Chartres und Reims. Zwar gibt es in der Bretagne wohl mehr Heilige als im übrigen Frankreich – 777 sollen es dort nämlich sein – aber wer sich für Sakralkunst interessiert, kommt im ganzen Land voll auf seine Kosten. Und einen der Heiligen mussten wir auf unserer zweiwöchigen Tour ganz bestimmt nicht anrufen: Saint Languis, den Heiligen gegen Langeweile.

Infos:

ATOUT FRANCE; Franz: Zentrale für Tourismus, Postfach 100128 6001 Frankfurt www.france.fr
Kostenloses WLAN ( WiFi) auf fast allen Campingplätzen und in vielen Restaurants.

Lage: Die Bretagne hat eine Fläche von 27.208 km². Die Grenze verläuft von Mont Saint Michel im Norden bis La Roche Bernard im Süden. Hauptstadt der 3.3 Millionen Bretonen ist Rennes, die höchste Erhebung mit 384 Metern in den Monts d’Arrée.

Anfahrt: Von Aachen über Paris bis zum Mont-St-Michel fallen auf rund 700 Kilometern für ein Wohnmobil rund 45 € Mautgebühren an. Von Basel über Paris nach Rennes fährt man etwa 820 km und zahlt rund 80 €. Auf Autobahnen beträgt die Höchstgeschwindigkeit 130 km/h, bei Nässe 110 km/h, auf Landstraßen 90/80 km/h. Für alle, die ihren Führerschein noch keine drei Jahre haben, gelten immer die bei Nässe vorgeschriebenen Maximalgeschwindigkeiten.

Übernachten: Der Parkplatz am Mont St-Michel kostet 20.60 €, man kann bis 24 Stunden stehen bleiben. Ein kostenloser Shuttlebus bringt die Besucher zum Klosterberg (Eintritt 9 €).

Im Text erwähnte Stellplätze:

Stellplatz Pointe de Corsen kostet ca. 4 € ohne, ca. 7 € mit Strom.

Stellplatz Locronan mit Toiletten aber ohne Strom, ca. 6 €.

Text und Fotos: Andrea Reck

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