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Boot an weißem Sandstrand

In Oslo rechts Richtung Stockholm, dann der Küste folgen

zu den Campingplätzen

Kreuzfahrt-Feeling, sympathische Hauptstädte, Elche, schneeweiße Strände, Sonnenuntergänge und Schären. 21 Tage Ferien, 2.483 Kilometer und 481 Seemeilen liegen vor uns.

Text und Fotos: Martina, Ricarda und Jürgen Altmann

Mit 42.400 PS nach Oslo und Kreuzfahrtfeeling

Dieses Jahr geht es wieder nach Norden. Entgegen der Warnungen „guter Freunde“ –denkt doch nur an die vielen Mücken, das schlechte Wetter und wie teuer dort alles ist – buchen wir frühzeitig die Fähren. Campingplätze haben wir nicht vorgebucht. Teilweise (z.B. in Oslo) ist dies gar nicht möglich und wir machen die Erfahrung, dass dies auch gar nicht notwendig ist. Und dann gibt es ja noch das so genannte „Jedermannsrecht“, das das Übernachten abseits von Campingplätzen deutlich einfacher macht als in vielen anderen europäischen Ländern.
Um die gebuchte Fähre garantiert nicht zu verpassen, brechen wir am Vorabend mit unserem Gespann von Wuppertal nach Kiel auf.

Gaarnener Ring in Kiel

Tipp: Wir übernachten zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ auf der Brücke Gaardener Ring, von der wir am Morgen vom Frühstückstisch aus die einlaufende Color Magic beobachten können.

Die Fähre mit gigantischen Ausmaßen (224 m Länge, 35 m Breite und bis zu 2.600 Passagiere) bringt uns in knapp 20 Stunden mit allem Komfort nach Oslo in die norwegische Hauptstadt. Im Schiff erwarten uns Glasaufzüge, die die 15 Decks verbinden, eine Mall mit Restaurants, Pub und Einkaufsmöglichkeiten und weicher Plüschteppich auf den Gängen. Eine Show im Theater macht das Kreuzfahrt-Feeling perfekt. Gekrönt wird dies aber von einem unglaublich schönen Speisesaal im Heck in bester Titanic-Manier.
Am Morgen läuft unser Schiff in den Oslofjord ein. Ein fantastischer Anblick für uns und ein äußerst anspruchsvolles Unterfangen für den Kapitän, den das enge Fahrwasser zu bemerkenswerten Manövern zwingt.

Inseln im Fjord

Skulpturen und ein neues Wahrzeichen

In Oslo angekommen passieren wir problemlos den Zoll – wir haben ja gewissenhaft „gerechnet“ (vgl. Infos) und absolut nichts zu verbergen.
Bereits nach vier Kilometern erreichen wir den Ekeberg-Camping und checken ein. Achtung: Eine Woche im Juli findet jedes Jahr der Norway Cup statt, ein internationales Fußballturnier mit 30.000! jugendlichen Teilnehmern aus aller Welt, die den Platz in Beschlag nehmen. Wir haben Glück; das Turnier startet erst in einer Woche. Um 11.00 Uhr haben wir noch die freie Platzwahl – wobei wir uns natürlich für den Oslo-Blick entscheiden.
Die Mitarbeiter in der Rezeption sind äußerst hilfsbereit und gut ausgerüstet mit kostenlosen Stadtplänen und –ganz wichtig – es werden auch Mehrtagestickets für Busse, Bahnen und einige Fähren verkauft. Also geht es bereits eine halbe Stunde später mit der Linie 74 in die City von Oslo zum Vigeland Skulpturenpark.

Vigeland Skulpturenpark

Wir bestaunen mehr als 200 zum Teil monumentale Skulpturen, in denen der Bildhauer Gustav Vigeland menschliches Miteinander in den verschiedensten Lebenssituationen (allerdings immer unbekleidet) geschaffen hat. Absolut empfehlenswert und nicht umsonst ist dies der meistbesuchteste Park in Norwegen. Dazu noch freier Eintritt und 24 Stunden am Tag geöffnet. Tipp: Unbedingt bei Sonnenuntergang den Park ohne „Tagesgäste“ genießen.

Mitten im Zentrum ist das „Kongelige Slott“, in dem seit 1905 die norwegischen Könige residieren. Wir beschränken uns auf eine Umrundung des Schlosses, da der Vigeland Skulpturenpark deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat als eigentlich geplant. Schön anzusehen sind die Wachwechsel der königlichen Garde, die das Schloss bewacht.

Flaniermeile Karl Johans gate

War das neue Operhaus bei seiner Eröffnung 2008 noch stark umstritten, avanciert es zum Wahrzeichen Oslos im Neuen Hafen, einem beispiellosen städtebaulichen Projekt. Kräne, wohin das Auge blickt. Errichtet aus weißem Marmor und einen Eisberg darstellend ist das Opernhaus ein absoluter Blickfang. Über die schräge Dachfläche lässt sich der „Eisberg“ erklimmen und belohnt mit einem Blick auf Hafen und Fjord.

Kranballett Opernhaus

Weiter gehen wir durch die Festung Akershus vorbei am Rathaus zur Aker Brygge. Befanden sich hier unansehnliche Werft- und Fabrikhallen, wurden die Gebäude mit neuem Leben gefüllt. Geschäfte, Restaurants, Büros und Kinos wechseln sich ab. Mit einem tollen Blick auf den Hafen genießen wir unser erstes Eis und trinken einen Kaffee - zu einem doch bemerkenswerten Preis. Aber kein Problem – wer will, kann das Eis mit Kreditkarte bezahlen.

Selfie vor und mit Aker Brygge

Tipp: Die Einkaufszentren an der Aker Brygge verfügen über erstklassige WC-Anlagen. Kostenlos!

Da es morgen nach Schweden gehen soll beschließen wir, unsere letzten norwegischen Kronen in Lebensmittel umzuwandeln. Wir haben von Grönlands Torg gelesen, einem überwiegend in pakistanischer Hand befindlichem Viertel, und werden an der gefühlt „längsten Obst- und Gemüsetheke“ fündig. Und zwar zu absolut moderaten Preisen.

Mittelschweden, die Angst vor den Mücken und Elche, die nicht da waren

Da wir trotz mehrfacher Schwedenurlaube noch keinen Elch in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen konnten, fahren wir von Oslo aus nach Hagfors in die Provinz Värmland (Mittelschweden) zum Radastrands Camping, wo wir für den nächsten Abend eine Elchsafari buchen wollen. Schnell wird es ländlich, gut zu erkennen an der Ansammlung von Briefkästen, die auf weit von der Strasse entfernt liegende Häuser schließen lassen. Und Wälder, soweit wir blicken können.

Briefkästen am Straßenrand

Wir sind wieder einmal froh, dass wir uns seinerzeit für einen Dethleffs mit einer Aufbaubreite von gerade einmal 2,13 m entschieden haben, der sich auch auf kleinen Straßen entspannt fahren lässt. Und gerade die „gelben“ Straßen in der Landkarte sind besonders reizvoll, zeigen sie doch deutlich, wie schnell man aus der Zivilisation einer viel befahrenen Europastrasse in der Wildnis landet. Und vielleicht einen Elch zu Gesicht bekommt?

Kleine gelben Straßen

Elchjagd digital

Der Radastrands Camping empfängt uns mit Pommes Spezial, Kroketten und Frikandeln. Das liegt daran, dass die Leitung des Platzes fest in holländischer (Familien-) Hand ist. Angeboten werden Kanutouren, Kletterkurse für Kinder, Bootsverleih, Sandstrand und natürlich im Angebot die Elchsafari!
Umso größer ist unsere Enttäuschung, als wir erfahren, dass die Safari für die nächsten Abende bereits ausgebucht ist. Aber da hat der Platzinhaber bereits die Lösung parat: „Fahrt doch mit dem eigenen Auto“. Kurzerhand bekommen wir eine exklusive Einweisung in die schwedischen Big Five - Elch, Wolf, Braunbär, Luchs und Vielfraß - und erhalten eine Karte der Umgebung, in der die Hotspots für Elchsichtungen eingezeichnet sind.

Dachs kreuzt den Weg

Außerdem bekommen wir seine Mobilfunknummer: „Falls ihr euch doch verfahren solltet, könnt ihr ja dann die GPS-Daten durchgeben.“ Und dann fragt er noch, ob wir auch genügend Treibstoff im Tank haben? Wieso das? Die Tour soll doch nur ca. 50 km lang sein! Also starten wir bei Einbruch der Dämmerung um 21.00 Uhr, die Kamera griffbereit und die ISO-Zahl hochgeschraubt für die Elchjagd mit Speicherchip.

Um es kurz zu machen: Wir sehen keine Elche. Wohl sind wir der angegebenen Route gefolgt, aber nachdem wir die asphaltierte Straße verlassen, erwarten uns wie angekündigt nur noch Forstwege, die alle ziemlich gleich aussehen. Das Navigationssystem zeigt unseren Standort schon lange nur noch im nirgendwo. Nach 40 km - wir haben das Ziel in der Karte immer noch nicht erreicht und wissen auch nicht mehr, wo wir sind - beschließen wir, zurück zu fahren. Mit zunehmender Dunkelheit nehmen auch unsere Elchsichtungen dramatisch zu, da die Wurzeln der umgestürzten Bäume eben genau aussehen wie ein Elch. Aber mit dem allerletzten Tageslicht doch noch ein Erfolg: Ein Dachs kreuzt unseren Weg! Fazit: Ein Campingplatz für vielfältige Aktivitäten und so gut wie keine Mücken. Selbst nach Sonnenuntergang sitzen wir noch entspannt vor unserem Wohnwagen.

Tipp: Die Elchsafari frühzeitig bei Radastrands Camping buchen.

Schwedische Silbermine und deutsche Ingenieurskunst

Von Hagfors führen viele Wege nach Stockholm. Wir wählen die Route über Sala, wo eine Silbermine zu besichtigen ist. Vorbei geht die Fahrt an unzähligen Seen und nicht enden wollenden Wäldern. Grandios! Obwohl es nur knapp 250 Kilometer sind, benötigen wir trotz hervorragend ausgebauter Landstraßen gut 5 Stunden. Mit dem Gespann ist eben bei 80 km/h Schluss – darüber wird es richtig teuer.
Kurz vor Sala wollen wir auf dem Stävre campingplats übernachten, der in unserem Reiseführer als Geheimtipp beschrieben ist. Vermutlich war der Platz aber so geheim, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich war. So werden wir bereits bei der Zufahrt zum Platz mit einem freundlichen: „Stävre campingplats har upphört“ begrüßt.

Auch ohne umfangreiche Kenntnisse der schwedischen Sprache eine eindeutige Information. Schade, da der Platz sehr schön an einem See gelegen ist. Aber 15 Kilometer weiter in Sala finden wir auf dem Silvköparens Camping einen Stellplatz.
Am nächsten Tag besichtigen wird die Silbermine in Sala und buchen eine 1,5 stündige Tour, die uns ca. 60 m tief unter Tage führen wird. Ein grandioses Erlebnis mit unserem „Bergmann“ Michael, der nebenbei in einem der Stollen auch noch sehr berührend ein schwedisches Volkslied vorträgt. So geht es auf Treppenstufen steil bergab, über Wendeltreppen und Gänge immer tiefer in den Berg hinein, bis wir schließlich am Ende der Führung mit einem Aufzug stilecht wieder an die (warme) Erdoberfläche zurückkommen. Ein dicker Pullover und feste Schuhe sind unbedingt empfehlenswert.

Silbermine

Aber jetzt noch die Erklärung zur deutschen Ingenieurskunst. In Schweden war bekannt, dass in Deutschland der Bergbau eine lange und erfolgreiche Tradition hat. So „kaufte“ man sich kurzerhand deutsche Ingenieure, die mit ihrem Wissen die Silbermine in Sala über viele Jahre erfolgreich arbeiten ließ. So heißt der Schacht eben Schacht und unter Tage begrüßt man sich mit einem „Glück auf“!
Jetzt sind es nur noch 130 Kilometer bis Stockholm. Die Wälder werden weniger und wir kommen vorbei an riesigen Getreidefeldern, hier und da mal ein Bauerhof in schwedisch roter Farbe. Dazu bieten uns die Wolken ein grandioses Panorama. Es ist schwer zu beschreiben, aber irgendwie scheint der Himmel in Schweden tiefer zu sein als bei uns. Und immer so dramatisch schön …

14 Inseln, ein Schärengarten und der König hat (nicht) immer Recht

In Stockholm wird auf dem Bredäng Camping übernachtet. Ausschlaggebend hierfür ist, dass es lediglich 700 m bis zur tunnelbana (U-Bahn) sind; von dort aus 15 Minuten bis in die Altstadt. Auch hier kaufen wir ein Mehrtagesticket, das für Busse, U-Bahn und einige Schiffslinien gültig ist. Tickets können direkt am Eingang zur U-Bahnstation (die jetzt noch überirdisch fährt) erworben werden. Tipp: Eine Reservierung auf dem Campingplatz ist angeblich nicht möglich. Man sollte in der Hauptsaison versuchen, so früh wie möglich (bis 11.00 Uhr) anzukommen, da die Warteschlange sehr lang werden kann. Stromanschlüsse sind nicht überall vorhanden – hier kann dann nur die Kabeltrommel helfen. Und eine Zahlung ist nur mit Kreditkarte möglich!

Stockholm

Stockholm wird auch gerne als das Venedig des Nordens bezeichnet. Und dies völlig zu Recht. Insgesamt 14 Inseln bilden das Grundgerüst Stadt, und nicht zu vergessen unzählige Inseln im vorgelagerten Schärengürtel.
Wir starten auf der Altstadtinsel Gamla Stan mit seinen verwinkelten Gassen, kleinen Geschäften, Cafés und Restaurants und natürlich dem königlichen Schloss. Wer möchte auch mit dem regelmäßig stattfindenden Wachwechsel der pickelhaubenbehelmten Soldaten. Alte Prachtbauten, ein Blick in Hinterhöfe und monumentale Kirchen runden das Bild der Altstadt ab. Hier war die Wiege Stockholms.

Als wir zum einstigen Marktplatz Stortorget kommen, findet gerade ein Blaskonzert statt. Mit Glück ergattern wir einen Sitzplatz in einem der Cafés und genießen das Flair dieses Platzes bei zünftiger Musik und einem Blick auf Häuserzeilen der vergangenen Jahrhunderte.

Am nächsten Tag steht das Vasa-Museum auf dem Programm. Bereits bei der Anfahrt mit der Linienfähre sehen wir die angedeuteten Masten des Schiffes, die aus dem Museum herausragen

Der König hat (nicht) immer Recht

König Gustav Adolf II. verändert während der Bauphase die Pläne der Vasa und weist seine Schiffsbauer an, ein weiteres Kanonendeck einzubauen. Dies aber ohne die Breite des Schiffes zu verändern. Die Schiffsbauer protestierten ohne Erfolg und es kommt wie es kommen muss: Bei der Jungfernfahrt am 10. August 1628 kentert das Schiff bereits nach 1.000 Metern durch eine Windböe. Des einen Leid ist des anderen Freud und so kommen wir in den Genuss eines spektakulären Museums. TIPP: Vor dem Rundgang im Museum sollte man sich im Kino (nach Betreten der Museumshalle auf der rechten Seite) einen ca. 15 Minuten dauernden Film ansehen, der anschaulich die Geschichte der Vasa von der Idee des Baus bis zur Bergung und Restaurierung zeigt.

Vasa Museum

Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und so geht es nach einer kleinen Stärkung am schwedentypischen Hot-Dog-Stand weiter nach Skansen, dem größten und ältesten Freilichtmuseum Schwedens.

Auf über 30 Hektar finden wir Wohnhäuser, ganze Bauernhöfe, Werkstätten und Kirchen aus ganz Schweden im Original aufgebaut. Viele der Gebäude können wir auch von innen besichtigen und treffen dort auf freundliche Mitarbeiter des Museums, die in Landestrachten gekleidet spannende Geschichten aus der jeweiligen Epoche erzählen. Aber nicht nur das, zum Skansen gehört auch noch ein Zoo, in dem man dann wirklich die Big Five Schwedens hautnah erleben kann.
Wir sind ganz schön erledigt, als wir nach vier Stunden Skansen wieder verlassen. Fazit: Unbedingt ansehen und viel Zeit einplanen. Essen und Trinken gibt es sowohl in den Originalschauplätzen (z.B. in einer Bäckerei aus dem vergangenen Jahrhundert mit hervorragenden Zimtschnecken) als auch an den vielen Imbissstationen.

Der Süden ruft: Weiße Sandstrände, unzählige Inseln und malerische Städtchen!

Wir wollen endlich Schären sehen und fahren nach Sanden, einem kleinen Städtchen mit geschätzt 50 Häusern (davon mindestens 30 Ferienhäuser), Hafen, Campingplatz und einem Landhandel. Landhandel bedeutet nicht, dass es hier Produkte für die Agrarwirtschaft gibt. Nein, hier gibt es alles für den täglichen Bedarf. Vom Shampoo über Benzinfilter und Brot bis zu Bier, Milch und Angelzubehör. Schon mal auch Treibstoff, aber eben nicht immer (vgl. Infos).
Der Campingplatz unserer Wahl ist der Källbuktens Camping. Eine gute Entscheidung. Wir stehen in der ersten Reihe und haben freie Sicht auf –na endlich- einen Sandstrand und vorgelagerte Schären.

Hier treffen wir Peter, der mit seiner Frau seit Jahrzehnten nach Skandinavien fährt und bereits seit drei Monaten auf dem Campingplatz sein Sommerdomizil aufgeschlagen hat. Da wir am nächsten Tag ein Motorboot ausleihen wollen, gibt er uns ohne Umschweife seine Wasserkarte und erklärt uns eine interessante Route, vorbei an unzähligen Inseln. Wir würden das schon schaffen. Aber mit den Erfahrungen unserer „erfolgreichen“ Elchsafari beschränken wir uns auf Ausfahrten in die Umgebung des Campingplatzes. Besonders spektakulär sind hier die Sonnenuntergänge, die jeden Abend mit einem unbeschreiblichen Farbenspiel begeistern.

Weiter geht es nach Süden. Mal über eine Europastraße, mal eine kleine Landstraße und immer in Sichtweite von Seen oder dem Meer. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Regnet es gerade in Strömen, kommt wenige Minuten später die Sonne heraus und trocknet die Straße, auf der sich kleine Nebelschwaden bilden. Als ein großes Stück blauer Himmel in Reichweite ist, setzen wir bereits nach 90 Kilometern in Helgenäs den Blinker.

Erste Reihe, Meerblick und karibisches Weiß

Zu Gast sind wir auf dem Camping Gudingebadet. Was sich liest wie „hier kann man gut Baden“ ist auch so. Im Bereich der Sanitäranlagen ist dies die Nr. 1 der Tour. Überall kleine Schwämmchen an den Waschbecken – und jeder benutzt sie. Sieht alles top aus. Natürlich finden wir wieder ein Plätzchen in der ersten Reihe!

Kristianopel am Kalmarsund ist ein weiteres Ziel. Ein eigenwilliger Name, dessen Herkunft ein wenig türkisch klingt. Wir studieren die Reiseführer und befragen das Internet, kommen aber zu keinem Ergebnis, woher der Name stammen könnte. In Kristianopel finden wir den weltweit wahrscheinlich einzigen Campingplatz vor, der ein Höchstmaß an Sicherheit bietet und zumindest von den drei Wasserseiten nicht eingenommen werden kann. Und das ist bereits sei 500 Jahren so, als die ersten Festungsanlagen an diesem strategisch wichtigen Punkt angelegt worden sind. Gut drei Meter hohe begehbare Mauern umgeben uns. Einfach toll und wir nutzen die Gelegenheit, den Platz in luftiger Höhe zu umrunden.

Kristianopel ist das mit Abstand malerischste Städtchen, das wir an der Küste vorgefunden haben. Ein kleiner Hafen, nette Geschäfte und Galerien, ein Landhandel und gepflegte farbige Häuser mit blumenreichen Vorgärten runden das Bild ab.
Aber wir wollen weiter zu den vielfach beschriebenen weißen Sandstränden und werden fündig in der Nähe von Degeberga. Schnell den Wohnwagen abgestellt, den Stromanschluss gelegt und ab zum Strand. Von unserem Rigeleje Strand Camping sind es nur knapp 100 Meter. Türkisblaues Wasser, schneeweißer Sand, eine nahezu menschenleere Idylle erwarten uns. Wir sind sprachlos.

Das Wetter ist mittlerweile konstant schön, die Sonne scheint. Also nichts wie ins Wasser - um gleich noch einmal sprachlos zu werden. Das liegt dann aber daran, dass die Wassertemperatur 13 Grad beträgt; das ist selbst für uns deutlich zu kalt und so beschränken wir uns auf ein Fußbad und ausgiebige Strandwanderungen mit karibischem Flair. Der Campingplatz ist ein guter Ausgangspunkt für den Besuch des Forsakar Wasserfalls, das Städtchen Ahus und ein altes Königsgrab aus der Bronzezeit Namens Kungagraven bei Kivik.
Wir haben noch Zeit bis zu unserer Rückfahrt nach Deutschland und „trödeln“ an der Küste entlang. Dabei stoßen wir auf Löderups Strandbad. Einer Tradition folgend möchten wir wieder in die erste Reihe, aber ein prüfender Blick auf den weichen Sand hält uns dann doch davon ab, den befestigten Weg zu verlassen und wir lassen den kleinen Wohnmobilen den Vortritt.

Eine gute Entscheidung, denn eine Stunde später sehen wir einen Trecker, der einen unvorsichtigen Gespannfahrer aus dem Sand befreien muss.
Ein lohnenswertes Ziel, durchaus auch zu Fuß über den Küstenwanderweg zu erreichen, ist Ales Stenar in Käseberga, eine mehr als 1.400 Jahre alte Ansammlung von 59 Steinen in Form eines Schiffes direkt an der Küste mit einem atemberaubenden Blick über das Wasser. Aber auch der Hafen mit seinen Restaurants und einem Fischgeschäft mit bemerkenswert umfangreichem Angebot ist einen Abstecher wert.

Über die direkt am Meer vorbeiführende Küstenstrasse vorbei an Ystad (Wallanders Heimat) machen wir noch einen kurzen Stopp in Smygehuk, der südlichsten Stadt Schwedens. Neben den obligatorischen Wegweisern in alle Welt – erstaunlicherweise sind es nur 314 Kilometer bis Berlin – gibt es hier kleine Restaurants, einen Hafen und ein großes, weiß getünchtes Lagerhaus aus dem 18. Jahrhundert, in dem jetzt Kunsthandwerk angeboten wird.

In Trelleborg angekommen erwarten wir die Peter Pan der TT-Linie, die uns in acht Stunden nach Travemünde bringt. Ein prosperierendes Oslo, unendliche Wälder in Mittelschweden und wieder einmal keine Elche, ein abwechslungsreiches Stockholm und eine wunderschöne Schärenküste haben sich von ihrer besten Seite gezeigt. Wir kommen wieder!

Infos

  • Vorab die frohe Botschaft für Nichtraucher und Freunde eines guten (und bezahlbaren) Weins: Norwegen hat die Zollbestimmungen verändert und Tabak kann gegen Alkohol „verrechnet“ werden, Spirituosen gegen Bier, viele Kombinationen sind möglich. Einfach den persönlichen Bedarf auf den Seiten des norwegischen Zolls „durchspielen“.
     
  • Einige Straßen in Norwegen sind mautpflichtig. Wir haben uns für eine Registrierung bei der Euro Parking Collection EPC entschieden, da man dort die befahrenen Mautstellen und Rechnungen übersichtlich aufbereitet einsehen kann.
     
  • Das Netz der Tankstellen ist bei weitem nicht so dicht wie bei uns, insbesondere, wenn die kleinen Küstenstraßen gewählt werden. Dann sind es durchaus 50 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle, die fast alle nur noch mit Karte (überwiegend Kreditkarte) funktionieren. Wir haben das Problem, dass zwei Tankstellen die Kreditkarte nicht annehmen, der Reservekanister bereits geleert ist und in wirklich letzter Sekunde ein freundlicher Schwede uns auf seiner Karte Treibstoff gegen Bargeld verkauft. Also: Reichweite unter 150 Kilometer = nächste Tankstelle aufsuchen!
     
  • Radarkontrollen finden wir überall. Mal mit Vorankündigung, insbesondere bei der Durchfahrt von kleinen Städten, mal aber auch mobile Kontrollen aus dem Streifenwagen heraus.
     
  • Ein Muss ist die Camping Key Europe, die auf den meisten Plätzen akzeptiert wird und die der ADAC zur Verfügung stellt. Sämtliche Daten sind bereits gespeichert, sodass keine lästigen Anmeldebögen auszufüllen sind.
     
  • Zu den Preisen auf den Campingplätzen. Wir bezahlen zwischen 250 und 380 Kronen (ca. 25 – 40 Euro) für zwei Erwachsene, ein Kind einschließlich Stromanschluss. Angemessen, wie wir finden.
     
  • Die Sanitäranlagen auf den Plätzen erfüllen ihren Zweck. Mal ist Duschen im Preis bereits eingeschlossen, schon mal aber auch mit 5 oder 10 Kronen-Münzen „dazuzubuchen“. Hier ist es ganz hilfreich, vorher die Dauer des Warmduschens zu erfragen, damit man (und Frau) keine böse Überraschung erlebt. Kaltes Wasser ist nämlich in den meisten Fällen nach Laufzeitende auch nicht mehr verfügbar, und dann steht man mit Shampoo in den Haaren hilflos in der Kabine …
     
  • Die Campingplätze sind oft naturbelassen und nicht parzelliert. Daher sollte man eine ausreichende Zahl an Auffahrrampen und eine Kabeltrommel mitführen, insbesondere, wenn die erste Reihe mit Meerblick angestrebt wird.
     
  • Stävre Campingplats bei Sala ist geschlossen (Stand August 2017).
     
  • Letzter Exkurs: Loppis. Dieses Schild finden wir in Schweden häufiger als Ampeln. Hierbei handelt es sich um kleine Trödelmärkte oder Garagenflohmärkte von Privatpersonen. In der Garage oder unter freiem Himmel auf dem Hof werden die skurrilsten Gegenstände angeboten. Und schon mal sind auch echte Schätzchen dabei. Wie bei dem Straßenverkauf von Obst und Gemüse wird auch hier Ehrlichkeit groß geschrieben. Ist der Verkäufer nicht vor Ort, wird was gefällt mitgenommen und das Geld in einer Dose hinterlegt. Großartig!
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