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Camper unter Bäumen

Kultur Camping in Oberschwaben

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Bei der Urlaubsplanung nicht allzu weit in die Ferne zu schweifen, kann sich auch für kulturinteressierte Camper lohnen. Auf der Oberschwäbischen Barockstraße lassen sich eindrucksvoll barocke Architektur und unberührte Natur erkunden. Eine Reise mit dem Wohnmobil.


Bilderbuchlandschaft. So einfach wie treffend lässt sich in Worte fassen, was sich vor dem Panoramafenster des Wohnmobils auftut: sanfte Hügel, hübsche Dörfer, Fachwerkhäuser und immer wieder mächtige Klöster und Kirchen, die von Tradition zeugen. Selbst als auf- und abgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts kann man leicht nachvollziehen, dass die Ahnen ehrfürchtig schwärmten vom „Paradies auf Erden“ oder dem „Himmelreich des Barock“, wenn sie sich einem Wallfahrtsort näherten oder aus den üppigen Gemälden in den Gotteshäusern ganze Geschichten lasen. Oberschwaben gilt als Hochburg des -Barock, der auch ein Manifest gegen den kühlen, klaren Baustil der Reformierten war.

Haus, See und Bäume

Die Menschen sollten von der Schönheit der Gotteshäuser mit üppigen Formen und lebendigen Farben ergriffen werden. Sakrale und weltliche Bauwerke übertrafen sich in ihrer Ausgestaltung, weil in den einst kleinen Territorien jeder Landesherr etwas besonders Schönes sein Eigen nennen wollte. Wer damals als Baumeister oder Künstler Rang und Namen hatte, trug dazu bei, dass zwischen Ulm und Bodensee, Kempten und Konstanz eine Vielzahl architektonischer und künstlerischer Kostbarkeiten entstand. Etwa Johann Baptist Zimmermann. Er schuf die imposanten Deckengemälde der Wallfahrtskirche Steinhausen, die als Hauptwerk der Wessobrunner Schule gilt und von den Einheimischen liebevoll „schönste Dorfkirche der Welt“ genannt wird.

Allgäu und Schwäbische Alb sind ideal für Wohnmobilisten
Seit mehr als 50 Jahren verbindet eine Ferienstraße die bedeutendsten Orte des oberschwäbischen Barock. Längst erfreut sie nicht nur Kulturbegeisterte. Allein die Natur lohnt es, dem pausbäckigen gelben Engelchen auf grünem Grund zu folgen. Und die Infrastruktur zwischen Allgäu und Schwäbischer Alb macht es Wohnmobilisten leicht, dies zu tun: Stellplätze sind ortsnah, gut ausgebaut und bequem zu erreichen. Bisweilen gibt es zur schönen Lage auch extra Zuckerl, wie etwa die Ermäßigung beim Besuch der örtlichen Therme auf dem großzügig angelegten Platz in Bad Waldsee. Überhaupt bietet sich im Thermenland Oberschwaben der Besuch eines Bades an. Ebenso die Stipvisite zu lokalen Erzeugern, deren typisch schwäbische Produkte die Reise auch kulinarisch gelungen machen.

Herrenmühle

In Oberschwaben ist die Seele ein knuspriges Gebäck
Die Seele ist eines davon – ein knuspriges Dinkelgebäck, das einem kurzen Baguette gleicht und bei keinem schwäbischen Frühstück fehlen darf. Wer es daheim nach-backen möchte, der sollte unbedingt einen Halt in Aulendorf einplanen.



Seit 1606 klappert unterhalb des mächtigen Schlosses die Mühle. In fünfter Generation betreiben die Vogels inzwischen die Herrenmühle, die heute die letzte von Hunderten mahlender Kleinmühlen im Kreis -Ravensburg ist.
Dass Aulendorfs ältester Handwerksbetrieb dem Mühlensterben der Nachkriegszeit trotzen konnte, liegt am Fleiß und der Leidenschaft der Vogels für das Müllerhandwerk. Und daran, dass sie die Durststrecke in den 1970er-Jahren mit Mosterei und Getränkemarkt überbrückten.

Zwei Müller


„Es wäre unvorstellbar, dass sie nicht dazu gehören würde“, sagt Müllermeister Theo Vogel, für den die Mühle sein Leben ist. Dass es seinen Kindern Karin, 28, und Theo, 26, ebenso ergeht, freut den Vater und sichert die Zukunft des Betriebs, der mit seinen Spezialmehlen einen treuen Kundenstamm bedient. Ausschließlich Getreide aus der Umgebung wird auf mehreren Etagen vom ganzen Korn bis zum feinen Mehl verarbeitet. Die Lieferanten kennt man seit Generationen. Und schon während die aktuelle Ernte vermahlen wird, gehen Müller und Bauer gemeinsam aufs Feld, um für das kommende Jahr zu planen.

Kirche

Während es in blitzblank glänzenden, zum Teil historischen Maschinen pustet, pfeift und klappert, erzählt Karin Vogel, wie sie für verschiedene Zwecke aus unterschiedlichen Getreiden optimale Mischungen für Brot, Spätzle oder Süßspeisen zusammenstellt. Heute schätzen das die Kunden, die von weither kommen, und sich schon mal den ganzen Kofferraum mit Mehlsäcken vollladen. Die entsprechenden Rezepte gibt es dazu. Auch für die Seelen.



Historisches Handwerk erlebt eine neue Blüte

Auch Schmidsfelden ist so ein Ort, an dem Tradition und Vergangenheit lebendig werden. Etwas abgelegen zwischen Isny und Leutkirch liegt Deutschlands ältestes erhaltenes Glasmacherdorf. Worum es hier geht, sieht man auf den ersten Blick: Zwischen sorgfältig restaurierten Häusern ist überall Glas. Schon von Weitem leuchten die dicken Kugeln, wie man sie aus Bauerngärten kennt. Schaut man genauer hin, sieht man Windspiele in Gärten und Glasbilder in Fenstern. Und filigran bemalte Perlen zieren Bäume.

Glasmacherdorf Schmidsfelden


Bis zur Industrialisierung war Schmidsfelden ein belebter Ort. Bilder in Schwarz-Weiß und liebevoll zusammengetragene Werkzeuge und Alltagsgegenstände lassen bei einem Spaziergang durch die historischen Häuser erahnen, unter welch schweren Bedingungen einst die Preziosen entstanden.
Seit 2003 gibt es hier wieder eine Glaswerkstatt. Zumindest von Frühjahr bis Herbst. „Von Januar bis März haben wir Winterschlaf, weil es zu kalt ist“, erklärt Beate Wirth, die hier mit zwei Kollegen arbeitet und Kugeln, Vasen und Gläser formt. Man darf zuschauen und anfassen, an extrem elastischen Glasfasern ziehen und ungehärtetes Glas spüren, das sich wie Zellophan anfühlt.

Glasbläserin

Kaum etwas ist typischer für Oberschwaben als die Eisenbahn. Ein museumsreifes Relikt wird bis heute mit akribischer Leidenschaft gepflegt. Wenn das Öchsle unter Dampf zwischen Ochsenhausen und Warthausen pendelt, wird die Bilderbuchlandschaft geradezu kitschig schön. 70 Minuten dauert die Fahrt mit dem historischen Zug. Hatte man das Öchsle 1983 nach knapp hundert Jahren Betriebszeit als letzte Festland-Schmalspurbahn der Deutschen Bundesbahn eingestellt, bemühte sich schon bald darauf ein reger Freundeskreis um deren Erhalt. Akribisch werden Strecken und Züge gepflegt, und es ist jedes Mal ein Ereignis, wenn der Zug durch die sanfte Hügellandschaft, über die Wasserscheide von Riß und Iller und entlang hübscher Städtchen dampft.

Eisenbahn

Text: Heidi Siefert
Fotos: Joel Micah Miller

Interaktives Museum rund ums mobile Reisen:

Erwin Hymer Museum, Bad Waldshut, tgl. 10–18 Uhr, Do–21 Uhr. Einen Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen bei einer Werksführung bei Dethleffs in Isny (Info und Anmeldung unter www.dethleffs.de und Carthago in Aulendorf (Dez.– März Fr 9,30 Uhr, April–Nov. Mo–Fr 9,30 Uhr, Anmeldung 3 Wochen vor Wunschtermin, www.carthago.com

Stellplätze an der Route: erste Adressen

Ulm/Donaustadion (BO265)

Blaubeuren, Dieter-Baumann-Sporthalle (BO 250)

Bad Waldsee/Reisemobilstellplatz bei der Waldsee-Therme (BO625)

Aulendorf/Schwaben-Therme (BO520)

Isny im Allgäu/Stellplatz Untere Mühle (BO810)

Leutkirch im Allgäu/Stellplatz am Freibad (BO895)

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