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Frankreich Provence und Côte d‘Azur

Provence und Côte d‘Azur im April

zu den Campingplätzen

Jede Wohnwagen-Reise beginnt mit dem lästigen, aber unvermeidbaren Packen von Anhänger und Zugfahrzeug. Eine Checkliste stellt sicher, dass auch die Utensilien die Reise mitmachen, die man nicht im Kopf hat. Es wäre doch recht peinlich, wenn man unterwegs einen Camping-Nachbarn um ein Überbrückungs-Darlehen bitten müsste, weil die eigenen Kredit- und Bankkarten daheim geblieben sind.

Wir starten am 2. April, Ostermontag, aus dem Raum Köln bei einem Wetter, welches auch mit viel Wohlwollen kaum österliches Vorfrühlingswetter genannt werden kann.

Packliste ADAC

Mit der Provence verbinden wir bislang unter anderem hohe Temperaturen, blühende Lavendelfelder, schroffe Karstgebirge, quirlige Wochenmärkte, nervende Parkplatzsuche an den Stränden, Wein, Touristenrummel an den Highlights, endlose Staus in Küstennähe, über der Landschaft liegender Kräuterduft bei frisch gemähten Wiesen, Schluchten ... und sind gespannt, wie sich diese Region in der frühen Nebensaison gibt.
Die Auswahl örtlich passender Campingplätze gestaltet sich noch recht schwierig - sehr viele Plätze öffnen erst Ende April oder im Mai. Was wären wir ohne das Internet, um zu sortieren, wo was eventuell in Frage kommen könnte.

Neuf Brisach

Köln => A3/A48/A61/A65/B9/F-A35/A4/A35/N83/A35/D415/D29 => Camping Vauban, ca. 445 km.

Als erstes Etappenziel haben wir uns nach der ADAC Camping-App Camping Vauban bei Neuf Brisach ausgesucht. Der Platz öffnet laut Homepage eben und man beantwortet unsere kurze Mailanfrage mit der Bitte um Bestätigung freundlich mit „wir freuen uns auf Ihren Besuch“. Weil wir die rechtsrheinische Autobahn schon so oft gefahren sind, wechseln wir bei Koblenz auf die linke Rheinseite und erreichen den Platz über die mautfreie, französische A35 gegen 14:00 Uhr. Links die noch schneebedeckten Höhen des Schwarzwaldes und rechts die ebenso noch mit weißen Kappen geschmückten Vogesen. Diesen Winter konnte der Oberrhein seinen Klimavorsprung wohl nicht wie sonst ausspielen – auch hier hat sich der Frühling noch nicht so richtig angemeldet; aber einige Störche werden doch gesichtet.

Camping Vauban erweist sich als gute Wahl: Ein freundlicher Empfang, großzügig bemessene Standplätze und einfache, aber durchaus akzeptable Sanitäreinrichtungen.

Es bleibt noch viel Zeit zur Besichtigung des aus rotem Sandstein errichteten Meisterwerks des Festungsarchitekten Vauban, dessen Namen der Campingplatz trägt: Die zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobene Festungsstadt Neuf Brisach - unbedingt lohnend. Zum Ort sind es nur wenige Fußminuten. Das Angebot eines Butterbrots meiner Frau zur Stärkung für die Stadtbesichtigung lehne ich ab, weil ich auf zum Beispiel einen leckeren Flammkuchen vor Ort spekuliere.

Aber Flammkuchen ist „Pustekuchen“ - im Ort gibt es um diese Jahres- und Tageszeit exakt: Nichts - selbst ein Kaffeechen gäbe es nur aus der eigenen, mitgebrachten Thermoskanne.

In den die Stadt einschließenden 8-eckigen, gut erhaltenen Festungsanlagen gibt es eine Kunstausstellung – aber wie alles hier um diese Jahreszeit: Zu.

Die Freiluftausstellung aber ist allen zugänglich. Hier hat der Künstler wohl übersehen, dass es gar keinen Feind mehr gibt, den man Furcht einflößen müsste.

Neuf Brisach Kunst in Festung

Unter Ludwig XIV. wurde Anfang des 18. Jahrhunderts in Frankreich eine Neuerung eingeführt, welche das vielleicht in Friedenszeiten lustige Leben der Soldaten beendete.

Wohnten sie bisher eher wie die anderen Bürger mit ihren Familien in der Stadt, erhielt Neuf Brisach mehrere große Kasernen, in denen sich der gemeine Soldat künftig eine 12-Mann-Stube teilen durfte.

Die etwa 170 m lange, nach dem sicher sehr tapferen Oberst Suzonni benannte, Kaserne erstreckt sich am nördlichen Ortsrand und macht heute selbst für abgehärtete Soldaten einen eher unwohnlichen Eindruck.

Kaserne Suzonni

Man hat uns empfohlen, den „blauen Fußspuren“ Vaubans bei der Besichtigung der Festungsstadt zu folgen. Obschon unseren Augen eigentlich nichts fehlt - sehr, sehr schwierig. Andererseits: Man kann sich hier eigentlich auch ohne den Stadtplan, den wir an der Rezeption erhielten, nicht verlaufen. Aber das örtliche Tourismusmanagement hat noch ein paar Aufgaben (vielleicht ist man ja gerade dabei: Kirche und Mairie sind eingerüstet).

Die vom Wetterdienst für den Nachmittag versprochenen 15 Grad werden tatsächlich gemessen und die Sonne kämpft sich erfolgreich etwas durch die Wolken - so genießen wir noch eine gemütliche Stunde vor dem Wohnwagen. Ein gelungener Auftakt der Tour.

Vauban Spuren

Neydens

Camping Vauban => D2/A25/A36/D438/D437/in Saint-Laurent-en-Grandvaux N5 / D1005 / D15C / D984C / D35A/D35 / D884 / D984 / D1206 / D1201 / D178 => Camping La Colombiere. Ca. 370 km.

Die nächste Etappe führt nach Neydens - Camping La Colombière.

70 EUR kostet auch die nur einmalige Fahrt mit dem Gespann durch die Schweiz – wir haben es ja nicht eilig und lassen mal den Geiz siegen. Das Tal des Doubs und die Höhen des französischen Juras - deutlich über 1.000 m – finden wir auch reizvoller als die Schweizer Autobahn. Eine gute Detailkarte und eine geübte Franzerin auf dem Beifahrersitz sind allerdings unverzichtbar, wenn man das Navi nicht sorgfältig präpariert um nicht doch in der bemauteten Schweiz zu landen.
Der Schnee liegt auf den Höhen des Juras noch Meter hoch - die Straßen sind aber frei. Mit einem Schnitt von 50 km/h benötigen wir für die 370 km etwas mehr als 7 Stunden.

Restaurant

Carpentras – Mazan

Camping La Colombière => D178 / D18 / D1201 / D14 / D3508 / D1201 / N201 / D19 / D1090 / D30 / D523 / D10A / A41 / N87 / A480 / A51 / D1075 / D994 / D94 / D938 / D13 / D70 / D974 => Camping Le Vetoux. Ca. 350 km.

Am 4. April geht es weiter zum ersten Ziel in der Provence. Bei Grenoble treibt ein Fön-Sturm das Thermometer deutlich über die 20 Grad-Grenze: Das offene Schiebedach vermittelt vor der eindrucksvollen Kulisse der schneebedeckten Alpen Kabriolett-Feeling.

Provence – wir kommen!

Fön Grenoble

Wir versuchen die inzwischen recht deftigen Spritpreise der französischen Tankstellen durch den Verzicht auf Maut-Autobahnen zu kompensieren. Ein wirklicher Verzicht ist das aber nicht: Die Fahrt zum Platz „Le Ventoux“ in der Nähe Carpentras – Mazans führt durch wunderschöne, eindrucksvolle Landschaften. Und weil die Bäume entlang den Straßen noch kein Laub tragen, sieht man davon viel mehr als im Sommer.

Wir haben uns den Campingplatz „Le Ventoux“ ausgesucht, weil wir ihn von früheren Reisen kennen und dort vor vielen Jahren ein paar Tage verbracht haben, an die wir uns sehr gern erinnern. Der Platz liegt eingebettet zwischen Weingärten und von vielen Standplätzen kann das Ventoux-Panorama genossen werden.

Schöne Aussicht

Der nächste Morgen begrüßt uns mit blauem Himmel und das Thermometer klettert im Laufe des Tages auf sehr angenehme 22 Grad.

Zum Mt. Ventoux sind es vom Campingplatz ungefähr 25 km. Der höchste Berg dieser Region der Provence gehört zu den „heiligen Bergen“ der Tour de France und zählt wegen des schweren, anhaltenden Anstieges (8 bis 13 Prozent) zur „Hors Catégorie“ – hier lassen sich die meisten Punkte holen.

Wir müssen ja aber keine Punkte sammeln und da ist uns unser Zugwagen doch lieber.

Der Gipfelsturm muss entfallen– am Mt. Serein auf etwa 1.400 m Höhe ist Schluss; erst ab Mitte Mai darf man vollends hinauf. Die Aussicht ist auch von hier aus gewaltig.

Ventoux Aussicht

Freitag ist Markttag in Carpentras. Wie bei allen Markttagen, ist zunächst das Problem des Auto Abstellens zu lösen. Nach der vierten Runde auf einem großen Parkplatz in der Nähe haben wir Glück und verteidigen die Poleposition, als jemand rückwärts aus der Parklücke stößt.
Wir sind vor einigen Jahren im Sommer auf der Hauptstraße durch Carpentras gefahren und waren von der schattigen Kühle unter dem Blätterdach der Platanen beeindruckt. Jetzt, im April, präsentiert sich die Stadt ganz anders.

Wie auf allen französischen Wochenmärkten gibt es hier fast alles. Wir erstehen einen Ersatz für den defekten Espressokocher und decken uns mit den angeforderten „Herbes de Provence“-Mitbringseln ein, welche sich Hausbetreuer, Rasenpfleger usw. gewünscht haben.

Markt in Frankreich

Den Nachmittag verbringen wir am Wohnwagen: Wohliges Dösen bei 24 Grad in der Sonne, kleiner Spaziergang durch die umliegenden Weingärten, ein Schlückchen Wein, oder auch zwei ….

Der niederländische Patron des Platzes hat uns schon kurz nach dem Einchecken persönlich mit einem kleinen Schwätzchen begrüßt und lädt uns zum Abend an die Poolbar ein. Er feiert seinen 70. Geburtstag und wir verleben einen sehr netten, geselligen Abend im Kreis seiner Familie, Freunde und den anderen Campinggästen.

Camping Ventoux

Am Samstag fühlen wir den etwa 20 km nordwestlich des Platzes gelegenen „Dentelles de Montmirail“ etwas auf den Zahn. „Dentelles“ nennen die Franzosen Spitzen (wie in gehäkelten oder geklöppelten Spitzen).

Diese Namensgebung beschreibt sehr treffend die scharfe und spitze, oftmals von Felsenfenstern durchbrochene, Form der zahlreichen kleinen Gipfel – charakteristisch für diese steil zerklüfteten Felskämme. Unzählige Wege – viele davon nur Pfade mit hohem Schwierigkeitsgrad – führen durch diese Felsenlandschaft.

Dentelles de Montmirail

Unsere Wanderung beginnt am Parkplatz beim „Hotel les Florets“. Es gibt mehrere Optionen zur Auswahl – teils auf Forststraßen und teils auf anspruchsvollen, steilen Wanderpfaden.

Wir gehören nicht mehr zu den Allerjüngsten und entscheiden uns für eine gemäßigte Variante, die zum Aussichtspunkt „Rocher du Midi“ und von dort weiter zum „Col d'Alsau“ führt.

Die weite Aussicht zwischen den Felsnadeln hindurch von der Rhone bis zum Luberon ist unbeschreiblich.

Aussicht Dentelles

Apt

Camping Le Ventoux => D974 / D163 / D150 / D77 / D158 / D5 / D77/ D4 / D177 / D244 / D15 / D4 / D201 / D900 / D22 => Camping Les Cèdres. Ca. 60 km.

Die vier „Provence-Auftakttage“ auf Camping Le Ventoux haben wir nicht zuletzt wegen des strahlenden Sonnenwetters so richtig genossen. Am Samstag geht es weiter nach Abt. Wir haben uns anhand der ADAC Camping-App den Platz Camping Les Cèdres ausgesucht, weil er so nahe beim Ort liegt. Der Platz ist überraschend gut besucht – und alles da, was der Camper braucht.

Unser erstes Ziel ist der „Colorado provençal de Rustrel“ - nur etwas mehr als 10 km entfernt. Beim Parkplatz werden 5 EUR fällig – eine lohnende Investition, wie sich schnell zeigt.

Im Steinbruch wurden die Pigmente für die begehrten, vielfach verwendbaren und lichtechten Erdfarben gewonnen, ohne welche die provenzalischen Häuser nicht provenzalisch aussähen und die für Künstler auf der ganzen Welt seit der mittleren Steinzeit unverzichtbar sind.
Entdeckt wurde das Vorkommen von den Römern und dann lange Zeit vergessen. Der neuzeitliche Abbau des Ockers begann 1871 und wurde 1992 eingestellt, als künstliche hergestellte Pigmente den Naturocker immer mehr verdrängten.

Colorado provençal de Rustrel

Die Aufbereitung des Ockers verlief über mehrere Stufen (dazu gibt es ein kleines Museum). Zuerst wurde das geförderte Material im Doa Fluss, welcher den Park durchzieht, gewaschen, um die Ocker-Oxide vom Sand zu trennen. Dann wurde der Ocker gemahlen, nochmals ausgewaschen und über mehrere Monate getrocknet. Ganz fein gemahlen kam er dann in den Handel.
Die der Nutzung als Ocker-Steinbruch folgende Erosion hat eine prächtige Kulisse geschaffen. Neben den Felsformationen sind es vor allem die Farben, die in den Ockersteinbrüchen faszinieren. Nur an wenigen Plätzen auf der Welt findet man so viele und intensive Rot-, Braun- und Gelbtöne beieinander. Es scheint fast so, als wären die Farben selbstleuchtend.

Durch den Park werden zwei Haupt-Wanderrouten angeboten – wer nicht so gut zu Fuß ist, belässt es bei der blau markierten. Wir kombinieren beide.

Besonders der Ocker markierte Wanderweg führt neben den Ockerfelsen auch durch einen sich selbst überlassenen, urigen Wald; sogar einen kleinen Wasserfall gibt es.

Ocker Wanderweg im Wald

Vom „Colorado Provençal de Rustrel“ fahren wir durch typisch provenzalische Landschaft, vorbei am weitflächigen Lavendelfeldern, die mit ihren grau-grünen Strubbeln die sommerliche Pracht aber noch nicht erahnen lassen, ca. 15 km nach St. Saturnin lès Apt und schauen uns die Reste einer mittelalterlichen Burganlage an. Die Chapelle du Château und der Bergfried (Donjon) stammen aus dem Jahr 1056 und wurden in den letzten Jahren teilweise restauriert.
Der Himmel trübt sich bedenklich ein – es sieht so aus, als ob sich die nicht so positive Wetterprognose für die nächsten Tage bestätigen wollte.

Donjon

Zum Abschluss des Tages machen wir noch einen Spaziergang vom Campingplatz ins Stadtzentrum von Apt – es ist ja nicht weit.

Es ist Sonntag und noch keine Touristensaison: Alle Geschäfte geschlossen. Aber eine Patisserie hat geöffnet: So eine Mandelmeringue im Format eines kleinen Brots ist ganz schön mächtig.

Mandelmeringue

Gern stellen wir uns unter den Schutz der heiligen Anna von Apt.

Kurz überlegen wir, ob wir sie um schönes Wetter für die nächsten Tage bitten sollen. Aber wir kennen ja die Vorhersage und möchten sie auf gar keinen Fall in Verlegenheit bringen.

Heilige Anna von Apt

Am Montag, 9. April, ist es mit dem schönen Wetter erst einmal vorbei – und zwar so richtig. Das Thermometer schafft es mit großer Mühe auf 10 Grad und der Regen gibt nicht auf. Trotzdem machen wir uns auf den Weg zum ca. 10 km südlich gelegenen Fort Buoux. Schon die Anfahrt bietet grandiose Landschaft – Naturpark Luberon pur (ein paar Tropfen auf dem Objektiv des Fotos lassen sich nicht vermeiden)!

Am zugehörigen Parkplatz erklärt uns ein Schild, dass die Besichtigung des Forts heute nicht möglich sei – wegen des Regens. Das letzte Stück zu Fuß sei bei Nässe zu unfallträchtig. Aber der Weg bis zum Aufstieg selbst ist frei.

Bououx

Die Wurzeln der Festung führen bis in prähistorische Zeiten. Unter einem gewaltigen Felsüberhang fällt – besonders bei dem aktuellen Wetter - die Vorstellung leicht, wie sich hier Menschen im Schutz vor Kälte und Regen um ein wärmendes Feuer drängten. Feuer haben wir nicht – aber immerhin Regenjacken.

Später errichteten die Kelten hier ein keltoligurisches Oppidum und auch die Römer fanden Gefallen an diesem Ort und bauten ein Castrum, welches ihnen die Kontrolle über den damals einzigen bezwingbaren Pass in den Luberon ermöglichte.

Ebby Schnell unter Felsüberhang

Das Fort selbst entstand im 13. Jahrhundert und galt für lange Zeit als unbezwingbar. Den Hugenotten bot es im 16. Jahrhundert Zuflucht.

Wir fahren noch eine sehr lohnende Schleife über Lourmarin, um einen weiteren Eindruck vom Luberon mitzunehmen.
Das vielfach bewaldete Karstgebirge des Luberon ist wegen seiner Höhlen, den steilwandigen Tälern und seinen an Felshängen klebenden, malerischen Dörfer für Landschafts- und Naturliebhabern ein ganz besonderer Tipp.

Die Hoffnung auf die angesagte Wetterbesserung bestätigt sich leider nicht.

Bououx Burg

Moustiers-Sainte-Marie

Camping Les Cèdres => D22 / D900 / D4100 / D907 / D82 / D952 => Camping Manaysse. Ca. 90 km.


Am Dienstag, 10. April, geht es weiter nach Moustiers-Sainte-Marie zum Camping Manaysse. Geplant ist eine Wanderung in den Gorges du Verdon - das Wetter rät dringend ab. Wir probieren aber wenigstens die Straße entlang der Schlucht ab Aiguines mit dem Auto.
Zunächst sieht es noch ganz gut aus – sollen wir vielleicht doch?

Am nordöstlichen Ufer des Lac de Sainte-Croix mündet der Verdon in den See und von der Brücke bietet sich ein eindrucksvoller Blick ins Frankreichs „Grand Canyon“.

See Verdon

Das mitgeführte Kalksediment färbt den Fluss und auch den Lac de Sainte-Croix milchig-blau. Die Plätze direkt am See haben wir alle durchgecheckt – sie befinden sich noch im Winterschlaf.

Lac de Sainte-Croix

Kaum haben wir den See verlassen, ziehen tiefschwarze Wolken auf und es beginnt wieder zu regnen. Die Sicht wird immer schlechter und als der Regen in Schnee übergeht und wir in die Wolken eintauchen, brechen wir ab und kehren um. Immerhin können wir einen Blick auf den Weg auf der gegenüber liegenden Seite der Schlucht werfen, den wir nicht gegangen sind.

Ein paar Sonnenstrahlen zaubern einen wunderbaren Regenbogen in der Schlucht.

Regenbogen

Zurück in Aiguines ist noch ein Besuch bei einer Keramik-Künstlerin in der Galerie Artisanale fällig und tatsächlich finden wir etwas, was uns daheim an diese Provence-Tour erinnern wird.
Gleich nebenan gibt es einen Souvenirladen. Wir erstehen Ersatz für die unsere über Jahre gepflegte „Keramik-Provence-Grille“, deren Material leider die Kälte des letzten deutschen Winters auf der Terrasse nicht überlebt hat.

Keramikkunst - Mohn

Vom Campingplatz erreicht man Moustiers-Sainte-Marie zu Fuß in nur 15 Minuten. Ein touristisch quirliger, an den Berg geklebter Ort. Jedermann ist gut beraten, es mit dem Auto erst gar nicht zu probieren. Souvenir-, besonders Keramik- und Porzellan-Läden, sind ebenso wie Restaurants jedweder Couleur in großer Zahl vertreten – sie alle zählen nicht unbedingt zur Discounterbranche. In den Restaurants hängen Bilder diverser Promis, welche sich hier die Ehre gegeben haben. Vielleicht hätten wir auch ein Foto und eine Visitenkarte abgeben sollen?

Moustiers-Sainte-Marie

Über einer Schlucht im Osten des Ortes strahlt auch bei hellem Sonnenlicht ein Stern. Wessen Namen dieser Wahrzeichen des Ortes trägt, ist uns nicht bekannt; die Legendenschreiber sind sich überhaupt nicht einig. Nach einer Erzählung wurde dieser Stern von einem Ritter als Dank für die Rückkehr aus einer langen Gefangenschaft der Jungfrau Maria gewidmet. Andere meinen, jemand habe damit seine große Liebe zum Ausdruck bringen wollen. Für keine der Hypothesen gibt es einen hinreichenden Anhalt. Wir glauben fest an die zweite Version, weil wir sie schöner finden.
Der Stern und das Seil über die Schlucht wurden mehrfach erneuert und verändert – heute weist der vergoldete Stern einen Durchmesser von 1,25 m auf.

Stern am Himmel

Die Wettervorhersage für den Folgetag wird leider bestätigt: Böiger Wind, Regen, eingestreut etwas Blitz und Donner bei maximal 10 Grad. Trotzdem verlassen wir die warme Hütte und fahren die ca. 15 km nach Riez – es ist Markttag.
Meine Frau muss alles meiden, was aus dem Euter eine Kuh kommt. Als Käse-Liebhaberin kennt sie fast alle Alternativen. Aber ein Edelschimmelkäse aus Ziegenmilch – das ist was Neues und die angebotene Kostprobe fällt extrem positiv aus. Der freundliche Händler, der den Käse selber herstellt, erklärt ihr auch ganz genau, wie er das macht.
Dazu einen Laib frisch gebackenen Brots - vielleicht das letzte mit einer kräftigen, schmackhaften Kruste, nachdem nun die Anti-Acrylamid-Verordnung in Kraft getreten ist.

Käsestand

Eigentlich stand eine Wanderung am Verdon südlich des Lac de Sainte-Croix auf dem Plan. Aber auch wenn man schlechtes Wetter angeblich immer durch passende Kleidung kompensieren kann – alles hat seine Grenzen. So müssen wir am Nachmittag mit dem Problem fertig werden, dass die Anzahl der verträglichen Gläser guten Weins zum selbstredend ebenso guten Buch auch begrenzt ist. Da hilft das Fernsehprogramm nur mühsam über den Tag. Es regnet und gewittert die ganze Nacht hindurch und am nächsten Morgen versuche ich mit Regenjacke und Schirm, beim Anspannen halbwegs trocken zu bleiben.

Ceyreste

Camping Manaysse => D952 / D11 / D311 / D11 / D13 / D71 / D554 / DN7 / D5 / D554 / D2 / D3 / D40H => Camping Ceyreste. Ca. 130 km.
Die nächste Etappe führt bei anhaltendem Starkregen nach Camping Ceyreste – ein netter Platz, aber mit recht gehobenem Preis dafür, dass außer Standplatz noch nichts angeboten wird.
Wenn man es nicht weiß, wird man es nicht vermuten: Es gibt an der Côte d’Azur unmittelbar neben den Zentren des Tourismus wunderschöne Küstenwanderwege, die im April noch völlig ohne Verkehrsregelung auskommen.

Das Wetter hat sich am nächsten Morgen gebessert und wir brechen zur Wanderung in den Calanques Nationalpark auf. „Calanques“ nennt man in Frankreich fjordähnliche Buchten der Karstküsten östlich von Marseille.

Calangues

Das Auto parken wir am östlichen Ufer des Calanque Figuerolles. Der Start der Wanderung gestaltet sich etwas

schwierig, weil die Parkplatzgebühr nur eine Übersichtskarte des gesamten Nationalparks enthält, welche die Wanderpfade nicht zeigt. Auch die Markierung der Wege ist sehr optimierungsbedürftig – immerhin wird auf die Notwendigkeit guten Schuhwerks und eines ausreichenden Trinkwasservorrats hingewiesen. Gerne beantworten wir auf dem Rückweg die Fragen der Neuankömmlinge, die nicht wissen, wo es lang geht.

Am Westufer überrascht ein besonderes Phänomen den Wanderer. Es klingt so, als tobe ein Drache in einer Höhle und blase wutschnaubend Dampf durch die Felsspalten. Tatsächlich stürzt die Brandung unter die Felsen und presst Luft und Gischt durch die Spalten nach oben (Vorsicht, wer sich das genauer ansehen möchte – es geht ohne Geländer senkrecht nach unten).

Calangues

Roquebrune d‘ Argens

Camping Ceyreste => D40H / D3 / D2 / D554 / D15 / DN7 / D7/D559 => Au Paradis des Campeurs. Ca. 100 km.

Zum Paradies der Camper - Au Paradis des Campeurs ist es nicht weit. Die Wetterprognose verspricht deutliche Besserung und das Hoch „Norbert“ löst das Versprechen auch nachhaltig ein.

Um diese Jahreszeit gar nicht selbstverständlich: Das Restaurant am Platz ist in Betrieb und die in verschiedenen Varianten angebotenen Moules sind sehr lecker zubereitet.

Wohnwagen

Gleich hinter unserem Standplatz steht ein prächtiger, immergrüner Feigenbaum.

Dass die leckeren Früchte den Winter über heranwachsen, um im späten Frühjahr erntereif zu sein, hatten wir bisher noch nicht beobachtet. Dieses Jahr brauchen sie noch etwas Sonne, denn auch in der Provence und an der Côte war der Winter ungewöhnlich hartnäckig.

frische Feigen

Eine Camperin weist uns auf die vielen Wandermöglichkeiten direkt vom Platz weg hin - zum Beispiel zu dem Megalith „Dolmen de la baie de Briande“, vom dem man die weite Aussicht auf das Meer mit der Bucht von St. Tropez genießen kann. Auch Radwanderer finden viele Möglichkeiten, ohne mit den Autos auf den Straßen konkurrieren zu müssen. Man kann und will ihr ja auch gar nicht widersprechen.

Den in den Steineichenwäldern offensichtlich in größeren Rotten auftretenden Wildschweinen sind wir zum Glück nicht begegnet. Sie finden im aufgewühlten Boden viel Futter – zumindest sind die Wege mit Tretminen des Stoffwechselprodukts desselben übersät.

Megalith „Dolmen de la baie de Briande“

Wir bleiben noch 2 Tage und beschäftigen uns vorwiegend mit Grillen (unserer selbst); aufgelockert durch einen schönen, morgendlichen Strandspaziergang in der Bucht von Roquebrune-sur-Argens; ein paar Kilometer nördlich des Platzes.

Die Schäden, welche die Winterstürme am Strand hinterlassen haben, sind noch nicht überall beseitigt. Aber man ist dabei, aufzuräumen.

Strandspaziergang in der Bucht von Roquebrune-sur-Argens

Ein Versuch bestätigt: Eigentlich ist das Wasser gar nicht soooo kalt. Und eigentlich könnte man auch … aber über die Option denken wir lange genug nach, so dass wir die eventuelle Umsetzung eines Entschlusses nicht testen müssen.


Unseren Aufenthalt im Camperparadies, welches seinem Namen durchaus gerecht wird, lassen wir im Restaurant mit dem Tagesmenü „Poulet mit Pilzen und frischem Salat“ ausklingen.

baden im Meer

Villeneuve –Loubet

Au Paradis des Campeurs => D559 / D998 / D8 / DN7 / D6007 / A8 / D241 / D6007 => Camping Parc des Maurettes. Ca. 100 km.
Nächstes Ziel ist Camping Parc des Maurettes. Bis auf die letzten KM um Cannes meiden wir die Autobahn. Die Straße führt durch das landschaftlich sehr reizvolle, bergige Hinterland und ausgedehnte Korkeichenwälder.
Den Rest des Tages verbringen wir am Wohnwagen in der Sonne und inspizieren am Abend den Strand – ein knapper Kilometer zu Fuß.

Das wunderbare Hoch bleibt stabil und wir fahren am nächsten Morgen das kurze Stück nach Antibes, um das „Cap d‘Antibes“ zu umwandern. Der „Littoral“ beginnt am „Plage de la Garoupe“ und begrüßt uns mit einer atemberaubenden Aussicht auf Antibes, die östliche Côte d‘Azur und die noch schneebedeckten Seealpen am Horizont.

Seealpen

Der Wanderweg ist sehr gut ausgebaut, gesichert und markiert. Steinmauern zum Landesinneren hin verhindern, dass die Wanderer die Grundstücke der Reichen und Schönen, die sich dort angesiedelt haben, entweihen. Sie fügen sich aber gut in die Landschaft ein und stören den Gesamteindruck nicht.

Wanderweg

Auf dem Hinweg am frühen Vormittag sind wir fast unter uns – auf dem Rückweg gegen Mittag aber hat die große Völkerwanderung schon eingesetzt, die wir so früh vor der Saison nicht erwartet hatten. So tauschen wir vielfaches „bonjour - merci“ beim Freimachen des schmalen Pfades mit den Entgegenkommenden aus.

Wer diese wunderschöne Wanderung im Sommer absolvieren möchte, muss sich auf mindestens 2 Stunden uneingeschränkte Sonneneinstrahlung auf heißen Fels einstellen und sollte sich unbedingt mit einem angepassten Wasservorrat versorgen.

Und wer die Badehose eingepackt hat – es führen auch ein paar Pfade und Treppen direkt zum Wasser.

Littoral Antibes

Auf dem uns per ADAC CampCard zugewiesen Platz kann es schon passieren, dass uns jemand auf den Teller schaut (kam aber nicht vor).

Den Platz haben wir uns wegen der Nähe zu Antibes ausgesucht und für die beiden Tage haben wir nichts zu meckern.

Nun ist die eingeplante Zeit schon fast vorbei und wir müssen uns auf den Weg Richtung Heimat machen. Es soll bei Halbtagesetappen bleiben.

Essen vor dem Wohnwagen

Mirabel-et-Blacons

Camping Parc des Maurettes => D6007 / D4 / D504 / D103 / D4 / D6085 / D4085 / N85 / D4 / D4085 / D4075 / D1075 / D993B / D993 / D93 => Gervanne Camping. Ca. 300 km.
Bei Grasse biegen wir auf die Route Napoleon – N85 (Teilstücke zu D xx85 umgewidmet) – ein. Jeder Kilometer dieser Panoramastrecke mit Blick bis zum Meer: Ein Traum.

Haltemöglichkeiten dort, wo man wegen der Aussicht halten möchte, sind selten. Beim „Col de la Faye“ auf fast 1.000 m Höhe gibt es eine Parkmöglichkeit.
Viele, viele Kilometer zeigen sich die schneebedeckten Gipfel der Seealpen in immer wechselnden Panoramen – einfach nur herrlich.

Napoleon

Manche Abschnitte erinnern auch nach den Gebäuden längs der Straße an die Highways des Westens der USA. So hat ein Imbissbetreiber dann auch seine Bude in Anlehnung an die legendäre Route 66 „Route 85“ genannt und das Firmenschild nach US-Vorbild gestaltet.

Gegen 14:30 Uhr erreichen wir Gervanne Camping, werden sehr freundlich begrüßt und auf Highlights der näheren Umgebung hingewiesen. Freibad (uns nicht so wichtig) und Restaurant (schade – aber es gibt fußläufig zwei nette Restaurants im Ort) sind noch nicht in Betrieb, aber irgendwie fühlen wir uns auf diesem gepflegten Platz sofort wohl. Eigentlich haben wir noch nie bedauert, unser eigenes Hotel immer am Haken zu haben. Aber mal ein paar Nächte in so einem Spezialhotel zu verbringen – das hätte auch was. Den Rest des Tages genießen wir das weiterhin stabile Hoch Norbert. Nach dem Regelwerk der Meteorologen ein weiterer „Sommertag“.

Baumhaushotel

So angenehm die sommerlichen Temperaturen tagsüber sind – der frühe Morgen neigt doch etwas zum Frösteln. Überraschung beim Betreten des Sanitärgebäudes: Automatisch machen kräftige Infrarotstrahler das morgentliche Duschen zu einem wohligen Vergnügen – ein zu lobender Service, den es wirklich nicht überall gibt.

Infrarotstrahler des Sanitärgebäudes

Der Platz liegt am Zusammenfluss von Gervanne und Drôme (schöner Wanderweg flussaufwärts vom Platz weg), die sich im Sommer nicht so wild gebärdet wie jetzt nach den extremen Niederschlägen der vergangenen Woche und dem ebenso extrem plötzlich eingetretenen Tauwetter.

Am nächsten Morgen fahren wir ins nahe Crest, u. a. um zu tanken. Was von weitem an ein Industrie-Betonsilo erinnert, entpuppt sich als ein Überbleibsel der Zitadelle Crest und ist der höchste Festungsturm Frankreichs. Er diente nach Zerstörung der Zitadelle vorwiegend als Gefängnis für Andersdenkende, zum Beispiel für Protestanten.

Drôme

Apropos Tanken in Frankreich: Nirgends sind die Preisunterschiede zwischen den Billig- und Standardtanken so hoch wie hier – der Liter Diesel schwankt zwischen 1,35 und 1,60 EUR. Bei sorgfältiger Auswahl der Angebote z. B. bei den Supermärkten oder unbemannten Stationen in der Pampa lassen sich während solch einer Tour mit der Ersparnis locker mehrere Übernachtungen mit der ADAC CampCard finanzieren. Die Automaten-Akzeptanz der Kredit- und Bankkarten ist immer noch ein Glücksspiel – wer auf den letzten Tropfen fährt ist gut beraten, eine ausreichende Auswahl mitzuführen.

Unser Mittagsschläfchen verdienen wir uns mit einer Wanderung zum alten Bergdorf Mirabel, das von einer weitgehend verfallenen Burg beherrscht wird. Eine sehr gute Wegbeschreibung haben wir beim Einchecken am Platz erhalten.

Bergdorf

Vor dem Hintergrund der „Drei Schnäbel“ treiben die Reben, aus denen die „Clairette de Die“ gekeltert wird, eben aus. Nimmt man sich etwas Zeit für die „Route de la Clairette de Die“, macht man das besser als Beifahrer, um ausreichend verkosten zu können, was die vielen Kellereien entlang der D93 anbieten.
„Clairette de Die“ ist die Bezeichnung eines Schaumweines, welcher nach präzise vorgeschriebenen Regeln (der „méthode dioise ancestrale“) erzeugt wird. Der frisch gepresste Most wird vor der Gärung unter den Gefrierpunkt abgekühlt und dann auf Flaschen zur Gärung gezogen. Er erreicht einen Alkoholgehalt von nur 7,5 % Vol. Mit einer Restsüße von mindestens 35 g/l benötigt er keine Dosage.

Weireben

Obschon die Clairette-Traube die Namensgeberin ist, muss der Anteil der Muscat blanc à petits grains-Traube bei mindestens 75 % liegen.
Vor vielen, vielen Jahren war mal der italienische „Asti spumante“ ein richtiges Modegetränk in Deutschland – die „Clairette de Die“ weckt Erinnerungen.
Auf Gervanne Camping und in dieser Region können wir uns auch gut einen längeren Aufenthalt vorstellen.

Clairette Wein

Pont-de-Vaux

Gervanne Camping => D164 / D104 / D538 / D38 / D75 / D65 / D1075 / D408 / D984 / D22 / D117 / D975 / D26 / D933A => Camping Aux Rives du Soleil. Ca. 290 km.

Camping Aux Rives du Soleil
ist das nächste Ziel, welches wir gegen 13:00 Uhr erreichen. Wir meiden das Rhonetal, von dem wir nahezu jede Ecke kennen ebenso wie die Mautautobahnen und schlagen den Bogen etwas östlicher, am Fuße der Alpen und des Jura entlang. So werden es mit ca. 290 km ein paar Kilometer mehr. Auf Camping Aux Rives du Soleil weist man uns auf eine große, leere, unparzellierte Wiese ein und ich hänge – wie immer – ab.

Stellplatz

Erst später realisieren wir, dass man alle nur 1-x-Übernachter ungefragt zum engen „Parken“ auf diese Wiese einweist. Das mögen wir gar nicht – beengtes „Stellplatzfeeeling“ ist nicht unserer Sache.
Weil wir aber die ersten sind und damit einen Eckplatz ergattert haben, stört es nicht weiter und der Protest bleibt aus.

Eine zum Platz passende Ausfahrt der A6 fehlt zwar, aber man erreicht den Platz durch parallel zur Autobahn führende Straßen ohne „Kilometerverlust“. So finden sich bis zum Abend immerhin ein gutes Dutzend Übernachter ein – man hätte sie sehr viel großzügiger verteilen können.

Hoch Norbert beginnt zu schwächeln, aber es regnet erst am nächsten Morgen und wir verdödeln den Resttag entspannt am Wohnwagen.

Weil es hier ein geöffnetes Platzrestaurant gibt, ziehen wir das Ritual eines landestypischen „Tour-Abschlussessens“ vor. Man müsse bei der Rezeption einen Tisch reservieren, ermahnt uns die Einweiserin. Machen wir sofort – einen Tisch zu 19:00 Uhr bitte – das wird auch notiert. Als wir das Restaurant aufsuchen, weiß man aber nichts davon. Es wäre auch gar nicht um eine „Tischreservierung“, sondern um eine „Essensbestellung“ gegangen, wie uns die Bedienung erklärt, und wir seien nun nicht eingeplant und daher ... Wir akzeptieren einen Alternativvorschlag. Hätten wir mal lieber nicht – kein kultiger Abschluss der Tour.

So ein Fronkreich-Feeling wollte auf diesem niederländisch geführten Platz einfach nicht aufkommen.

Lauterbourg

Camping Aux Rives du Soleil => D933A / D58 / D12 / D678 / D1083 / N83 / D464 / D119 / D31 / D73 / D437 / D438 / A36 / A35 / N83/ A35 / A4 / A35 / D3 => Camping Municipal des Mouettes

Camping Vauban in Neuf Brisach haben wir uns auch für den letzten Stopp in Frankreich ausgesucht. Weil aber Regen einsetzt, nutzen wir die Freiheit eines Campers und disponieren um: Camping Municipal des Mouettes wird das Ziel. Ein letzter Einkauf im nahen französischen Supermarkt, etwas Sprit bis zur nächsten deutschen Tankstelle neben der Autobahn, eine letzte Nacht in Frankreich. Lauterbourg statten wir einen kurzen Besuch ab – man scheint auf Besuche noch nicht vorbereitet zu sein. Am frühen Nachmittag des nächsten Tages steht der Wohnwagen wieder vor der Haustür.

Fazit

Es gab Tage, das war unser Verhältnis zu Petrus während der Tour auf einem sehr tiefen Punkt gesunken. Trotzdem schließen wir mit einem Kompliment: Hoch Norbert war sein Meisterstück zur richtigen Zeit!
Wie nicht anders zu erwarten, präsentieren sich die Provence und die Côte d’Azur im Frühjahr anders, als in der sommerlichen Hochsaison. Das bringt einige Vorteile und auch einiges, was man als nachteilig empfinden kann.

Die wunderschönen Landschaften hat man nahezu für sich allein. Das noch fehlende Laub an den die Straßen säumenden Bäumen gibt den Blick auf Panoramen frei, die man im Sommer gar nicht wahrnehmen kann. Auch an den Highlights der Regionen keine Gedränge, keine Parkplatzsuche. Die wenigen, geöffneten Campingplätze nahezu leer – manch einer hätte vielleicht gern etwas mehr Geselligkeit. Die Gastronomie auf Sparflamme.

Und das Wetter? Natürlich kann es mal regnen (hat es ja auch). Aber über die 3 Wochen hat es schon gepasst – viel Sonne bei Temperaturen über 20 Grad, viel blauer Himmel.

Noch immer höre ich von Freunden und Bekannten, sie „trauten“ sich nicht nach Frankreich, weil sie kein Französisch beherrschen, was vorausgesetzt würde und die Franzosen hätten es nicht so mit den Alemannen. Das mag vor vielen Jahren in Einzelfällen so gewesen sein. Wir sind oft in Frankreich und uns ist es seit langem nicht mehr begegnet – ganz im Gegenteil. Ich selbst beherrsche übrigens nur einen einzigen Satz in Französisch. Diesen aber so perfekt, dass man ihn mir oft nicht ganz glauben mag: „Malheureusement, je ne parle pas français“.

Übersichtskarte

A: Camping Le Ventoux/Carpentras

B: Camping Les Cèdres /Apt

C: Camping Manaysse / Moustiers –Sainte-Marie

D: Camping Ceyreste / Ceyreste

E: Au Paradis des Campeurs / Roquebrune d‘ Argens

F: Parc des Maurettes / Villeneuve –Loubet

G: Gervanne Camping / Mirabel-et-Blacons

Übersichtskarte

1: Mt. Ventoux | 2: Carpentras | 3: Dentelles de Montmirail | 4: Colorado provençal de Rustrel | 5: St. Saturnin lès Apt 6: Fort Buoux | 7: Schlucht von Verdon| 8: Moustiers-Sainte-Marie | 9: Riez | 10: Calanques Nationalpark 11: Dolmen de la baie de Briande | 12: Bucht von Roquebrune-sur-Argens | 13: Littoral Cap Antibes 14: Bergdorf Mirabel | 15: Crest

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