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Campingreise Apulien Trabucco Gargano

Eine spätsommerliche Italienreise

zu den Campingplätzen

Mit dem Wohnwagen zum Gargano

Nach einer kühlen und verregneten Skandinavien-Tour im Frühsommer liegen für den Spätsommer all unsere Hoffnungen auf einem Wetter-Ausgleich südlich der Alpen. Einen richtigen Plan haben wir nicht – nur drei Eckpunkte sind festgezurrt: Besuch der Tochter nahe bei Genf, Treffen mit Freunden im Gargano und zum Abschluss ein Treffen mit der Familie unserer Tochter bei München.

Besonders freuen wir uns darauf, wieder mal die regionale Küche Italiens zu genießen.

Start in Köln

Wir starten zu Beginn der Nebensaison in der letzten Augustwoche aus der Kölner Ecke.

Jeder Camper kennt die ungehemmt strömenden Glückshormone im Augenblick des Anspannens: Reisefertig – tschüss – hurra - es geht wieder los (und außerdem: Große Jungs brauchen auch ein großes Spielzeug und der Rücken dankt es, wenn ihm die Fernbedienung für den Mover so einiges abnimmt).

Wohnwagen mit Mover

Erste Etappe: Karlsruhe - Mulhouse - Belfort

Die erste Etappe führt uns über Karlsruhe und Mulhouse nach Belfort. Camping L'Étang des Forges (FC010) ist ein idealer Etappenplatz und wird auch von internationalem Publikum gern so genutzt. Mit etwa 500 km auf der Autobahn bleiben trotz einiger Staus und der vielen Überholbeschränkungen auf der A5 noch ein paar Stunden, um die historischen Befestigungsanlagen zu besichtigen und durch Belfort-Downtown zu bummeln.

Nach einer schweißtreibenden Besichtigungstour bei noch hochsommerlichen Temperaturen lässt sich im Freibad wunderbar entspannen und sicher entschließt sich so mancher, noch einen Tag dran zu hängen.

Durch seine Lage in der Burgundischen Pforte hatte die Stadt lange Zeit eine große strategische Bedeutung. Belfort gilt den Franzosen als Symbol des nationalen Freiheits- und Kampfeswillens. Beim Rundgang durch die Stadt hat man einen Blick auf den von Frédéric Auguste Bartholdi geschaffenen Löwen von Belfort, welcher der heldenhaften Verteidigung der Citadelle Belforts im preußisch-französischen Krieg 1870/71 unter Colonel Denfert-Rochereau, auf dessen Denkmal man auf dem Place de la République stößt, gewidmet ist.

Unser erster Tag in Frankreich - Frankreichs Blumen geschmückte Städte und Dörfer begeistern uns immer wieder aufs Neue.

Belfort Brücke mit Blumenschmuck

Belfort: Fort de la Miotte

Vom Platz aus erkennt man das Fort de la Miotte, mit dessen Bau 1831 begonnen wurde und welches ein Teil der „Festung Belfort“ war. Von hier fiel der erste Schuss, als die Preußen gegen Belfort marschierten.

Aber - auch historisch - bedeutungsvoller ist die Citadelle de Belfort. Wir erreichen sie vom Campingplatz aus in ca. 20 Minuten zu Fuß – einen Stadtplan erhalten wir an der Rezeption, verlaufen uns aber natürlich trotzdem ein bisschen. Uff – ist das warm!

Es handelt sich in vielfacher Hinsicht um eine sehr interessante, historische Stätte, deren Besichtigung sich unbedingt lohnt. Sie symbolisiert heute den Geist des französischen Widerstandes. Die im Krieg 1870/71 von den Preußen belagerte Festung wurde nach mehr als hunderttägiger Belagerung erst auf Befehl der Zentralregierung aufgegeben und von den Preußen anschließend geschliffen. Es heißt, dass die heldenhafte Verteidigung ihre Belohnung darin fand, dass Belfort nach Kriegsende nicht dem Elsass zugeschlagen wurde, sondern Französisch blieb.

Belfort: Citadelle Zugbrücke

Eine weitere historische Bedeutung ist allerdings weit weniger bekannt: Meine erste eigenständige Auslands-Campingreise vor 55 Jahren mit meinem ersten Auto – einem blassblauen Lloyd400 - führte nämlich über Belfort. Mein Freund und ich haben unser kleines Zelt am Fuße der Citadelle aufgeschlagen und dort die erste Nacht unserer Tour verbracht (ja, damals ging so was). Leider kann ich den Platz nicht mehr so ganz genau lokalisieren – es fehlt ja auch eine Gedenktafel.

Wie wir zu spät feststellen, hätten wir auch für das Auto eine große Auswahl an freien Parkmöglichkeiten vorgefunden und sogar über diese schöne Zugbrücke ins Innere der Anlage fahren können.

Belfort Citadelle Zugbrücke

Doubstal und Höhen des französischen Juras

Für die Folgetage ist ein Besuch bei Tochter und Schwiegersohn angesagt. Sie wohnen in einem kleinen, französischen Ort nahe Genf. Wir meiden dieses Mal die Schweiz (nicht, weil wir sie nicht mögen oder die 80 CHF für 2 Vignetten zu teuer wären, sondern weil wir die Autobahn schon so oft gefahren sind) und wählen eine Route immer dicht entlang der Grenze auf französischer Seite. Gar nicht so einfach, dem Navi beizubringen, wo es lang gehen soll.

Man muss schon etwas Zeit mitbringen, aber es lohnt sich wirklich sehr. Es geht durch das Tal des Doubs und über die Höhen des französischen Juras mit eindrucksvollen Landschaften kräftig bergauf und bergab. Das ist mal eine etwas andere Route nach Italien, aber wer die Zeit hat sollte sie sich ruhig mal dafür nehmen.

Doubstal

Übernachtungsplatz in Neydens

Als Übernachtungsplatz haben wir uns den nahen Camping La Colombière (RA070) in Neydens ausgesucht - ein ideales Standquartier für die Erwanderung der umliegenden Bergwelt. Wenn man abends das zum Lüften abgestellte Schuhwerk vor den Wohnwagen und Zelten betrachtet ist klar, warum die Leute hier sind. Das Freibad erfrischt und das Restaurant bietet alles, um die Ressourcen für den nächsten Gipfelsturm wieder aufzufüllen; zum Beispiel mit einer kalorienreichen Tartiflette, dem Quasi-Nationalgericht der Haute-Savoie.

Auch im Winter, wenn der Platz geschlossen ist, werde niemand abgewiesen, sagt man uns. Der Platz hält einige Standplätze vor und eine heiße Dusche gibt es auch. Vielleicht führt der nächste Winter-Fluchtweg nach Andalusien nicht über Lyon, sondern über Neydens?

Camping Colombiere Neydens

Wanderung auf dem Plateau des Glières

Für den nächsten Tag schlägt unsere Tochter eine ausgedehnte Wanderung auf dem Plateau des Glières beginnend am Col des Glières mit dem Monument National de la Résistance vor. Das entlegene Plateau des Glières diente im II. Weltkrieg als Versorgungsbasis der Résistance; u. a. wurden hier von den Alliierten Versorgunsgüter und militärisches Gerät mit Fallschirmen abgeworfen. 1944 kam es zu einem erbitterten Kampf, der als erstes offenes Gefecht zwischen Kräften der Résistance und der deutschen Wehrmacht gilt. Das Denkmal erinnert daran.

Heute führen über das Plateau viele Wanderwege - im Winter Loipen.

Wanderung Gliers

Tartiflette: Eine Ode an den Reblochon-Käse

Auf der Rückfahrt legen wir eine Pause am Ostufer des Lac d'Annecy ein. Das Seeufer ist hier kilometerweit als öffentlicher Gratis-Badebereich gestaltet und viele Bars und kleine Restaurants laden mit Blick auf den See zum Verweilen ein. Nach so einer schönen, langen Wanderung tun ein oder auch zwei Bierchen so richtig gut.

Unsere Tochter wohnt schon viele Jahre hier und kennt die Region gut. Regionales Essen und Trinken interessiert uns alle – so kam das Gespräch schon vorab auch auf die Tartiflette – eine Ode der Haute-Savoie an den Reblochon-Käse. Aber weil meine Frau alles, was aus dem Euter der Kuh kommt, meiden muss, überrascht sie uns zum Abendessen mit einer Tartichevre (Rezept am Schluss des Berichts) - eine in der Region auch angebotene Variante mit Ziegenkäse. Dazu passt ein mit dem Wasser vom Genfer Hausberg „Mont Salève“ gebrautes, würziges Bier einer kleinen, örtlichen Brauerei.

Tartiflette mit Reblochon-Käse und Bier

Die gelbe „Crit' Air“

Erst vor zwei Jahren haben wir in einen neuen Diesel-Zugwagen mit Abgas-Hightech nach Stand der Technik investiert (glaubten wir zumindest). Ob ich nun an unseren inzwischen als üblen Stinker eingestuften Euro-6-Zugwagen demnächst eine blaue Plakette kleben darf oder muss, wird ja noch diskutiert. Frankreich ist der Zeit voraus. Grün bekommt nur, wer die ungewünschten Emissionen von der Straße zeitlich und örtlich woanders hin verlagert und zum Beispiel seinen Kraftstoff aus der Steckdose bezieht. Für unseren EURO-6-Diesel langt es nur für eine gelbe „Crit' Air“ der Stufe 2, aber mit der geht vorerst noch alles (online über die offizielle Homepage des französischen Umweltministeriums problemlos zu beziehen). Ob ich sie bei Grenoble – dort gibt es bereits eine solche Umweltzone - aktuell brauchen würde, ist für den Durchreisenden nicht so einfach heraus zu finden – also vorsichtshalber gekauft und an die Scheibe geklebt, zumal sich die französische Landkarte in Kürze mit vielen Zonentupfern verzieren wird.

Crit Air

Route Napoleon: Gap, Lac de Serre-Ponçon, Col de la Madeleine

Wenn der Spruch „der Weg ist das Ziel“ irgendwo seine Berechtigung hat, dann für die Strecke „N85/Route Napoleon – Gap – Lac de Serre-Ponçon - Col de la Madeleine“. Immer wieder begeistern wechselnde, sehr eindrucksvolle Landschaften, die leider wegen der seltenen Parkmöglichkeiten mit Gespann nur schwer digital zu verewigen sind.

Da gibt es einige lang gezogene Steigungen, bei denen das Kühlwasserthermometer schon mal die 90-Grad-Standardmarke etwas verlässt; aber keine Bange – nur etwas. Wir fahren die Route Napoleon in Gegenrichtung, wie der kleine, große Franzose sie auf seinem Marsch von Antibes am Mittelmeer von Elba kommend nach Grenoble genommen hat, um von dort wieder als Kaiser für immerhin 100 Tage in Paris Quartier zu nehmen, bevor man eine ausreichend weit entfernte Insel für ihn fand. Anlieger der Strecke der „Tour de France“ haben viel Spaß daran, ihre Dörfer mit einfallsreichen Dekorationen mit Tour-Bezug zu schmücken. Hier tragen die stilisierten Rennradler natürlich keinen 08/15-Fahrradhelm, sondern einen Napoleon-Zweispitz. Die Tour ist wohl längst zu Ende - aber die Erinnerungen daran stehen noch da (Fotos aus dem fahrenden Auto heraus sind leider nicht gelungen und Parkmöglichkeiten wurden nicht gefunden).

Route Napoleon

Piemont: Platz Il Melo in Peverango

Gegen 16:00 Uhr halten wir Ausschau nach einem geeigneten Aufenthalt für die Nacht, weil das eigentlich angepeilte Ziel Sanremo doch zu weit gegriffen war und entscheiden uns für den kleinen Platz Il Melo in Peverango im Piemont, auf dem wir in der Vergangenheit öfter mal Station gemacht haben und der uns über die Jahre irgendwie ans Herz gewachsen ist. Wir ziehen solche kleinen, persönlich geführten Plätze größeren (Stadt-)plätzen gerne vor, auf denen wir uns zwischen die Dauercamper klemmen müssten. Camping Il Melo bietet ein Freibad (nach alter, eigentlich überholter italienischer Sitte nie ohne Badekappe!!) und eine herrliche Aussicht auf das Bisalta Massiv. Zum Städtchen Peverango lohnt sich der Abendspaziergang von etwa 15 Minuten: Ein nettes Städtchen mit authentischen Restaurants und keine Touristenmetropole.

Camping il Melo

Colle di Tenda oder Tunnel?

Von Peverango geht es den direkten Weg – zunächst wieder durch Frankreich - nach Sanremo. Da gäbe es die Option der sicher sehr reizvoll zu befahrenden Passstraße über den Colle di Tenda mit seinen mehr als 50 Kurven. Ich liebe Passstraßen! Ob das etwas für mich und unser Gespann ist? Die Entscheidung wird mir abgenommen – für KFZ gesperrt. Also fahren wir durch den Tunnel, der im Wechsel zu befahren ist (Wartezeit bis zu 30 Minuten ist einzuplanen) und durch die felsigen Schluchten des Roya-Tales.

Tunnel Colle di Tenda

San Remo: Camping Villaggio dei Fiori

In San Remo haben wir uns den am westlichen Ortsrand gelegenen Camping Villaggio dei Fiori (LG115) ausgesucht. Beim Einchecken verlangt man ein kleines Darlehen in Höhe von 50 EUR in bar, mit dem eine Chipkarte gefüllt wird; zu verwenden bei Einkäufen und zum Öffnen der Pforte zum Strand (natürlich erhält man nicht verbrauchte Beträge zurück).

Wer die Wahl (zwischen Salzwasser-Pool und Strand) hat, hat die Qual: Wir entscheiden uns für die kleine Badebucht. Sie ist zwar nicht übertrieben attraktiv, aber das kristallklare Wasser ist sehr einladend.

Strand Camping Villagio di Fiorie

Heute bleibt die Camperküche kalt

Beim Schlendern über den Platz macht das Ristorante einen sehr positiven Eindruck und nach Studium der Speisekarte steht fest: Heute bleibt die Camperküche kalt. Frittierte Calamari mit einem gemischten Salat, gegrilltes Lamm mit Beilagen, dazu ein frischer, trockener Rossato, zwei grande birre alla spina und zum Abschluss due espressi – das alles mit ausgesprochen gutem Service und angenehmen Ambiente. Bezahlt wird mit der Chipkarte, aber es fehlen noch 30 Cent, die ich dazu lege. Erstauntes Gesicht des kassierenden Oberkellners, Gespräch desselben mit der Bedienung, verneinendes Kopfschütteln dieser und abschließendes Achselzucken des Oberkellners. Erst später gelingt mir für uns die Übersetzung: „Nanu - kein Trinkgeld!“ – „Gab es vielleicht einen Zwischenfall, war was nicht in Ordnung, gab es Beschwerden?“ - „Nein, rein gar nichts!“ – „Ja dann: Komische Deutsche. Erledigt“. Nicht überall kann meine Gewohnheit bekannt sein, das Trinkgeld in bar auf dem Tisch zu hinterlassen. Es war wirklich alles bestens und ich gebe meine Empfehlung sogar hier schriftlich zu Protokoll!

Eine neue Tastatur muss her

Vielleicht war ja das eine (oder waren es zwei?) Gläschen Wein am Wohnwagen nach dem Essen im Restaurant doch zu viel – auf jeden Fall landen einige der edlen Tropfen auf – und viel schlimmer - in der Tastatur des Laptops, welche sich danach im Dauerrausch befindet. Ohne Laptop kann ich diesen Bericht doch nicht schreiben. An der Rezeption erklärt man mir, wo ich einen großen Computerladen finde, der sicher auch eine externe Tastatur führt – im nur ca. 10 km entfernten Arma di Taggia. Um dorthin zu gelangen, fahren wir im verwinkelten Sanremo wirklich um jede Ecke – das Navi will es so und die Stadtbesichtigung fällt so als Nebenprodukt ab.

Computer Tastatur

Ligurien: Camping Aqua Dolce in Levanto

Wir bleiben noch in Ligurien - Levanto ist unser nächstes Ziel. Hier haben wir uns den Platz Aqua Dolce (LG420) ausgesucht, weil er so günstig zum Strand, zur Schiffsanlegestelle und zu Levanto-Downtown liegt. An den Tresen der Rezeption haben sie einen Zettel mit unheilvoller Botschaft geklebt: „completto“. Damit haben wir in den letzten Tagen des August nicht gerechnet. Eine junge Signora beherrscht das Management des Gewurschtels der Ankommenden, Abfahrenden, nur wenden Müssenden (zum Beispiel wir) und Falschparker im engen Eingangsbereich perfekt und drückt uns noch einen Zettel mit der Wegeskizze zum Alternativplatz in die Hand: „Provate“.

Eine Bekanntschaft der italienischen Art

Wenige Meter vor Camping Pian di Picche (LG425) erwischt uns dann noch eine kurze, unsanfte Bekanntschaft der italienischen Art. Einem kleinen, dunkelblauem PKW sind unsere 50 km/h viel zu langsam, also überholt er trotz Gegenverkehr mit der hier üblichen Durchschnittsgeschwindigkeit von gefühlten 80 km/h und schert notgedrungen sehr knapp ein – rums, Spiegel dahin - um mit noch mehr Gas aus dem Blickfeld zu entschwinden. Ich bin ihm ja so dankbar, dass er sich mit dem Zusatz-Spiegel begnügt und den Kotflügel ungeschoren lässt. Hoffentlich ist ihm dabei vor Schreck wenigstens sein Smartphone vom Ohr gefallen und zu Bruch gegangen.

Zerbrochener Rückspiegel

Platz ist auf der kleinsten Parzelle

Die freundliche, deutsch sprechende Rezeptionistin von Camping Pian di Picche wiegt zunächst sehr bedenklich ihr Haupt und wird aber zuversichtlicher, als wir nur Platz für 2 Übernachtungen anfragen. Nach einem Blick in die Bücher dann Erleichterung – wir können bleiben und sind zufrieden.

Auf italienischen Campingplätzen ist es nicht unüblich, Standplätze so zu bemessen, dass man sich auf ihnen nicht verlaufen kann. Das kennen wir und es stört uns nicht besonders - ist doch sehr gemütlich.

Standplatz Camping Aqua Dolce

Erkundung der Cinque Terre

Cinque Terre ist natürlich der Grund, weshalb hier noch so viel los ist. Diese fünf Orte - vor sehr langer Zeit einsam gelegen und nur von See her zu erreichen - besucht der Tourist heute auf einem der zahlreichen Wanderweg zu Fuß, mit der Bahn oder per Schiff. Wir entscheiden uns für die traditionelle Form von See her. Alle notwendigen Informationen – vor allem den Fahrplan - finden wir bei der Rezeption; auch den Tipp, eher etwas früher an der Ablegestelle zu sein, weil die Kapazität des Schiffes begrenzt sei. Wie Recht sie hat.

Vom Platz zur Anlegestelle rechnet man bequeme 30 Minuten – eine Pause in einem der zahlreichen Cafés oder Bars am Wege bietet sich an (dann dauert es eben etwas länger :-).

Der Wetterdienst hat uns wohl strahlende Sonne versprochen – aber gut, dass wir die Regenschirme trotzdem in den Rucksack gesteckt haben. Wir hätten auch besser einen wärmenden Pullover einpacken sollen – die Italiener haben; auch wärmende Regenjacken. Haben sie einen anderen, besseren Wetterkanal? Unsere Stimmung sinkt recht deutlich. Punkt 10:00 Uhr laufen wir von der Anlegestelle unterhalb von Camping Aqua Dolce aus.

5 terre Auslaufen

Landgang in Manarola

Nach kurzer Zeit ist die gute Laune wieder da – die Sonne lacht und mollig warm ist es auch wieder. Erster Landgang in Manarola.

Von der Einsamkeit dieser Cinque Terre wird der Tourist wenig spüren – wir eigentlich gar nichts. Wer nicht weiß, was Massentourismus bedeutet – hier kann er Anschauungsunterricht nehmen (aber uns ist schon klar- wir sind auch ein Teil davon).

Manarola

"Drosselgasse" auf Italienisch

Jeder Ort hat seine „Drosselgasse“ – hier führen sie halt andere, wohlklingende Namen wie zum Beispiel „Via Renato Birolli“. Nichts übrigens gegen italienisches „Fingerfood“ – eine reichlich gefüllte Tüte frittierter Calamari – sehr lecker und empfehlenswert. Ermattet vom vielen Herumlaufen in der Sonne bei 30 Grad sind wir etwas zu früh an der Anlegestelle. Ein kühles Bier aus einer kleinen Bar macht das Warten angenehm.

Eigentlich wollten wir einen der Orte auslassen – weil wir aber nicht aufpassen und ein Schiff in der verkehrten Richtung erwischen, wird die Sammlung doch komplett.

Drosselgasse

Porto Venere mit seiner malerischen Kulisse

Den südlichen Abschluss des Tages bildet Porto Venere mit seiner malerischen Kulisse bei der Einfahrt.

Die Schiffe fahren im Pendelverkehr und wer möchte, kann auf allen angefahrenen „Terre“ Station machen. Die Fahrt mit dem Schiff ist sicher die beste Möglichkeit, sich einen Eindruck von allen fünf Orten zu verschaffen. Ein ausgefüllter Tag - uns hat es gefallen.

Porto Venere

Weitblick und Küchengeheimnis

Die Strecke bis zum Gargano teilen wir noch in zwei Etappen auf. Camping Le Soline (TO960) in Casciano di Murlo überrascht uns mit einem weiten Panoramablick auf toskanische Landschaft. Hier herrscht – ganz anders als in Levanto - schon echte, ruhige Nachsaison und wir können uns per ADAC CampCard preiswert einbuchen.

Zum Platz gehört eine bodenständige Pizzeria/Ristorante. Hier stört sich niemand am wohlerzogenen Vierbeincamper unter dem Tisch. Aus den Maremmen kennen wir die Crema di ceci e moscardini, die meine Frau daheim ausprobiert hat und gern mit dem Original vergleichen würde. Steht aber nicht auf der Karte. Da probieren wir eben Calamari à la Soline.

Panorama Toskana

Eine sehr gute Wahl und gern hätte meine Frau - immer an neuen Varianten interessiert - das Rezept erfahren, aber der Koch beruft sich charmant lächelnd auf sein Küchengeheimnis (doch der Kellner flüstert meiner Frau heimlich und sehr verschwörerisch ins Ohr, das Rezept einfach im Internet zu suchen :-). Auch dafür bekommt die hier so freundlich servierte, authentische Toskana-Küche einen Stern von uns.

Das süße Nichtstun auf Camping Le Soline

Zum Ort Casciano di Murlo sind es nur 10 Fußminuten. Klein aber fein und in der Nebensaison alles andere als überlaufen.

Eigentlich gehört auf diesem Platz das nahe Siena zum absoluten Pflichtprogramm. Aber weil wir dieser schon mehrfach nachgekommen sind, entscheiden wir uns für ein dolce far niente.

Wer in der Nebensaison einfach nur den Wunsch nach Ruhe und Entspannung in reizvoller Umgebung hat – hier ist er gut aufgehoben.

Soline dolce far niente

Wetterkapriolen

An die Regenmassen, welche am Samstag zum vorübergehenden Abbruch der Formel 1-Quali in Monza führen, werden wir nur durch ein entferntes Gewittergrollen erinnert. Aber der Morgen danach ist kühl, verhangen und es regnet auch etwas.

Cologna Spiaggia: Camping Stork

Wir queren den Stiefel durch die Toskana, Umbrien und die Marken, um auf Camping Stork (AB335) in Cologna Spiaggia an der Adriaküste einzuchecken. Im südlicheren Italien ist die Saison oft sehr kurz. Camping Stork schließt schon zum Wochenende und so ist die Standplatzauswahl schier unbegrenzt. Eigentlich schade, denn der Platz bietet für nur 17 EUR per ADAC CampCard noch alles an – von der abendlichen Gästeunterhaltung über das Lädchen bis zur Strandbar. Aber man muss schon etwas aufpassen und zum Beispiel die Rufe der Mitarbeiter „occupato?“ beim Durchgang durch die Sanitärgebäude ernst nehmen – nur mein lauter Gegenruf „si, occupato“ verhinderte wahrscheinlich, im kurz darauf für die Winterruhe verrammelten Sanitärgebäude gar elendig zu verdursten oder zu verhungern.

Camping Stork in Cologna Spiaggia

Ein Tag am Strand

Das Wetter hat sich am nächsten Morgen schon berappelt – ein idealer Strandtag, der auch so genutzt wird. Vor den Schirmen am Strand ist noch Platz für unseren – meine ich. Aber schnell eilt ein junger Mann herbei und erklärt uns sehr höflich, aber bestimmt, dass er diesen Strandteil gepachtet habe und wir uns bitte auf dem freien Teil rechts oder links davon einrichten möchten. Ist ja kein Problem –machen wir.

Der Strand vor dem Platz steht typisch für einen italienischen Touristenstrand: Vermietete Strandbereiche mit kostenpflichtigen Liegen/Schirmen (aber hier noch gemäßigt), ein freier Strand (oft minimaler als hier), das obligatorische, rote „Salvataggio-Boot“ und die allgegenwärtigen Anbieter von Taschen, Sonnenbrillen und anderem völlig Unverzichtbarem.

Strand Camping Stork

Gargano

Nur noch wenige Stunden auf der Adriatica bis zum Camping Manacore Internazionale (PU185), den wir schon oft zum Ziel gemacht haben. Unsere Freunde – die hier seit vielen Jahren wie viele andere Stammgäste ein paar Wochen „Herbsturlaub“ verbringen - haben uns schon angekündigt und einen Standplatz frei gehalten. Schnell ist aufgebaut, Badehose an und ab zum schönen Sandstrand der Bucht, der uns immer so begeisterte.

Schirm mit Liegen inklusive

Oh je – was ist hier nur passiert: Nahezu der gesamte Strand ist dieses Jahr mit Liegen und Schirmen gepflastert. Vor vielen, vielen Jahren genügte dem Krabbelkind am Strand ja eine gute Sonnencreme – heute braucht es seinen eigenen Sonnenschirm, wenn es mit nassem Strandsand eine Kleckerburg probieren möchte. Hier muss es ohne gehen – die Platz-Schirme dulden keine anderen Schirme neben sich und das wird auch durchgesetzt. Das mögen wir und viele andere deutsche Camper überhaupt nicht – die Italiener sehen das aber wohl anders. Sei es drum – auch uns wird ein Schirm mit Liegen zugewiesen (das ist inkl. und der „Schirmausweis“ ist zur Vermeidung von Auseinandersetzungen stets mitzuführen, wie man uns erklärt) und wir gewöhnen uns notgedrungen an das neue Strandgefühl. Immerhin - das Wasser lockt bei strahlend blauem Himmel mit noch 24 Grad wie eh und je - das ist die Hauptsache (und dem Vernehmen nach will man das mit den Schirmen wieder reduzieren).

Schirme und Liegen auf Camping Manacore Internazionale

Malerische Reize

Der weite, feinsandige Strand vor dem Platz eignet sich ideal für Familien mit kleineren Kindern. Er fällt sehr sanft ab und bildet im flachen Wasser noch einmal eine schmale Sandbank, die gern für Spaziergänge von einem Ende des Strandes zum anderen genutzt wird.

Beide Seiten der Strandbucht werden von felsigen Kaps mit den traditionellen Fischfangvorrichtungen des Garganos, den trabucchi, eingefasst, die auch heute noch gelegentlich zum Fischfang verwendet werden. Sie geben der Bucht einen ganz besonderen, malerischen Reiz. Und so bevorzugt meine Frau die dazu wortwörtlich passende analoge Technik, Gesehenes im Bild fest zu halten.

Malen der Fischfangvorrichtung Trabucchi

Trabucchi

Anders als früher konnten wir eines der trabucchi in Betrieb beobachten. Ob da nun tatsächlich den Fischen nachgestellt wird oder ob es sich um eine Demonstration für die Touristen handelt, ist nicht eindeutig zu ergründen. Es gibt aber eine auffallende Koinzidenz zwischen den Auftauchen der Netze und vorbeifahrenden Touristenbooten, die hier von Kap zu Kap schippern. Als ich mich auf den Weg mache, um das raus zu kriegen, komme ich zu spät. Das Netz ist abgesenkt und die Hütte verschlossen. Und als ich am nächsten Morgen den Fischverkäufer am Platz frage, ob seine Fische wohl mit dem trabucco gefangen wären, lacht er und meint: „si, tutti“. Dann stellt sich aber heraus, dass seine Antwort meiner in recht rudimentärem Italienisch vorgebrachten Frage geschuldet war – tutti mit eigenen Netzen gefangen – si; aber nicht unbedingt per trabucchi.

Trabucchi

Restaurant mit Kultstatus

Camping Manacore Internazionale bietet als „Vollplatz“ alles, was der Camper begehren könnte: Großes Freibad, diverse Einkaufsmöglichkeiten vom Supermarkt über Obst und Gemüse bis zum fangfrischen Fisch jeden Morgen, Beautyshop, viele Sportmöglichkeiten, Animation, Pizzeria, Ristorante u. a. Obschon der Platz der Saison entsprechend nur noch wenig belegt ist, wird noch alles angeboten. Wir haben unsere „Tests“ aber auf den Strand, den Laden und das Ristorante beschränkt.
Apropos Ristorante: Fußläufig nicht weit vom Platz gibt es das Texas, welches bei unseren Freunden und uns Kultstatus genießt und ein Besuch zum Pflichtprogramm gehört, auf welches wir uns lange vorher freuen – nicht zuletzt wegen der wunderschönen Lage und stimmungsvollen Atmosphäre. Eröffnet wird immer mit einer zuppa di cozze - das gehört zum Kult.

Restaurant Texas

San Felice: Traumhafte Bucht

So schön das faule Leben auf dem Platz und am Strand des Platzes selbst ist – hin und wieder muss man sich unbedingt losreißen, um die Schönheit des Garganos zu erfahren. Das machen wir auch immer wieder – zum Beispiel einen Ausflug über Vierte hinaus Richtung Manfredonia mit einem traumhaften Küstenabschnitt bei der Bucht San Felice.

San Felice

Ausflug nach Vieste

Nach Vieste selbst ist es nicht weit - 20 Minuten mit dem Auto. Parken unterhalb der Stadt ist in dieser Jahreszeit kein Problem mehr. Nur noch selten sieht man in der Nebensaison die sonst auf allen Parkplätzen Italiens anzutreffenden freundlichen, selbstlosen Helfer, welche einem das Parken erleichtern wollen. Das Geschäft lohnt jetzt nicht mehr. So geht man lieber selbst die paar Schritte zum Parkautomaten und ist dann auch sicher, einen Zettel hinter der Windschutzscheibe zu haben, den die Parkaufsicht kennt und akzeptieren muss.

Vieste

Fischerdorf mit Tradition

Das auf einer Halbinsel erbaute Vieste ist ein früheres Fischerdorf mit einer langen Geschichte. Im Stadtkern ist der mittelalterliche Charakter noch sehr gut erhalten. Immer wieder musste sich die Stadt gegen Angriffe verteidigen - die vielen Wachtürme entlang der Küste konnten nicht verhindern, dass die Türken 1554 tausende Einwohner verschleppten und einige hundert köpften, wovon ein Fels im Stadtzentrum zeugt.
Heute ist Vieste eine Stadt zum Ausgehen, Bummeln und Shoppen. Viele Geschäfte bieten Regionales an. Niemand fährt ohne einen Strauß getrockneter Peperoni, ein Glas eingelegter Tomaten, eine Flasche Olivenöl oder ein handgeschnitztes Küchenuntensil heim. Auch entlang der Straße Vieste – Peschici finden sich mehrere Stände mit solchen Angeboten. Einem alten Holzschnitzer kann man bei seiner Arbeit zuschauen und hat so die Gewissheit, keine Fernostware teuer einzukaufen.

Vieste Einkaufsstrasse

Foresta Umbra: Der „schattige“ Wald des Gargano

In der Nachsaison wird es selten so heiß, dass man der Hitze mal entfliehen muss - aber einen Abstecher in den „schattigen“ Wald des Gargano, die Foresta Umbra, wird man trotzdem unternehmen. Die Foresta Umbra gehören zum parco nazionale del Gargano und erinnern mit ihrem alten Buchenbestand an den deutschen Spessart.

Es gibt viele Wandermöglichkeiten - teils anstrengende Touren, aber auch eher Spazierwege. Und natürlich finden sich auch Möglichkeiten, einen etwa erlittenen Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.

Foresta Umbra

Bagger marsch

Für den angedachten letzten Tag unseres Aufenthaltes warnen die Wettervorhersagen vor anhaltendem Gewitter mit dazu gehörigem Starkregen. Die Platzleitung nimmt die Warnung ernst und baggert den erwarteten Wassermassen einen Weg ins Meer frei.

Wir nehmen sie auch ernst und machen aus dem letzten Aufenthaltstag den ersten Rückfahrtag.

Bagger am Strand

Rückreise

Die Wetterfrösche behalten Recht. Auf der Autobahn bremsen Regenfluten das Tempo gefühlt stundenlang auf 40 km/h. Viele italienischen Autofahrer warten in den SOS-Buchten auf ein Nachlassen des Regens und ahnen wohl nicht, dass es heute nicht nur um 10 Minuten geht. Wir fahren – wie alle anderen, welche die Fahrt fortsetzen - mit eingeschalteter Warnblinkanlage (sicher nicht der italienischen StVO entsprechend, aber wirkungsvoll) - etwas weiter als geplant und landen auf Camping Fano (MA135) bei Fano. Weil es bei der Ankunft immer noch schüttet und der Sturm die Gischt über den Zaun zum Strand treibt, halten wir etwas Abstand von den schönsten Standplätzen direkt am Strand.

Fano Camping

Zwischenstop in Fano

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne wieder und wir fahren erst mal das kurze Stück nach Fano und schauen uns etwas um. Fano blickt auf eine lange Geschichte zurück und gründet sich auf das römische Fanum Fortunae, so genannt nach einem Tempel der Göttin Fortuna, von welcher der Stadtheilige San Fortunato im Laufe der Zeit das Beschützeramt übernahm.

Beim Bahnhof fallen zunächst die gut erhaltenen Stadtbefestigungen ins Auge.

Fano Befestigungen

Fano teatro

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gruppieren sich um die Piazza XX Settembre. Viele Straßen und Plätze Italiens sind nach diesem Datum bemannt. Mit der Besetzung Roms im Jahre 1870 und dem Ende der weltlichen Macht der Kirche wurde der Schlussstein für die italienische Einigung gesetzt.
Wir umrunden die Piazza mehrfach auf der erfolglosen Suche nach einem freien Parkplatz und stellen unser Auto schließlich weit entfernt in einer zeitlich eng befristeten Parknische ab. Als wir die Piazza schließlich nach einem längeren Fußmarsch erreichen, wird klar, warum alle Parkmöglichkeiten vergeben sind: Markt auf allen Plätzen und den Straßen drum herum. Aus der geplanten Fotostrecke rund um die Piazza wird nichts - auch wenn das teatro della fortuna die Stände überragt

Fano teatro

Auf der Rückfahrt lernen nur noch was über die Spritpreise. Da wirbt eine Tanke mit dem hier günstigen Preis von 1,409 EUR/l Diesel und der Tank ist fast leer. Also pieno, prego. Und als ich mit 1,54 EUR/l zur Kasse gebeten werde lerne ich, dass der niedrige Preis nur für Selbstbedienung gilt und wenn der Tankwart da ist, gibt es das nicht. Logo – steht auch sicher auch irgendwo angeschrieben.
Uns gefällt es hier so gut, dass wir hier noch einen Tag dazu nehmen: Einfach nur einen schönen Sommertag am Strand des Campingplatzes genießen, der das Saisonende deutlich signalisiert. Wir schauen zwei kleinen Mädchen zu, die eine große Sand-Burganlage bauen. Leider finde ich keinen Vorwand, mit zu buddeln …

Fano Strand

Spaghetti Amici aus der Camperküche

Das Camping-Ristorante öffnet leider nur noch am Wochenende – so muss die Campingküche noch einmal zeigen, was sie kann: Spaghetti Amici gibt’s. Einfach ausgelassene Schinkenspeckwürfel auf die al-dente-Spaghetti – fertig. Eine italienische Hausfrau hat uns mal den Zusatz amici für Speisen so erklärt: Einfach und schnell, aber gut – eben für gute, alte Freunde, denen man nicht mehr mit „großer Küche“ imponieren muss.

Camping Vacanze San Marino

Letzter Stopp im warmen Italien ist Camping Vacanze San Marino (ER995). Auch wenn der deutsche Tourist hier eher eine Etappe einlegen wird, um sich diese kleine Republik anzuschauen, steht das Vacanze im Platznahmen zu Recht: Freibad, Laden, Restaurant - alles da.
Hat man in der Nähe der Altstadt der Cittá einen Parkplatz gefunden, wandert man die Straße aufwärts zum Eingang und achtet unbedingt die Autorität der Uniformierten dort, welche entscheiden, ob die Straße gequert werden darf, oder nicht. Ich entscheide selbst, erhalte einen sehr ernsthaften Rüffel in perfektem Englisch und bin dankbar, dass er keine Handschellen zückt.
Der Ausblick auf die weite Landschaft ist grandios - bei guter Sicht ist Rimini zu erkennen.

San Marino Panorama

San Marino Citta

In den verwinkelten Gassen reiht sich Geschäft an Geschäft, wie das überall ist, wo sich die Touristen drängen.

Wir müssen uns nun vom noch immer sommerlich-warmen Mittelmeer-Italien verabschieden und nehmen Kurs auf Deutschland.

San Marino Citta

Camping Gamp in Klausen

Auf der Brennerautobahn herrscht dichter Verkehr. Würde die Einhaltung des Überholverbots für Gespanne kontrolliert, flössen viele, viele Euro aus dem Geldbeutel deutscher Camper in die italienischen Staatskassen.

Wir entscheiden uns für den kleinen Platz Camping Gamp (ST225) in Klausen. Wir werden freundlich empfangen und man hat auch noch ein Plätzchen mit schöner Aussicht auf das Kloster Säben für uns. Wir sind vom Sommer in den Herbst gefahren – für das Schwimmbad ist es zu kühl.

Camping Gamp in Klausen

Klausen: „Gassel-Törggelen“

Zum Ort sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Uns gefällt er gut: Ein paar nette Restaurants und Läden, aber alles nicht touristisch überkandidelt. Man bereitet sich auf das „Gassel-Törggelen“ ab kommendem Wochenende vor - da wird es ohne Reservierung hier wohl keinen freien Standplatz mehr geben.

Klausen Gassen

Über den Brenner

Über Nacht wird es empfindlich kühl und als wir den Brenner erklimmen, präsentieren sich die Berge weiß gezuckert. Aber Winterreifen brauchen wir noch nicht.

Blick auf Brenner

Campingplatz Seehamer See

Laut Wettervorhersage wollte Petrus uns bei unserer Ankunft in Deutschland eigentlich noch mal sehr deutlich machen, wie richtig es war, ein Ziel südlich der Alpen zu wählen. Hat er aber gar nicht - im Gegenteil. Bei Ankunft auf dem Campingplatz Seehamer See (SBN670) strahlt die Sonne und es ist angenehm warm. Wir sind öfter mal in der Münchner Gegend und haben diesen Platz für uns entdeckt, wenn der Thalkirchener Stadtplatz Winterruhe hat oder uns wegen der Wiesn (wie jetzt) zu stressig ist. Wir haben einen guten Schlaf - die nahe Autobahn hat uns nie gestört. Weil der Regen der vergangenen Tage den Rasen-Standplätzen arg zugesetzt hat, weist uns der um einen launigen Spruch nie verlegene Platzwart professionell im vorderen Bereich des Platzes ein. Unsere Tochter muss noch ein bisschen arbeiten und die Enkel müssen noch das Ende des Unterrichts abwarten - da genießen wir noch eine Weile das schöne Wetter.

Campingplatz Seehamer See

Das Wochenende verbringen wir mit der Familie unserer Tochter. Minigolf muss ich noch üben, aber beim Bowlen kann ich durchaus mithalten :-).

Nach 7 Stunden auf der Autobahn steht unser Wohnwagen wieder vor der eigenen Hütte.

Sonstiges

Seit wir nicht mehr an die Schulferien gebunden sind, fahren wir ausschließlich in der Nebensaison; Italien war mehrfach das Ziel. Natürlich gibt es auch am Mittelmeer keine Wettergarantie - bisher aber hatten wir immer Glück. Ende August bis Ende September/Mitte Oktober ist für uns die ideale Reisezeit: Luft und Meerwasser sind noch sommerlich warm, kein Trubel mehr, aber auch noch nicht alles auf Winterruhe umgestellt. Die Preisunterschiede italienischer Campingplätze von Hochsaison zu Nebensaison sind außerhalb der Germanenkolonien enorm.
Die Meteorologen definieren einen Sommertag ab 25 Grad. So betrachtet gab es nur 2 kleine Ausrutscher - da waren wir aber einen guten Teil des Tages ohnehin auf der Straße. Die Wassertemperaturen hielten sich ebenfalls noch auf sommerlichem Niveau.

Der Nachbarjunge, der mit der Hausbetreuung sein Taschengeld aufbessert, berichtet von seinen Problemen beim Rasenmähen. Es habe ja nur geregnet. Das hören wir gern, denn dann haben wir ja alles richtig gemacht.

Fazit: Es hat alles gepasst - wir sind wieder rundum zufrieden.

So sind wir gefahren

1 – Köln/D

2 – Belfort/F (500 km)
A3 => A67 =>A5 => A36 Richtung Mühlhausen => Belfor / Camping International L'Étang des Forges (FC010), 1 Übernachtung

3 – Neydens/F (290 km)
A36 => D53 => D438 => D437 => D47 => D437 => N5 => D991 => D1508 => A40 => D1201 => D178 => Camping La Colombière (RA070), 2 Übernachtungen

4 –Peveragno/I (420 km)
A41 => N85 Route Napoleon => N94 => D954 => D900 => SS21 => SP21 => SP5 => Camping Il Melo (1 Übernachtung).

Reiseroute

 5 – Sanremo/I (111 km)
SP5 => SP21 => E74/SP259 => E74/D6204 => SS20 => E80 => Camping Villagio die Fiorie (LG 115, 2 Übernachtungen)

6 – Levanto/I (221 km)
A10 => A12 =>SP566dir => Camping Pian di Picche (LG425), 2 Übernachtungen.

7 – Casciano di Murlao/I (250 km)
S566dir => A12 => A11 => A1 => SS223 => SP23 => Camping Le Soline (TO560), 2 Übernachtungen.

8 – Cologna Spaggia/I (340 km)
SS223 => E78/SS73 => A1 => SS75 => SS77var mit der vielen Tunnel => Adriatica A14 => Camping Stork (AB335), 2 Übernachtungen

9 – Manacore/Peschici/I (260 km)
A14 => SS693 => SP528 => SS89 => SP52 => Camping Manacore Internazionale (PU185), 6 Übernachtungen.

10 – Fano/I (430 km )
A14 Adriatica => Camping Fano (MA135), 3 Übernachtungen

11 - San Marino/RSM (70 km)
A14 Adriatica => SS72 => Camping Vacanze San Marino (ER980), 1 Übernachtung

12 - Klausen/I (451 km)
SS72 => A14 => A1 => A22 => SP142 => Camping Vacanze San Marino (ER980), 1 Übernachtung

13 - Seehamer See/D (220 km)
A22 => A13 => A12 => A93 => A8 => Campingplatz Seehamer See (SBN670), 2 Übernachtungen

14 - Daheim/D (620 km)
A8 => A99 => A9 => A3.

Rezepte für im Text erwähnte Gerichte

(immer für 2 Personen)

Haute-Savoie – „Tartiflette“/“Tartrichevre“:

Etwa 200 g fest kochende Kartoffeln und 1 große Schalotten in Scheiben schneiden. Ca. 50 g gewürfelten Schinkenspeck kurz anbraten. Eine Auflaufform mit Knoblauch ausreiben und die Kartoffeln, Schalotten und den Schinkenspeck schichtweise in die Form geben. Jede Schicht mit wenig Salz und Pfeffer würzen und mit einem Schuss trockenen Weißwein (oder Hühnerbrühe) begießen. 1/4 Roblochon-Käse (man kann auch einen geeigneten Ziegenkäse verwenden – Foto - , ggf. zusätzlich etwas Ziegenfrischkäse auf die Schichten geben) halbieren und oben drauf legen. 40 - 45 Minuten bei 200 Grad im Backofen garen.

Toskana - „Crema di ceci e moscardini“:

Etwa 150 g Kichererbsen über Nacht einweichen und am nächsten Tag mit wenig Wasser ca. 40 Min. weich kochen. Pürieren. Rosmarin und eine Knoblauchzehe in etwas Olivenöl anbraten, den Erbsenbrei dazu geben und einige Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Während dessen ca. 150 gr. kleine Tintenfische („Moscardini“; ersatzweise auch Tintenfischringe – Foto) in etwas Olivenöl und Knoblauch braten. Ebenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Erbsenbrei in einen tiefen Teller füllen und die Tintenfische oben drauf. Dazu geröstetes Weißbrot.

Crema di ceci e moscardini

Toskana - Tintenfisch auf Brot:

300 g Calamari, 300 g Tomaten, einige Kapern, 1 Löffel Tomatenmark, 1 Knoblauchzehe, 1 Zwiebel, etwas Thymian, ein Lorbeerblatt, Olivenöl, 50 g schwarze Oliven ohne Kern, 1 kleine Peperoni, Salz, Pfeffer, 4 Weißbrotscheiben.
Tintenfisch und Oliven in Ringe schneiden. Knoblauch, Zwiebeln und Peperoni klein hacken und in Olivenöl anschwitzen. Tomatenmark dazu geben und kurz köcheln lassen. Die Tintenfischringe untermischen, Tomaten, den Thymian und das Lorbeerblatt dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwa eine halbe Stunde leicht köcheln lassen. Kapern und Oliven dazu geben, nochmal etwas köcheln lassen und abschmecken, ggf. noch einen Schuss Olivenöl und trockenen Weißwein dazu. Angeröstete Weißbrotscheiben (ggf. mundgerecht zugeschnitten) in einen Teller legen und ein gute Portion darauf geben; mit weitere Brotscheiben garnieren.

Calamarie auf Brot

Text und Bilder von Eberhard Schnell

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